Digger’s Blog: Wie bekommt man Einsteiger, Nichtsegler und Co zum Segeln?

Butter bei die Fische

Wie könnte ein modernes Messe-Konzept aussehen, das Menschen zum Segeln bringt? Varianta 18 Segler und Werbe-Profi Stephan Boden sucht mit den SR-Lesern nach Ideen.

Digger Hamburg im Regen auf seiner Varianta 18

Digger im Regen auf seiner Varianta 18. © Digger Hamburg

Ich schrieb letzte Woche hier über den Mangel an Konzepten, die Branche aus dem Überalterungsproblem zu führen. Ich denke, es gibt sicher kein Allheilmittel, wie man das Problem angeht. Ich bin mir aber sicher, dass es viele Ideen gibt. Die rege Diskussion nach dem Artikel hat das teilweise belegt.

Die Fische liegen also hier rum, fehlt nur die Butter. Wie wäre es, wenn wir hier mal eine Art Ideenpool starten? Und jeder sein Stück Butter dazu geben kann. Ich fang mal an, und zwar mit dem Thema Messen:

Auf den großen Wassersportmessen präsentiert sich die Branche jedes Jahr aufs Neue. Meistens leider nur für die bereits bestehende Zielgruppe. Einsteiger, Nichtsegler und Co. werden weniger angesprochen.

Freier Eintritt für jeden

In Hamburg sollen im kommenden Spätherbst auf der hanseboot ja die A-Hallen geschlossen sein und die Veranstaltung in den älteren B-Hallen stattfinden. Warum macht man nicht eine der A-Hallen zu einer Art „Einsteigerhalle“? Freier Eintritt für jeden. Kinotrailer kosten ja auch kein Geld.

Diese Ausstellung spricht Leute an, die bisher keinerlei Segelerfahrung haben und denen man eine Einstiegshilfe bietet. Eine Halle, in der sich die Branche von der einfachen, preiswerten und easy-going Seite zeigt und den Besuchern beweist, wie einfach, schön, preiswert und easy-going Segeln ist.

Hier stellen Schulen aus, halten ganz normale Fahrten- und Regattasegler Vorträge, bekommt man Auskunft über Kurse und kann sich preiswerte Kleinboote und auch Gebrauchte ansehen oder sich über Mitsegelmöglichkeiten informieren.

Es riecht nach Hafen und Freude

Hier riecht es nach Hafen, nach Freude, Spaß und Gelassenheit. Und man erfährt, wie leicht der Einstieg ist. Eine Fläche, in der Werbung für das Segeln betrieben und ein bisschen Punkrock gespielt wird. Wo alle an einem Strang ziehen und das Bier nicht 3,80 Euro kostet.

Wo nicht versucht wird, möglichst edel zu wirken, sondern ehrlich und nah dran. Wo sich die Branche den Menschen da draußen präsentiert und nicht den Wassersportlern, die es schon gibt. Wer danach Feuer gefangen hat, kauft ein Ticket und geht weiter. Diejenigen, die in der Einsteiger-Halle einen Kurs gebucht haben, kommen auch dort für lau rein.

Ich bin mir sicher, dass man da ein schönes Konzept auf die Beine stellen kann, wenn man es mit vielen Leuten an einem Tisch ausklamüsert. So etwas kann man nicht nur einer Messe aufbürden, da sind alle gefragt.

Sicher wird ein solches Konzept nicht dazu führen, dass sofort 10.000 Leute anfangen zu segeln – aber es wäre ein Zeichen. Und es braucht Zeichen.

Jetzt ihr. Freu mich auf Eure Kommentare.

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Digger Hamburg

Kleiner segeln - größer leben. Filmemacher und Autor Stephan Boden verbringt jeden Sommer auf dem Wasser. Früher auf seiner VA18 "Digger" jetzt auf der Bente24, die er selbst initiiert hat. "Auf See habe ich Zeit, das schärft den Blick für Details." Zu seinem Blog geht es hier
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61 Kommentare zu „Digger’s Blog: Wie bekommt man Einsteiger, Nichtsegler und Co zum Segeln?“

  1. avatar Spät-Seglerin sagt:

    Ich bin leider erst mit 24 Jahren auf den Segelsport zum ersten Mal in Berührung gekommen. Das finde ich sehr schade. Es macht mir Spaß mit der Natur zu leben im Urlaub, wenn wir unsere Törns machen und den Wind und die Wellen zu spüren. Dieses Freiheitsgefühl, aber gleichzeitig Teamgefühl macht meiner Meinung den Reiz vom Segeln aus, neben der Nähe zur Natur (wenn man nicht gerade mit einer riesen Yacht unterwegs ist).
    Ich hätte mich gefreut, wenn bereits in der Schule die Möglichkeit bestanden hätte in den Segelsport hineinzuschnuppern. Es besteht natürlich nicht überall die Möglichkeit dazu, das weiß ich. Aber früher kamen noch die Sportvereine tatsächlich in den Sportunterricht rein und haben sich die Schüler angeguckt und eventuelle Talente oder potenzielle neue Mitglieder gezielt herausgesucht und danach gefragt, ob man denn Lust hat den Sport zu machen. Warum ist das heute nicht mehr so? Viele Vereine jammern, aber tun meiner Meinung nicht gezielt genug etwas dagegen. So könnte man zumindest den Nachwuchs vielleicht für den Sport begeistern. Ich sehe es auch als äußerst kritisch, dass bei Sportbericht-Erstattungen der Segelsport eher sehr selten bis gar nicht präsent ist. Das müsste sich meiner Meinung nach auch ändern. Das ist ebenfalls Werbung für den Sport.
    Ich finde deine Anregung gut und freue mich schon andere Meinungen zu lesen 🙂

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    • avatar Metazentriker sagt:

      “Ich sehe es auch als äußerst kritisch, dass bei Sportbericht-Erstattungen der Segelsport eher sehr selten bis gar nicht präsent ist. Das müsste sich meiner Meinung nach auch ändern.” (Spät-Seglerin)
      Bei Onlinemagazinen wie Spiegel Online wird häufig nur über Events wie Vendee Globe oder Volvo Oceanrace berichtet. Etwas überspitzt dargestellt werden die Segler vor dem Start des Rennens als die großen Helden und letzten Abenteurer unseres Planenten gefeiert und nach dem Start wird nur noch über Bruch und wie gefährlich das doch alles ist berichtet. (Das ist mein Eindruck von der Berichtserstattung während der letzten VG)
      Dann kommen Kommentare wie “Das ist lebensmüde, wie können Sponsoren für sowas Geld ausgeben?” zustande.
      Es ist also auch eine Frage wie in der nicht Fachpresse berichtet wird.

