Bente24: Wie die Kommentare das Boot beeinflusst haben

Open Boat

Bente ist kein Crowd-Design-Projekt. Dennoch haben Internetdiskussionen das Projekt entscheidend beeinflusst.

 
Etwa vier Wochen, nachdem 2014 die ersten Artikel über unser Vorhaben veröffentlicht wurden, habe ich mir mal eine Liste gemacht. Auf der standen Vorschläge, was die Leute auf einem 24 Fuss Boot haben wollten. Darunter fanden sich unter anderem die vier folgende Punkte, die ich mal exemplarisch anführe:

Badeplattform

Stehhöhe

Geschlossenes Heck

Toilette

Frühe Entwürfe

Frühe Entwürfe

Liest man diese Punkte, verschwindet schnell die Vorstellung von einem modernen, schnell segelnden Boot mit niedrigem Einstandspreis. Die Toilette war allein wegen der echten Bente beschlossene Sache. Der Rest liess eher einen Wurstwagen vermuten, ein Boot wie ein Döner: “Mit alles”. Wir haben diese Punkte dennoch niemals ausser Acht gelassen.

Rund 1,85m Stehhöhe haben wir unter dem Dodger erreicht. Wegen dem asymetrisch geschnittenen Niedergang und dem großen Schiebeluk auch auf einer ziemlich großen Fläche, wenn man die Bootsgröße beachtet. Das war auch wegen der Diskussionen ein Ziel.

Dieter Thomas Heck

Bildschirmfoto 2015-03-25 um 18.31.26

“Dieter Thomas Heck”

Bleibt von diesen stichprobenartig genannten Punkten noch die Badeplattform und das geschlossene Heck. Beides wird umgesetzt. Denn wir wollen eine Lösung schaffen: Das optionale GFK Teil, welches das Heck verschliesst – genannt “Dieter Thomas Heck” – soll mittels Aufhängung auch so klappbar und nutzbar sein, so dass man sich drauf setzen kann. Mal sehen, ob das klappt. Es steht auf dem Zettel.

Scherzbente

Scherzbente

Aber nicht nur im Bezug auf einzelne Austattungsmerkmale waren die zahlreichen Kommentare und teilweise sehr heftigen Diskussionen für uns oftmals viel wert. Denn wir konnten herausfinden, wie weit man gehen kann. Wie offen die Menschen da draussen sind. Und worauf sie wert legen.

Zwar musste man viele Kommentare auch ignorieren oder belächeln, in der Gesamtheit allerdings konnte man oft Richtungen und Wünsche erahnen.

Bildschirmfoto 2015-03-25 um 18.34.59Viele konstruktive Kritiken und Ideen kamen übrigens gar nicht erst an die Öffentlichkeit, sondern wurde per Mail oder PN an uns geschickt. Eine nicht unerheblich große Zahl an Followern und Lesern hat sich schlichtweg nicht getraut, sich dem Haifischbecken auszusetzen und deshalb den direkten Kommunikationsweg gesucht.

Im Haifischbecken

Doch gerade auch dieses Haifischbecken kam uns in dem gesamten Projekt zu Hilfe.  Denn wir brauchten viel Aufmerksamkeit, um Industriepartner zu finden. Und emotional geführte Diskussionen fallen nun mal mehr auf als Kuschelecken.

Zusammengefasst wäre Bente sicher nicht das, was sie nun wird. Das “Open-Boat” Projekt hat unterm Strich gut funktioniert. Das hat viel Basisarbeit, gute Nerven, Leidensfähigkeit und auch viel Lernwilligkeit erfordert.

Auffällig ist jedoch eines: Nur selten wurden Vorschläge gemacht, die sich auf die reinen segelspezifischen Dinge bezogen. In den meisten Fällen ging es um Ausstattung. Nur der Zweisalingsmast ohne achterlicher Verstagung war oftmals Thema. Wir werden den Proto sowohl mit Achterstag als auch mit Backstagen testen.

Am kommenden Wochenende schwimmt Bente. Zunächst im Stealth-Modus. Später dann unter öffentlicher Begleitung. Und auch da wird es sicher wieder hoch hergehen. Segelspezifisch. Auch das wird uns sicher weiterbringen.

Das Selden Rigg auf dem Weg zur Werft

Das Selden Rigg auf dem Weg zur Werft

 

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Digger Hamburg

Kleiner segeln - größer leben. Filmemacher und Autor Stephan Boden verbringt jeden Sommer auf dem Wasser. Früher auf seiner VA18 "Digger" jetzt auf der Bente24, die er selbst initiiert hat. "Auf See habe ich Zeit, das schärft den Blick für Details." Zu seinem Blog geht es hier
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16 Kommentare zu „Bente24: Wie die Kommentare das Boot beeinflusst haben“

  1. avatar #frag#doch sagt:

    Ich darf wieder als erster. Schöne Zusammenfassung hätte jedoch mehr Inhalt sein können.

    Ich hatte mal abgemerkt das die Informationen gebündelt werden müssten damit jemand “wie ich” der gerne das Projekt verfolgt nicht ständig 20 verschiedene Beiträge und Blogs lesen muss. Habt ihr da irgendwas angestoßen?

    Gruß.

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    • Moin.

      Ich habe nur ein paar exemplarische Beispiele genannt. Allerdings war es nun auch wieder nicht sooooo viel. Aber in der Gesamtheit ist das Projekt beeinflusst worden. Übrigens genau wie mit den Studenten.

