Bei einem Trainigsduell mit dem zweiten AC45 Katamaran von Team Kollege James Spithill beschleunigte Coutts sein filigranes Karbon-Geschoss vor dem Start so extrem, dass es mit beiden Bugspitzen in einer Welle stecken blieb.
Die Hecks heben sich aus dem Wasser, das Steuern wird unmöglich und das futuristische Profil-Rigg schleudert den Kat in die Waagerechte. Die Crew klammert sich in Erwartung des Aufschlages auf dem Wasser an dem zwischen den Rümpfen gespannten Netz fest.
Der wohl kräftigste Mann an Bord, Profi-Grinder Shannon Falcone aus Antigua, vepasst einen Halt. Er stürzt aus sieben Meter Höhe von dem Luv-Rumpf auf das Rigg und reißt dabei ein Loch in das starre Profilsegel. Er wird zum Röntgen in ein Krankenhaus gebracht, soll aber keine ernsthaften Verletzungen erlitten haben.
Das aufsehenerregende Missgeschick des viermaligen America´s Cup Siegers Coutts kommt den PR-Strategen von Oracle Racing nicht ungelegen. Denn es findet anlässlich des ersten Auftritts der neuen America´s Cup Katamarane in den USA beim Medientag vor einer großen Gruppe von Journalisten statt.
Coutts ist im Auftrag von Oracle Milliardär Larry Ellison angetreten, den America´s Cup zuschauerfreundlich und fernsehtauglich zu gestalten. Dafür wird er in der Segelwelt von vielen kritisiert, weil er von den gewohnten langsamen Kielyachten nun zu den aufregenden Katamaranen gewechselt ist.
Die 13,45 Meter langen One-Design-Karbon-Kats sind nur der Anfang der Cup-Erneuerung. Damit sollen die potenziellen America´s Cup-Teilnehmer-Teams bis zum 34. Cup 2013 üben. Denn unter anderem ist das Händling des revolutionären, aerodynamischen Flügels, der das traditionelle Segeltuch ersetzt, sehr gewöhnungsbedürftig,. 2012 sollen die gemeldeten Syndikate dann die eigentlichen Cup-Katamarane fertig konstruiert haben. 22 Meter lange AC 72.
Zur großen Medien-Versammlung im neuen Cup-Revier vor San Francisco passt der Überschlag also exakt. Erst lieferte Coutts einen spektakulären Stecker, dann wirft er zum Höhepunkt der Show das Sportgerät um. Eine Absicht ist nicht nachzuweisen. Die Bedingungen vor San Francisco sind gewohnt extrem. Und Coutts hat noch nicht die Erfahrung mit dem ungewohnten Katamaran, wie sein Kollege James Spithill.
Den Oracle Strategen wird aber nicht entgangen sein, dass zum Beispiel der Gäbler Crash bei der Extreme 40 Kat Serie zum Klick-Renner im Netz geworden ist. Die Kenterung von Pindar kommt auf der Beliebtheitsskala knapp dahinter. Hat jetzt möglicherweise das Oracle Drehbuch den Überschlag vorgesehen?
“Es ist nicht die erste Kenterung. Und es werden weitere folgen”, betont Coutts. Helme gehören inzwischen zur Pflichtausrüstung. Die Limits der neuartigen Segel-Geräte sind noch nicht erforscht. Aber möglicherweise befindet er sich auf dem richtigen Weg, Segeln zuschauerfreundlich zu gestalten.
Mit Kenterungen fängt es an, aber sie können nicht alles sein. Coutts muss noch beweisen, dass bei die Wettkämpfe nicht nur zum Demolition Derby verkommen, sondern auch sportlich spannend werden.
Das soll bei dem ersten offiziellen Wettkampf im portugiesischen Cascais passieren. Dort startet am 6. August der erste Lauf zur America´s Cup World Series. Es ist noch nicht klar, wie viele AC45 Katamarane am Start sein werden. Aber erst danach kann man sich ein echtes Bild darüber machen, ob der America´s Cup in eine glorreiche Epoche eintritt.












edit…Shit, da war der falsche Link drin. Hier nun der Überschlag
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Wenn Falcone noch ein bißchen übt, trifft er beim nächsten Zielspringen dann auch präzise das O von Oracle
.
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Pingback: AC45: Oracle überschlägt sich | Topcat Videos
“45 Meter lang”… Wow, nicht schlecht, und die Menschen sind 6 m groß???
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Ich verstehe nicht, was daran zuschauerfreundlich sein soll. Boot gekentert, Rennen beendet. Das ist wie: Rote Karte für alle elf, Spiel beendet. Würde das dem Fußball helfen? Man könnte sich einfach damit abfinden, dass Segeln kein Zuschauersport ist. Dass es keine Riesenfernsehübertragungen mit teuren Werbeblöcken in der Halbzeit geben wird. Wenn man sich damit abfinden würde, könnte man das schöne Geld wieder in gut segelnde statt in spektakulär kenternde Boote stecken. Wenn.
Heisse Debatte. Was meinst du?
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In anderen Videos haben Sie den AC 45 auch schon wieder selbst aufgerichtet. Denke diesmal haben sie es gelassen, weil es ein Loch im Flügel gab und niemand genau wusste wie sich das auswirkt. Aber anscheinend nicht allzuviel.
PS: Vor Michael Schumacher und einigen Änderungen die das Überholen angeblich leichter machen, schaute auch nur eine Randgruppe, wie 22 Autos 90 Minuten im Kreis hintereinander her fahren. Also nicht alles ganz sooo schwarz sehen.
Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike:
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Das mit dem Selbstaufrichten halte ich für eine Mär. Da wurde vom Schlauchi der Bug in den Wind gezogen, ganz klassisch. Ansonsten halte ich es mit Jan, der den Kern getroffen hat. Das passt natürlich den Pressefuzzis, die immer gerne eingeladen werden und die davon leben müssen nicht so richtig in den Kram. Aber die Massen wird es nie vor den Fernseher ziehen und damit entfallen die Werbeblöcke (natürlich auch, weil man die Boote nicht anhalten kann (Kentergefahr). Vielleicht sind die Kurzrennen (unter 1 Std.) dem allerdings geschuldet.
Für die AC72 wird es auch ein Windlimit geben, jedenfalls könnte man das aus den gestern gemachten Äußerungen von Wussel heraus interpretieren. Auf jeden Fall wird sich die Schadensquote mit den hier scheinbar so ungeliebten IACC Bleitransportern die Waage halten.
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War ja nun auch ordentlich Wind. Da kann das doch schon mal passieren. Bei den Bleitransportern fällt dann eben der Mast um oder das Boot bricht durch.
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oder es wird nicht gesegelt wegen zu viel Wind
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