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    • avatar Super-Spät-Segler sagt:

      Mit 24? Spät? 😉
      Ich bin erst mit rund 44 zum Segeln gekommen und würde mich darüber totärgern, wenn es denn was nützte. Tut es aber nicht, und so habe ich einfach Spaß daran, zu segeln!
      Wenn die Bedingungen halbwegs einsteigertauglich sind, versuche ich Bekannte und Freunde aufs Boot zu bekommen und meine Begeisterung mit ihnen zu teilen, der Funke springt allerdings nur selten über. Es ist, abgesehen von den Einstiegshürden (Anfahrt, Ausrüstung) einfach nicht jedermanns Sache zu segeln.
      Als “infizierter” Segler unverständlich, ist aber leider so.
      Die “Schein”wut in Deutschland und die alten Kacker* in Berlin und sicher auch anderswo tun ihr übriges.

      *Selbst erlebt in einem Verein am Wansee. Unfassbar, wie der Vorstand uns dazu bringen wollte, ihn anzubetteln. Haben ihm den Gefallen nicht getan und sind stattdessen an die Ostsee gezogen. Ist eh das geeignetere Revier wenn man mit über 10 Knoten unterwegs ist…

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  2. avatar karl sagt:

    Weil sämtliche von uns angefragte Schulen die Zusammenarbeit abgelehnt haben!

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    • avatar hd-neckar sagt:

      Moin,

      ich weiß nicht wo du herkommt karl, aber in Bremerhaven und in Hamburg gibt es jeweils eine Schule die Segeln als Schulfach anbietet. In Hamburg bei der Stadtteilschule Süderelbe können die Schüler darüber hinaus noch eine Woche nach Heiligenhafen fahren, um dort einen Segelschein zu erwerben. Diese wären sicherlich auch bereit sich auf einer Messe zu zeigen.

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  3. avatar Johnny Rotten sagt:

    Aaaalder: mach doch mal ein bisschen easy und Punkrock: Du befindest Dich gerade auf dem Highway zum nächsten Segel-Burnout;)

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  4. avatar Kersten sagt:

    ….ich glaube nicht mehr an das Konzept der Messe! Da muss man als Nichtsegler im Herbst erst mal hin kommen und dann den, vielleicht entstandenen Schwung, mit durch den Winter bekommen, um dann im Frühling mal aufs Schiff zu kommen… – glaube ich nicht!

    Mein Tipp: Die Katze am Schwanz packen wenn sie da ist (oder so…) Wir verbreiten über alle möglichen Foren (Facebook & Co.) das an einem sonnigen Sonntag (außerhalb der Ferien) im Yachthafen Wedel oder an der Alster oder am Baech Club sonst wo, sich die einfinden die ein Boot dabei haben und keine Angst vor Anfänger haben und solche die mal Segeln sehen wollen. Dann sieht man wen man mit dem Virus infizieren kann

    Ahoi

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  5. avatar Klaus sagt:

    Ich war gerade zum dritten Mal auf der Boatfit. 2010 war dort mein erster Besuch und ich habe einen deutlichen Besucheranstieg feststellen können. Die Messe Bremen hat eine wunderbare Marktlücke entdeckt und zieht damit die Normalsegler an. Hier werden keine “Träume” im mehrfach sechsstelligen Eurobereich präsentiert, die für die meisten Besucher halt Träume bleiben. Hier werden bei nur zwei Hallen auf sechs Podien Fachvorträge gehalten. Hier kann sich auch der Anfänger orientieren, wie er ein Gebrauchtboot refittet, in Schuss hält und wartet. Das gibt Sicherheit, auch mit einem alten Boot in die Szene einzusteigen. Dieses haben all die Hochglanzmessen versäumt.
    Die Idee der Spät-Seglerin, dass Vereine Schulklassen ansprechen, halte ich für ausgezeichnet. Das sollte sich jeder Jugendwart hinter die Ohren schreiben und die Jungs und Mädels zum Probe- bzw. Projektsegeln auf die Vereinsjollen einladen.

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    • avatar Jule sagt:

      Was glaubt Ihr eigentlich, was wir in der Jugendarbeit machen? Wir gehen seit 1992 in die Schulen. Ab und an bleibt auch durchaus mal ein Kind/ein Jugendlicher hängen. Allerdings wird die Zusammenarbeit mit Schulen (Schulsport Segeln) aus rechtlichen Gründen und im Zuge der Veränderung durch G8 immer schwieriger.

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    • avatar Hinterherfahrer sagt:

      Klaus,

      ich schreib’s mir als Jugendwart mal hinter die Ohren :-)) Spaß beiseite, Schule und Verein ist eine sehr schwierige Kiste, weil die Randbedingungen sehr unterschiedlich sind. Ich glaube auch nicht, dass das einen sehr großen Effekt hat, sämtliche einmal oder selten-Angebote wie Schnuppersegeln etc. haben bei uns keine große Wirkung gehabt. Was am besten wirkt, ist eine offene Jugendgruppe wo jeder seine Freunde mitbringen kann und viele einfach hängen bleiben. Wir bieten das Training immer an (April-Oktober incl. Ferien) und sind auch nicht beleidigt, wenn mal keiner kommt. Die Kinder/Jugendlichen suchen sich ihr Tempo selber aus, manche wollen nur rumfahren, mit anderen üben wir ernsthaft. Wir haben das Regelwerk für die Kids ziemlich kurz gehalten, eigentlich schreiben wir nur sicherheitsrelevante Dinge vor. Inzwischen sind auch schon Eltern über diese Schiene zum Segeln gekommen, besonders in der für uns interessanten Gruppe 30+ mit Kindern. Was der größte Frust ist, dass man für diese Art von Jugendarbeit keine Unterstützung von außen kriegt. Das läuft alles ehrenamtlich im Verein und wir sind ziemlich am Anschlag. Die klassischen Segelverbände sind zu sehr auf Wettkampf orientiert und vergessen, dass ohne eine breite Bewegung mit vielen Segel-Kindern, die nicht alle Regatta segeln müssen, kein Nachwuchs nachkommen wird.