      Ich denke, wenn man das alles bündelt, wird es ein Buch. Darüber kann ich mal nachdenken.

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      • avatar #frag#doch sagt:

        mit Bündelungen der Informationen meine ich die noch anstehenden Projekte. Nicht die Geschichte dahinter.

        Z.b.
        Öko Bente
        DIY Bente
        Badeplattform

        Man hört von dir Kleinigkeiten jedoch oft wirst du nur zitiert. Es wäre doch toll wenn auf der Homepage so Dinge gebündelt werden das auch ein nicht so aktiver Blog Leser wie ich nicht jeden Beitrag von dir rückwirkend lesen muss.

        Das war nicht böse gemeint das der Inhalt zu wenig ist. Ich dachte das Internet hätte mehr Einfluss gehabt.

        Gruß.

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        • Moin.

          Ich hab das auch gar nicht böse aufgefasst.

          Ich weiss, was Du meinst. An der Homepage gibt es noch Arbeitsbedarf. Das stimmt. Aber damit wir den tapferern Leser der SR und Homepagemacher Bernhard in Zürich nicht mit Änderungen zuwerfen wollen, sammle ich die Änderungen derzeit, damit wir das in einem Abwasch machen.

          Die Homepage ist recht schnell entstanden. Und beinhaltet erst mal das nötigste. Wenn das Boot erst mal schwimmt und alles drumherum organisiert ist und auf festen Beinen steht, habe ich zeit, das Thema anzugehen.

          Wenn Du Anregungen dazu hast, immer her damit!

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  2. avatar Firstler sagt:

    Ich denke, der Wunsch, dass die Bente gut und schnell Segeln können soll, versteht sich von selbst und wurde deshalb weniger erwähnt als “spezielle” Ausstattungswünsche.

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    • Moin Firstler,

      da hast Du sicher recht.

      Allerdings gibt es auch zur segelspezifischen Ausstattung ziemlich viel zu sagen, das ist ein breites Feld. es ist allerdings auch nicht so einfach, das zu Überblicken (ich spreche da aus Erfahrung). Ist ein sehr komplexes Thema.

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  3. avatar Friedrich sagt:

    Huih, so ein kleiner Hänger und so ein langer Mast. Jut, dass Euch keiner erwischt hat ;-))

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    • Nach der Tankstelle hing dann die vorgeschriebene rote Fahne dran.

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      • avatar Wilfried sagt:

        das da auch die rote Fahne nichts rettet ist dir aber schon klar? Auch mit Fahne gibts ne maximale Länge und die dürfte hier deutlich überschritten sein.

        Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 1 Daumen runter 7

        • Da ich nicht dabei war und sich im Vorfeld erkundigt wurde, wird das schon seine Richtigkeit gehabt haben.

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          • avatar Piet sagt:

            Auf den Bild sieht man aber auch das der Anhänger Osmose bekommt vom Mast.
            Und bei Auto fehlt das Reserverad und das Warndreiek.

            Unverantwortlich.

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          • Warum war mir klar, dass die meisten Kommentare bei diesem Beitrag sich auf den Maststransport beziehen?

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  4. avatar #frag#doch sagt:

    Endlich darf ich auch mal klugscheissen

    StVO §22 Ladung Absatz 3

    Die Ladung darf bis zu einer Höhe von 2,50 m nicht nach vorn über das Fahrzeug, bei Zügen über das ziehende Fahrzeug hinausragen. Im Übrigen darf der Ladungsüberstand nach vorn bis zu 50 cm über das Fahrzeug, bei Zügen bis zu 50 cm über das ziehende Fahrzeug betragen.

    Wie auf dem Bild erkennt ist die Ladung nicht höher als der Hänger und nicht länger als das Fahrzeug. Also alles gut gemacht. Das einzige was man messen müsste wäre die Stützlast da der Mast ein Riesen Hebel darstellt. Ich gehe davon aus war knapp aber noch in der Toleranz.

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    • avatar #frag#doch sagt:

      (4) Nach hinten darf die Ladung bis zu 1,50 m hinausragen, jedoch bei Beförderung über eine Wegstrecke bis zu einer Entfernung von 100 km bis zu 3 m; die außerhalb des Geltungsbereichs dieser Verordnung zurückgelegten Wegstrecken werden nicht berücksichtigt. Fahrzeug oder Zug samt Ladung darf nicht länger als 20,75 m sein. Ragt das äußerste Ende der Ladung mehr als 1 m über die Rückstrahler des Fahrzeugs nach hinten hinaus, so ist es kenntlich zu machen durch mindestens

      1.eine hellrote, nicht unter 30 x 30 cm große, durch eine Querstange auseinandergehaltene Fahne,

      2.ein gleich großes, hellrotes, quer zur Fahrtrichtung pendelnd aufgehängtes Schild oder

      3.einen senkrecht angebrachten zylindrischen Körper gleicher Farbeund Höhe mit einem Durchmesser von mindestens 35 cm.

      Zum Nachlesen Verkehrsportal.de

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    • avatar Alex sagt:

      „Das einzige was man messen müsste wäre die Stützlast da der Mast ein Riesen Hebel darstellt. Ich gehe davon aus war knapp aber noch in der Toleranz.“

      Der Mast dürft so um die 40-45kg wiegen. Nach dem Bild liegt er recht ausgeglichen auf dem Hänger.
      Ein VW Touareg hat eine Stützlast von 150kg!

      Deinem ersten Satz widerspreche jedenfalls ich nicht. 😉

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