DIGGER: Bilder aus Olpenitz

Gegenwart, die Vergangenheit ist

Der ehemalige Marinestützpunkt an der Schleimündung wird erneuert. Hier ein paar Bilder, die man so nie mehr knipsen kann.

Samstag morgen gegen sechs Uhr. Eigentlich wollte ich mich noch mal in die Koje legen. Nachdem ich aber kurz draussen an Bord war und die Umgebung sah, musste ich meine Kamera holen und fotografieren. Es war draußen einfach zu schön, um zu schlafen.

Olpenitz 2002. © olpenitz.bundeswehr-feuerwehr-nord.de

So sah das mal aus: Olpenitz 2002. © olpenitz.bundeswehr-feuerwehr-nord.de

Olpenitz war bis 2006 ein großer Marinestützpunkt. Nachdem die Marine abgerückt war, gab es zunächst einige Aufregung um die neuen Pläne und deren Durchführung. Die Investorengesellschaft ging in die Insolvenz und niemand wußte, wie es neben der Schleimündung weiter geht.

Für eine Saison gab es wieder einen Hafenbetrieb, den die Mittelmanns Werft organisiert hatte, danach war wieder Ende und nun wird weiter gebaut.

Als ich damals diesen Imagefilm sah, wurde mir irgendwie komisch. Mir wird immer komisch, wenn mit dem Wort “Exklusiv” so inflationär umgegangen wird.

Mittlerweile heisst das Projekt nicht mehr Port Olpenitz sondern OstseeResort Olpenitz und die Baustelle fräst sich weiter durch den alten Hafen. Die aktuellen Bilder kann man auf zahlreichen Webcams begutachten.

So stand ich vergangenen Samstag auf einem Steg, der bald schon Geschichte sein wird. Relikte vergangener Tage warten darauf, entfernt zu werden. Die Seevögel haben es sich dort bequem gemacht und sind derzeit noch relativ ungestört. Vorn liegen Holzreste und alte Schrauben, im Hintergrund reihen sich die neuen Häuser aneinander. Irgendwie wird man bei dem Anblick melancholisch, denn im Moment hat das echt was.

Den speziellen Zauber dieses Morgens wird Olpenitz nicht mehr zurück bekommen.  Wie die Zukunft aussieht, zeigt die Website des Hausanbieters. Hier erst mal Fotos von der Gegenwart, die einen Tag später schon anders aussah.

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Digger Hamburg

Kleiner segeln - größer leben. Filmemacher und Autor Stephan Boden verbringt jeden Sommer auf dem Wasser. Früher auf seiner VA18 "Digger" jetzt auf der Bente24, die er selbst initiiert hat. "Auf See habe ich Zeit, das schärft den Blick für Details." Zu seinem Blog geht es hier
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