      Gruß

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      • avatar Flo sagt:

        Ein guter Weg, je offener der Einstieg desto besser die Wirkung.
        Weniger Vereinsmeierei und Seemannschaftsgenörgel und mehr Offenheit und positive
        Integration. Die Traditionen kommen von selbst bei den Jugendlichen an. Aus reinem Interesse entsteht dann der Regattanachwuchs.

        Wäre ich in Berlin im Verein, was durch überalterte Stegbesatzung aber schwer gemacht wird, würde ich dies sicher auch personell unterstützen. Jetzt liege ich an der Ostsee und nehme mit wer aus meinem Bekanntenkreis Bock hat, auch ohne Ölzeug und passende Schuhe 😉

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    • avatar hd-neckar sagt:

      Wenn man die Hanseboot und die Boatfit vergleicht und sich entscheiden müsste zu welcher Messe man gehen möchte, würde ich die Boatfit wählen. Hier wird vielmehr für den “normalo” gezeigt. Allerdings finde ich, dass die Boatfit ruhig noch einen Schritt weiter gehen kann und Vorträge anbieten sollte, wo speziell das Abschleifen, der Aufbau einer neuen Lackschicht und die meisten Anfängerfehler erklärt werden sollten. Es gab viele sehenswerte und auch gute Vorträge, die allerdings Segler ansprachen, die bereits die ersten Erfahrungen gemacht haben. Bei der Hanseboot musste ich feststellen, dass ich in den letzte Jahren mit immer weniger Prospekten nach Hause kam und das liegt einfach daran, dass es jedes Jahr weniger Boot gibt, die in etwas einer Varianta 18 entsprechen. Wenn man von diesen Booten wieder mehr ausstellen würde, würde die Messe auch für uns Normalos wieder interessanter werden.

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  6. avatar Boris sagt:

    Weil die Überalterung selbst gewählt ist. Viele Vereine z.B. in Berlin verlangen enorme Summen an Geld, damit man Mitglied werden darf. Diese Exclusivität wird auch gerne aufrecht erhalten, obwohl der Alterdurchschnitt gegen gefühlte 70 Jahre geht. Auch sind die Mitglieder meist Eigner und es stehen oft nur sehr wenige Vereinsboote zur Verfügung.
    Außerhalb eines Vereines zu segeln führt zu Kosten/Nutzen-Verhältnissen, die einen davon abhalten können.
    Daher bin ich davon überzeugt, dass der Segelsport erst dann wieder Aufwind bekommt, wenn die Segelvereine erkennen, dass sie aussterben (zumindest sehr viele davon).
    Auch die Individualisierung führt dazu, dass niemand mehr mit geht zum Segeln und alleine es einfach ein gutes Stück anspruchsvoller ist.

    Daher

    – mehr Vereinsarbeit für junge Erwachsene und Menschen in der Familienphase

    – weg von dem exclusiven Gehabe der Branche

    – mehr hin zu bezahlbaren Alltagsbooten

    nur mal so ein paar kurze Gedanken….

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    • avatar Skiffsegler sagt:

      Lieber Boris ich kann Dir nur Recht geben. Am schlimmsten ist m.E., dass viele Vereine hohe Aufnahmegebühren verlangen. Dieses Modell stammt aus einer Zeit, in der man 40 Jahre in der gleichen Firma und am gleichen Standort gearbeitet hat. Da musste man nur einmal im Leben die Aufnahmegebühr entrichten.

      Gerade junge Menschen müssen heute aber häufig umziehen. Eine hohe Aufnahmegebühr ist da extrem hinderlich. Ansonsten würde man kurzerhand in den Segelclub am neuen Ort eintreten und hätte auch direkt ein paar Kontakte.

      Interessiert die altgedienten Rentner in den meisten Vereinen aber natürlich ein ****eiß! Ist ja (noch) nicht ihr Problem wenn junge Menschen umziehen müssen. Das Argument habe ich schon im O-Ton gehört!

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      • avatar karl sagt:

        0€ Aufnahmegebühr, 50 € Jahresbeitrag, 5 Arbeitsstunden. Dafür gibt es alles von 11-44ft.

        Einen Harken hat es: Wir erwarten das ein jeder freiwillig sein Leben lang Mitglied bleibt.

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        • avatar Skiffsegler sagt:

          @karl: Super, sag mir den Vereinsnamen und ich bin – sofern Anreise 1310€ im ersten Jahr.

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        • avatar Skiffsegler sagt:

          Irgendwie fehlt da was:

          @karl: Super, sag mir den Vereinsnamen und ich bin – sofern Anreise 1310€ im ersten Jahr.

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  7. avatar user sagt:

    Da ist jetzt noch die Frage, für welche Art des Segelns willst du leuter “werben”.
    Tourensegeln oder Regattasegeln?
    Bigboat oder Dinghy?
    Beim Regattasegeln ist ein großes Problem, dass es gute Opti und 420er, 29er, Laser etc
    segler gibt, die allerdings selten auf große Schiffe kommen.
    Und das obwohl es (zumindest im Norden) viele Vereine mit großen Clubschiffen gibt.

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    • avatar Digger sagt:

      Wieso differenzieren? Ist jemand Spaß Surfer oder Regatta Surfer? Fährt jemand zum Spaß Rennrad oder ist er Rennfahrer?
      Mit dem Essen kommt der Appetit, von daher ist das egal denke ich.

