Digger Hamburg: Mit der Varianta 18 fünf Monate auf Langfahrt

"Egal – uns treibt ja keiner"

Ein Wetterchen zieht über Dänemark auf. © Digger Hamburg

Der bisherige Fahrtensegelsommer war ein ziemlicher Reinfall. Und er hat wenig Chancen, unter dem Strich noch einen anderen Eindruck zu vermitteln – auch wenn wir ihm noch eine Chance geben beim Schären-Segeln in Schweden (ab morgen). Aber Stephan Boden lässt nicht zu, dass man ihn bemitleidet.

Er hat sich eine Auszeit genommen und ist seit gut zehn Wochen mit Hund Polly auf einer Varianta 18 unterwegs. Seit einiger Zeit ist auch die Freundin dabei. Das Schiff heißt “Digger” und unter dem Pseudonym “Digger Hamburg” verfasst Boden Geschichten, in denen er an seinem Törn teilhaben lässt. Am Ende will er das gesamte Baltikum bereist haben.

Eigentlich macht der Hamburger Filme. 2003 bis 2007 produzierte er bei diversen Törns mit einer Etap 28i Revierführer in der Ostsee. “Da ich bei der ganzen Filmerei leider nur von Ort zu Ort hetzte, habe ich mir seit Jahren vorgenommen, dieses wundervolle Revier nochmal ohne Zeitdruck zu machen”, beschreibt er seine Motivation.

Er wollte mit einem kleinen Schiff los, “weil ich die Tour einhand machen werde”. Drei Jahre hätte er unter einem “Segelburnout” gelitten. “Aber ein Tag Testsegeln mit einer der Varianta 18 auf dem Kemnader Stausee haben mich wieder ins Seglerleben zurück geholt. Die VA 18 war Liebe auf den ersten Blick. ”

Zunächst war ein kürzerer Törn geplant. “Von Schleswig durch die Dänische Südsee, Smålandsfahrwasser, großer Belt zur schwedischen Westküste, dann hochhangeln bis Oslo und an der dänischen Ostküste wieder zurück”. Aber bei die Planung habe eine Kettenreaktion hervorgerufen, “als ich auf der Karte all diese schönen Törnziele gesehen habe.”

Der Götakanal gehört nun mit zum Plan und Abstecher nach Stockholm, Turku in Finnland, Gotland und Bornholm. Das Zeitvolumen wuchs auf fünf Monate und die geplanten Meilen auf 1.800.

Zurzeit ist Digger Hamburg seit mehreren Tagen mit vielen Leidensgenossen in Ebeltoft eingeweht. Aber er hat Zeit. Fünf Monate insgesamt. Und das unterscheidet ihn von den Segel-Kollegen. So bleibt genug Zeit, sich die Hafenmanöver der anderen anzusehen. Zum Beispiel das der Dänen, die er Bimmel und Bommel nennt, die kurz zuvor noch über seine kleines Schiff gelästert hatten. Eine nette Episode aus dem Bordalltag, über den wir bei SR weiter berichten werden.

Der Blog von Digger Hamburg
Varianta18 Test von SegelReporter

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Carsten Kemmling

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4 Kommentare zu „Digger Hamburg: Mit der Varianta 18 fünf Monate auf Langfahrt“

  1. avatar Heini sagt:

    Zitat: “Zurzeit ist Digger Hamburg seit mehreren Tagen mit vielen Leidensgenossen in Ebeltoft eingeweht. Aber er hat Zeit. Fünf Monate insgesamt.”

    ??? An welcher Stelle des Törns ist er denn jetzt? Weil in 5 Monaten ist Mitte Dezember.

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  2. avatar Uwe sagt:

    Digger erinnert mich an Nord- und Ostseetörns als Schüler mit einem Corsaire (5,5 x 1,9 m) in den 60er Jahren.
    Bei Sonnenschein gings. Bei Regenwetter auf Omö eingeweht, tropfte das Kondenswasser von der Kajütdecke. Ahnlich wird’s auf der Dehler 18 aussehen.

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  3. Ich erinnere mich noch gelesen zu haben, dass der Törn geplant, das Boot gefunden war. Dann habe ich irgendwie den Faden verloren.
    Danke für diesen Link!

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