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      • avatar user sagt:

        Naja für einen sagen wir mal 30 Jährigen quereinsteiter ist es deutlich schwerer Regatta als tour zu segeln.
        Und ich finde ein großes Problem ist, dass die Jugendlichen nicht beim Segeln bleibenn

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  8. avatar G54 sagt:

    Wie bekommen wir z.B.die Jugend mit ins Boot ? Als meine Jungens im Teenager-Alter waren, haben wir sie mit nach Elba gennommen, wo eine dort ansässige deutsche Segelschule spezielle Teenager-Kurse auf schnellen Gleitjollen und Kats anbietet:http://www.segelferien.de/segeln/jollensegeln/teeny-segeln-gleitjolle.html
    Ist super angekommen.

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  9. avatar Heini sagt:

    @Digger – lieber Stephan, sag einmal, was haben bzw. hätten WIR (die bereits jetzt segeln) überhaupt davon, wenn wirklich plötzlich Tausende andere auch segeln wollten? Überfüllte Häfen? Preisexplosion bei Booten und Liegeplätzen?

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    • avatar Digger sagt:

      Nö. Aber zum Beispiel Werften, die nicht am Existenzminimum kratzen und durch den Verkauf von Schiffen zum Beispiel auch kleine, bezahlbare Boote bauen können und deren Entwicklung durch Mischkalkulation finanzieren. Eine Varianta 18 z.B. lohnt sich Betriebswirtschaftlich überhaupt nicht. Die gibt es nur, weil es die Form gab.
      Auch Messen mit breitem Angebot, weil die Aussteller gerne kommen und nicht draufzahlen.

      Nicht zu vergessen: Frischer Wind in eine Szene zu bekommen.

      Oder wir lassen alles so, wie es ist und sehen zu, wie es langsam dahinstirbt.

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      • avatar Ulf sagt:

        @Heini: Das eine größere Anzahl von Seglern eine Preisexplosion bei Booten hervorrufen würde, ist ja wohl der letzte Schwachsinn. Wir leben in der Zeit der Massenherstellung. Je häufiger ein Produkt produziert wird, desto billiger kommt es den Käufer!

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    • avatar Peter sagt:

      @Heini: Du hast definitiv die richtige Einstellung: Man muss sich immer zuerst fragen, welchen persönlich Vorteil habe ich eigentlich davon?

      Wenn es den nicht gibt: Projekt bloß ablehnen!

      Du gehörst genau zu den Leuten, warum junge Leute Segelvereine und -verbände – wann immer es geht – meiden. Nennt man auch Egoismus, diese Haltung.

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      • avatar Heini sagt:

        Egoismus? Von mir aus….

        Siehe eine Antwort tiefer (Uwe R.), er hat verstanden, was ich meinte. Diejenigen, die über das Nachwuchsproblem jammern, sehen lediglich ihre Felle schwimmen. Ob nun Verein, Hafenbetreiber, Werft oder Vercharterer, denen geht es nicht um die Sache (wie ich Stephan mal unterstelle 😉 ) sondern nur um die Kohle.

        Und @Digger – ja, sterben müssen wir alle mal. Und wenn der Segelsport in Deutschland sterben sollte, werden wir das nicht aufhalten. Aber passieren wird das m.E. trotzdem nicht. Dennoch sehe ich das Ganze, also Segeln in Deutschland, einfach nur realistisch. Wir werden niemals ein Frankreich, England oder Neuseeland werden. Nicht aus der Geschichte heraus und auch nicht mit dieser Küstenlinie. Wir sind halt mehr Fussball… 😀

        Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 8 Daumen runter 9

        • avatar Digger sagt:

          Heini – da grätsch ich mal rein. Kohle? Hä? Welche Kohle?
          Vielleicht kannst Du Dir das nur schwer vorstellen, aber mir liegt mein Hobby, auch dessen Zukunft, sehr am Herzen.

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          • avatar Heini sagt:

            lies nochmal das Ende des ersten Absatzes 😉

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          • avatar Digger sagt:

            Heini – das hab ich in falscher Reihenfolge gelesen. Entschuldige.

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  10. avatar Uwe R. sagt:

    Ich frage mich, in wessen Interesse es ist, dass viele Leute segeln. Kann es einem als jemand, der dieses Hobby betreibt nicht egal sein, ob der Sport Nachwuchsprobleme hat? Ein echtes Problem hat die Branche (Häfen, Werften, Magazine). Die jammern des Geldes wegen.
    Mich stören billige – weil reichlich vorhandene – Liegeplätze an der Ostsee z.B. nicht. Und es ist ja nicht so, dass Kinder, die nicht an das Segeln heran geführt werden, unter die Räder kommen. Dann skaten sie halt oder spielen Fußball. Insofern wird hier ein Problem diskutiert, das es meines Erachtens gar nicht gibt.

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    • avatar Digger sagt:

      Siehe eine Antwort höher…

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      • avatar Digger sagt:

        Dennoch eine weitere Antwort:

        Sponsoren, Anzeigenkunden – Die führen dazu, dass z.B. Printmagazine höhere Einnahmen erzielen, keine Leute entlassen und somit auch höhere Qualität abliefern können. Übrigens gilt das auch für Online und auch für die Seite, die Du gerade liest: Segelreporter.

        In einer schrumpfenden Zielgruppe engagieren sich weniger – auch monetär gesehen.

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        • avatar Uwe R. sagt:

          Danke für die Antwort. Aber: bezahlbare Schiffe gibt es wie Sand am Meer, die müssen nicht erst von Werften auf den Markt gebracht werden. Wer mit einem Gebrauchtboot leben kann, wird gut bedient. Ich behaupte: gemessen am allgemeinen Wohlstand und an den zum Teil spektakulär niedrigen Gebrauchtbootpreisen war es nie “billiger” sich ein Boot zu kaufen.

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          • avatar Digger sagt:

            Nicht jeder will ein benutzes Schiff kaufen. Ist wie bei Gebrauchtwagen, Häusern und Klamotten.
            Versuch mal als Neuling, ein gebrauchtes Schiff zu kaufen… Jeder Eigner erzählt einem, dass das Boot im Top-1A-Zustand ist. Unter Deck siehts oft aus wie im Wohnzimmer der Oma. Nicht jeder steht auf Messingbarometer.

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  11. avatar Matthias Wehring sagt:

    Wie wäre es mit einem Tag der offenen Tür oder Schnupperkurs bei Yachtclubs bzw. Yachtschulen?
    Vileicht beworben durch Aushang am Steg, regionale Presse, Regionalradio, Mitglieder der Clubs, Kunden der Yachtschulen oder bei facebook.
    Natürlich entstehen hierbei Kosten, aber die sind überschaubar kommen durch steigende Mitglieder bzw. Kundenzahlen wieder rein.
    Menschen sind begeisterungsfähig, einfach mal die Fockschot in die Hand geben, ein paar Knoten zeigen und das Flair spüren lassen.

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  12. Dolle Diskussion. Bei uns im Yacht Club Wesel, am Rhein haben wir schon lange Kontakt zu den Schulen und wenigen Lehrern. Die neuen Kids kommen eher durch die Segelkids, die begeistert (wenn es gut läuft) erzählen und ihre Freundinnen und Freunde mitbringen. Erstaunlicherweise kommen dann auch die Eltern der Kinder, denn sie haben alle schon mal vom Segeln geträumt. Manche denken, sie können es sich erst jetzt leisten – stimmt aber nicht, weil wir auch Kieljollen zum Mitsegeln, zum Verleihen an Führerscheininhaber (kurse sind bei uns echt günstig) haben.
    Jegliche Streutaktik wirkt lange nicht so gut, eher sogar enttäuschend schlecht.
    Junge Leute zum Segeln zu bewegen ist echt schwierig, weil wir uns im Komkurrenzkampf mit blinkenden Medien, extrem hippen und kurzlebigen Trendsportarten befinden. Da sind die Späteinsteiger schon eher an der Entschleunigung interessiert – sicher nicht die Jugend.
    Nicht zu vergessen, die Auszubildenden in den vielen Handwerksberufen. Diese Leute sind bodenständig und packen gerne in einer Gemeinschaft mit an.
    Ich glaube, dass jeder etwas zu kann und muss und dass wir eine Stimmung schaffen sollten, in der es sich auch nach außen toll anfühlt Segler/in zu sein. Und nicht bloß als Medaillengewinner, sondern als Jedermann mit einem umfassenden Hobby.

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  13. avatar Christian1968 sagt:

    Hi Stephan,

    Du triffst mal wieder ins Schwarze. Wenn wir im Sommer mit unseren Kajak mal ‘ne kleine Auszeit nehmen (hey, wir segeln auch, aber der Main fliesst mitten durch die Stadt 🙂 und an den ganzen Segelclubs vorbei kommen, wird da immer nur gegrillt, segeln sieht man die nie.
    Ist doch an der Küste ganz ähnlich. Die meisten sind nicht jung, sondern 60+
    Ist ja auch kein Wunder, denn beim Durchschnittspreis schon der kleineren Boote, die familientauglich sind, steht halt doch erst mal die Eigentumswohnung an.
    Segeln ist leider teuer. Aber in der Aussenwahrnehmung kommen kleine Boote, die doch noch ins Budget passen, wie bspw. eine Varianta 18 nicht vor. Aber irgendwann ist die Wohnung abgezahlt und das Gehalt besser und da ist dann das Segeln nicht mehr auf dem Radar.
    Hey Werften: Menschen, die kleine Boote kaufen, kaufen wahrscheinlich irgendwann ein größeres.
    Leute, die nie ein kleines Boot hatten, kaufen wahrscheinlich nie direkt ein großes.

    Messen: Wenn über Jahre die Besucherzahlen einer Hanseboot immer weiter zurück gehen, ist das ein Trend. Wie kann man den stoppen ? Nicht, indem man weiter macht, wie bisher. Freier Eintritt, vielleicht, aber wenigstens günstig sollte es sein.
    Mitsegelgelegenheiten anbieten, das wäre sicher nicht verkehrt.
    Vielleicht die Messe vorziehen und nicht im tiefsten Winter stattfinden lassen. Vielleicht ein Boot verlosen (eine Varianta 18 🙂 Werbung machen, auch in anderen Städten wohnen Segler, Facebook nutzen, das witzigste selbstgedrehte Video zum Thema “warum ich gerne Segler werden will” oder “warum ich bisher noch keiner bin” o.ä. suchen und ‘nen kleinen Wettbewerb veranstalten. Einen Segelsimulator aufstellen, der Spaß macht.

    Hey, ich bin kein Werbefachmann, sondern Inhaber eines Fahrradladens, aber da werden sich doch ein paar geile Ideen für diese geniale Art der Fortbewegung finden. Ich fahre Fahrrad übrigens nur zum Spaß 🙂

    Mast-und Schotbruch

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    • avatar Hans von Sonntag sagt:

      Als ich Student war, haben wir uns das 9m Boot eines Vaters geliehen und dann Touren damit gesegelt. Mit 22 ist ein Segelboot das ideale Partyvergnügen. Wäre da ein Altvorderer mitgekommen, wäre ich zuhause geblieben und die anderen auch. Wir haben uns auch Valken in NL für kleine Mark gemietet. Dann stundenlang uns gewundert warum wir Lage schiebend keinen Meter unter Vollspeed weiter gesegelt sind. Lag wohl an den lustigen Kräutern und der Untiefe unterm Kiel. Auch da willst Du keine “Erwachsenen” dabei haben.

      Das ist aber das Problem, wenn es ums Segeln mit Dickschiffen & jungen Leuten geht. Die kommen nur mit, wenn alleine, die Alten wirklich cool (gaaanz selten) oder eine sportliche Herausforderung ansteht, sagen wir Regatta. Aber auch nur, wenn die Alten nicht nerven. Auf keinem Fall aber einen BR-Tour mit Oberschrebengärtner und jeder Menge Seemannschaft, wie ich mir das damals reingezogen habe. Das war eine Segelsportabschreckungsmaßnahme.

      Ein Segelboot kann man sich mit 22 oder 25 eh nicht leisten, man hat auch keine Zeit für so’n Teil, man zieht ständig um, neue Freundin, Freund, neues Umfeld, andere Stadt. Wenn man dann was hinbekommen, evtl. etwas Geld über hat, erinnert man sich an die gute Segelzeit. Dann gibt’s eine Millionen gebrauchte Boote, drunter auch coole, wie mein alter Holz 1-ton, den ich geistekrankerweise mit 28 gekauft hatte. Damit haben wir dann all das gemacht, was ein ordentlicher Salzbuckel nie machen würden.

      Wäre ich heute noch mal 28, würde ich mich mit ein paar anderen zusammen tun und mir z.B. den coolen Baltic 1-ton kaufen, der noch von einen halben Jahr für 30k zu erwerben war und ziemlich gut aussah. Dafür braucht man keine neuen Boote, das geht auch gebraucht. Aber man braucht Bock dafür. Der kommt aber nur durch gute Erfahrungen. Jetzt als Familienvater kümmere ich mich drum, dass der Nachwuchs erfährt was never mind the bollox ist und warum Segeln Spass macht und was Seemannschaft wirklich bedeutet. Deswegen werde ich dieses Frühjahr einen Segelverein eintreten. Hoffentlich halte ich das eine Weile aus.

      Hans

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  14. avatar Kersten sagt:

    Alles schön und Gut aber was geht?
    Wem der Nachwuchs Sch… egal ist soll sich alleine in den Hafen setzen und KEINE Fender raus hängen, die habe ich so wie so gefressen.
    Wenn wir Segeln in der Zukunft nicht fördern, wird es international auch keine erfolge mehr geben und Wassersport hat sehr wohl eine lange und gute Tradition in Deutschland, so wie eine wirtschaftliche nicht unerhebliche Komponente – Arbeitsplätze.
    Also Digger! Jetzt mal gut mit lamentieren und ein Konzept geschrieben, mit dem DSV als Sponsor an eine Agentur geben und die Hacken in den Sand. Das hat doch auch schon bei ganz anderen geklappt, zum Beispiel bei einer Brause Firma in Österreich.

    Ahoi

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    • avatar Digger sagt:

      Schreib mal auf.. Ich hab oben schon nen Ansatz gehabt. Würde mir statt meckern mehr Ideen wünschen.

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  15. avatar jollensegler sagt:

    Interessante Argumente. Ich kann hier vielen nur Recht geben.

    Aus eigener Erfahrung:
    Bin mit Ende 30 klassischer Späteinsteiger. Nachdem ich jahrelang Bock auf Segeln hatte, aber einen anderen Sport (Kanurennsport) in der Jugend so intensiv betrieben habe, dass zeitlich nich mehr ging, habe ich vor zwei Jahren den SFB gemacht. Dies war als Urlaubsprogramm absolut super und dich kann es nur empfehlen.

    Doch was kam danach?
    Auf der Suche nach einem Verein habe ich zuerst die meistens grottenhafte Qualität der Homepages von Segelclubs kennengelernt. Auf ganz vielen ist der Link “Mitglied werden” und “Beiträge” garnicht oder schwer zu finden. Schlechtes Design und Bilder von grillenden Rentnerrunden animierten auch nicht gerade (dabei ist segeln visuell doch eigentlich total sexy!). Als nächstes stellte sich heraus, dass so gut wie kein Verein für Leute meinen Alters Boote zur Verfügung stellt (und ich spreche hier von älteren Jollen, nichts dolles).

    Also habe ich mir günstig ein gebrauchtes Boot gekauft, was sicherlich schon nicht jedermanns Sache ist (und eine Menge Orga nach sich zieht, man braucht plötzlich ein Auto, nen Hänger, nen Abstellplatz ec). Der für mich damals (in Bonn wohnend) nächstgelegene Verein hat mir dann mitgeteilt, das meine Bootsklasse (Laser 2) im Verein nicht gängig ist und ich zwar Mitglied werden kann, aber keinen Liegplatz bekomme. Dabei wollte ich doch nur ein bisschen rumsegeln und lernen – und Regatten hätte ich auch als Vorschoter auf einem anderen Boot gern gemacht. Das hat so genervt das ich (u.a.) nach Hamburg umgezogen bin. Hier gibt es zwar viele Vereine, aber einige sind so teuer, dass sie für den Normalmensch nicht in Frage kommen (wollen). Liegeplätze an der Alster gibt es für Neumiglieder sowieso keine. So gut wie alle Verein wollen relativ hohe Aufnahmegebühren, ein Risiko weil ich – wie viele andere – nicht weiss, wie lange ich beruflich an einem Ort bleiben kann.

    Mein Boot liegt jetzt am Ratzeburger See. Schönes Revier, aber relativ weit weg und im Verein liegt der Durchschnitt bei 60+ und fast alle segeln (wenn überhaupt) Kajütboote. Fazit: Segeln ist toll, aber eben aufwändig. Gute Reviere sind nicht überall vorhanden und viele Vereine machen es Einsteigern dann noch zusätzlich nicht gerade leicht. Ich bin sicher viele Menschen würden gern segeln aber die Hürden erscheinen (und sind) hoch. Der Sport hat das Image teuer zu sein, was so generell auch nicht stimmt. Viel organisieren und “tüdeln” muss man aber im Vergleich zu anderen Sportarten, die auch noch ganzjährig funktionieren…

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    • avatar Skiffsegler sagt:

      @jollensegler: Die selbe Erfahrenung habe ich in der Bonner Umgebung auch gemacht: Mit diesem Boot (in meinem Fall ein Einmannskiff) kannste bei uns nicht segeln (nur Conger, Laser, KZV, Dyas, Korsar etc.). Schade, sonst hätten wir uns bestimmt kennengelernt, ne Laser2 wäre mir jedenfalls aufgefallen. Ratzeburger See ist im Vergleich natürlich ne schöne Sache!

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  16. avatar Digger sagt:

    Tolle Einblicke. Danke!
    Ich denke, das es den Leuten einfach leichter gemacht werden muss. Ich habe mir an der Alster auch die Hacken abgelaufen und mir die Augen gerieben, als ich die Preise erfuhr. Natürlich müssen Vereine auch Leben. Aber ein teures und aufwändiges Feuerwerk zum Geburtstag des Präsidenten muss ja nicht sein, oder (kein Scherz).

    Zur Ganzjährigkeit: ich denke, 2 Wochen Skifahren – und Du hast die Kohle verballert, die eine Segelsaison kostet. Und arbeiten im Winterlager ist ja generell nichts Schlechtes.

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    • avatar Egon sagt:

      Moin Digger, nochmal: Schön, dass du das Thema aufgegriffen hast. Selbst habe ich dich ja in Düsseldorf auf der Boot kurz gesehen. Da warst du wohl sowas von falsch? Aber immerhin konntest du in der gegenüberliegenden Hallenecke in etwa sehen und sicher auch hören, wie es geht: Über die Klassenvereinigungen der erschwinglichen Boote und, auch wenn es dir jetzt nicht gefällt, über die Clubs. Ihr habt ja gerade wieder nen Video von Lennart Luttkus: Der kommt vom SKBUe, einem Werksverein mit ner großen Jugendgruppe. Gelegen an ner Pfütze bei Krefeld. Aber da gibts dann gleich auch noch den SCCR, ebenfalls mit viel Nachwuchs. – Die Ex-Jugendtrainerin Susann Ebbe(e)ke ist, glaube ich, inzwischen in Hamburg ansässig *). Die wissen schonmal, wies geht. Die Klassenvereinigungen brauchen nur wieder nen Forum, das sie sich auch leisten können. Und das wäre wohl ne Messe, wo die Bootslänge auf 7m oder 23″ begrenzt ist. Da wären dann auch Laser, RS, FAR-EAST und Co. wirklich interessiert mit entsprechenden Auftritten. Bei gemäßigten Eintrittspreisen. Nicht ohne… – Nun binn ich gespannt, ob du wirklich ein Profi bist. Und ob du wirklich was bewegen willst… Gruß, Egon

      Ggf. über die Finn-KV, Die kennen Olaf. E. bestimmt…

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    • avatar jollensegler sagt:

      Digger, mit der Ganzjährigkeit meine ich ja nicht die Kosten. Sondern den Umstand, dass man monatelang notgedungen Segelreporter und Youtube Videos konsumieren muss, anstatt einfach segeln zu gehen 😉
      Mag ja sein, dass man vom rumsitzen vorm Computer das nötige Trimmgewicht bekommt aber es wäre natürlich schön, man könnte einfach das Sportgerät aus dem Keller holen und loslegen…wie eben bei vielen anderen einfacheren Sportarten, die demzufolge auch mehr Zulauf haben.

      Sicher sollen die Vereine leben und gute Angebote kosten Geld – aber man bekommt schon das Gefühl das viele Vereine (und es gibt sicherlich viele tolle Gegenbeispiele) sich irgendwie nicht auf jüngere Mitglieder einstellen wollen, die mit ihrer nervigen Slipperei am Steg beim Grillen stören… 😉

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  17. avatar Spät-Seglerin sagt:

    Also in meinem Verein, der auf der Alster regelmäßig segelt, gibt es keine Aufnahmegebühr und kein großes Feuerwerk 😉 Allerdings haben wir auch keine eigenen Boote, sondern chatern diese regelmäßig und bekommen dafür einen Zuschuss vom Verein. Eine andere Variante. Die Kritik an der Art und Weise der Präsentation von Segel-Vereinen im Internet sehe ich etwas differenziert. Man darf nicht vergessen, dass gerade kleinere Vereine nur aus ehrenamtlich arbeitenden Mitgliedern bestehen und nebenbei auch noch einen Job und eine Familie haben. Da fällt die Präsentation vielleicht auch mal etwas einfacher aus, aber das sagt nichts über den Verein selbst unbedingt aus. Man sollte vielleicht auch einfach den Mut, gerade als Neuling, fassen und hingehen und sich das ganze angucken. Danach kann man immer noch sich entscheiden, ob man bleiben möchte oder nicht. Zumindest bieten wir das so an. Ich denke, dass die Vereine sich vielleicht auch etwas flexibler zeigen sollten und offener für neue Mitglieder. Egal, ob es eher Yachten-Segler oder Jollensegler.

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    • avatar jollensegler sagt:

      Ja, Spät-Seglerin, sehe ich auch so. Ist alles nur ein Ausschnitt und man kann nicht alles von Ehrenamtlern verlangen – aber die Webseiten sind als Visitenkarte – gerade wenn man jüngere Menschen ansprechen will – nicht zu unterschätzen. Nicht jeder kann und will überall vorbeigehen und die telefonische Erreichbarkeit mancher Vereine…naja klar, Ehrenamt, klar.
      Stimmt, auch an der Alster gibt es gute Angebote für weniger Geld, z.B. der OSV oder auch dein Verein…Ich denke es braucht viele kleine Schritte und viele davon werden – allerdings noch zu vereinzelt – auch schon gegangen..

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  18. avatar Ich bin Zielgruppe sagt:

    Hallo zusammen,

    kurz zu meiner Person: Binnenländer, Mitte 30, Familie. Vor gut 10 Jahren hat mich ein Kumpel eines Kumpels mal mit zum Segeln genommen. Leihjolle auf dem Chiemsee. War super, hat mich gepackt. Aber irgendwie habe ich den Einstieg nicht gefunden, die Anfahrt zum See abgeschreckt, andere Dinge waren wichtiger (neue Stadt, Berufseinstieg, Singleleben).
    Vor knapp zwei Jahren, Sommerurlaub an der Ostsee, Töchterchen buddelt im Sand und Vaddi langweilt sich etwas. Siehe da, Segelschule direkt am Strand, also Kurs gemacht. Ab jetzt kein Halten mehr. Kurz darauf SBF See und Binnen, letztes Jahr SKS, der erste Charter-Törn und jetzt eine eigene VA18 auf einem See um die Ecke.

    Ich möchte das nicht verallgemeinern, aber hier meine Sammlung an Faktoren für Quereinsteiger
    – anfixen ist nötig, von Alleine kommt wohl keiner zum Segeln
    – Information tut not. Ich kannte bis vor 2 Jahren nicht die Möglichkeit des Charterns, dachte, Fahrtensegeln ist nur für Küstenbewohner mit sehr viel Geld und sehr viel Zeit
    – Die “Rush-Hour” des Lebens sollte am Ausklingen sein, beruflich gefestigt, Segeln als Familien(!)-Hobby für alle Beteiligten vorstellbar
    – kostengünstiges Angebot an Segelbooten. Ohne das Varianta-Konzept wäre ich nie auf die Idee gekommen, ein Boot anzuschaffen

    Was mich interessieren würde: Was hat den Segelboom in den 70ern ausgelöst? Saß in den Fünfzigern halb Deutschland im Opti? Wohl eher nicht. Woher kam die Masse an Quereinsteigern? Was hat die Leute mobilisiert? Was hat den Trend begründet? Gab es einen gesellschaftlichem “Megatrend” im Hintergrund?

    Genug gesenft, viele Grüße,
    Matthias

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  19. avatar Maddn sagt:

    Viele viele gute Ideen hier, aber mir scheint dass einige Ideen nicht unbedingt… von eigener Erfahrung unterfüttert sind. Ich will mal ein paar Kommentare abgeben, wie es in der Jugendarbeit in Vereinen und Verbänden so aussieht. Bei mir selber war der Einstieg leicht, obwohl ich aus einer Nichtseglerfamilie komme, lag ich mit sieben Jahren meinen alten Herrschaften in den Ohren, dass ich segeln musste. Später, mit ein wenig Verantwortung erst im Verein, dann im Verband, musste ich erschreckt feststellen, dass man bei anderen Leuten aber tatsächlich die Werbetrommel rühren muss 😉

    Warum mein Fokus auf Jugendarbeit? Nun, weil die einfachste Möglichkeit, Leute für einen geld- und zeitintensiven Sport zu begeistern ist, wenn sie viel Zeit haben (Jugendliche/Studenten) und Geld nicht so wichtig ist (Material wird vom Club gestellt, Mitgliedsbeiträge sind niedrig (meist <100€/annum) und werden in den meisten Fällen von Mutti und Vati gezahlt).

    Mal ein paar Gedanken in loser Reihenfolge:
    1. Mehrfach wurde gesagt, dass die Vereine doch einfach mal Werbung machen sollten. Plakate, Stegaushang (nutzlos für Nichtsegler?), facebook, watnichallns. Meine Erfahrung in einem großen Club an der Ostsee: wir haben über etliche Jahre buchstäblich hunderte Kiddies zum Segeln mitgenommen. Von Schulklassen über Segel-AGs bis zu Konfirmandengruppen. Von den hunderten sind vielleicht zwei oder drei hängengeblieben! Die Erfolgsquote ist einfach sehr gering, wenn man mit der Gießkanne einlädt. Gleichzeitig bindet sowas viel Ressourcen im Verein. Ein Boot muss anderswo abgezogen werden, evtl. sogar zum Veranstaltungsort gebracht werden, eine Crew muss gefunden werden, die das Boot fährt und die Kiddies unterhält… also: viel Arbeit für sehr sehr wenig Ertrag. Ich weiß, wir habens einfach nur nicht richtig gemacht, daher die Anmerkung, dass es anderen Vereinen auch so geht.

    2. Darstellung und Reichweite in der Presse: hier besteht wohl so ein bisschen Hoffnung, dass, wenn nur genug über Vendee Globe und KiWo geschrieben wird, ein Ansturm auf die Segelvereine einsetzt wie damals der Bumm-Bumm-Boris-Tennis-Boom. Ich will da nicht schwarzmalen, befürchte aber, dass wir uns da als Segler nicht allzusehr drauf verlassen sollten. Segeln ist halt nicht übermäßig medienwirksam, ist zeitaufwändig und hat manchmal auch einen, nunja, "Ruf". Und ob die Versuche, das zu über Medienauftritte zu ändern, den Sport seglerisch attraktiver machen, sei mal dahingestellt. Beim AC geht es nicht mehr um Taktik, sondern darum, nicht zu kentern (oder eben doch zu kentern, denn wie bei Formel 1 ist das interessante für den Normalzuschauer doch die Crash&Burn-Compilation hinterher). Finalrennen von Jollenregatten werden umgebaut auf Halbwinds-Dragraces, am besten dicht an der Küste, wo der Wind dreht, wenn der Wirt im Krug das Küchenfenster aufmacht. Sexy fürs Fernsehen, aus seglerischer Sicht schade bis schwachsinnig Überspitzt gesagt, ich weiß… also auch kein Patentrezept. Selbst nicht, wenn Red Bull jetzt eingestiegen ist. Oder kennt jemand wem im Freundeskreis, der mit Kartfahren angefangen hat, weil Vettel im Red Bull-Auto so verdammt sexy in die Linsen lächelt?
    Also…!
    3. Die Verbände (DSV bzw. Landesverbände) sollen mal was für die Segler tun!! Anmerkung dazu: Die Verbände sind Dienstleister für die Vereine, nicht für individuelle Segler! Das ist Sinn und Zweck eines Verbandes. In S-H beispielsweise gibt es 4700 jugendliche Segler und einen Landesjugendwart. Es dürfte auch ohne Mathe-LK auffallen, dass da keine vernünftige Betreuung stattfinden kann. Stattdessen versuchen die Verbände, a) Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Vereine vernünftige Jugendarbeit machen können (zB Verhandlungen mit Bildungsministerien, damit diese die Segel-AGs von Schulen nicht an der Bürokratie ertrinken lassen) und b) Fördermittel bereitzustellen, damit Vereine in ihrer Jugendarbeit gefördert werden.
    Und da wirds interessant: wenn man sich mal vor Augen hält, dass zB in SH teilweise nur etwa 50% der ohnehin nicht übermäßig üppigen Fördergelder von den Vereinen überhaupt abgerufen werden, stellt sich die Frage nach dem Interesse, dass die Vereine an der Jugendarbeit haben!
    Dabei muss man dreierlei Vereine unterscheiden:
    i) die Großen. Haben eine große, engagierte, gut ausgestattete Jugendabteilung. Honorartrainer, Motorboote, gute Jollen etc können auf viele Mitglieder umgelegt werden und somit recht problemlos finanziert werden. Auch werden hier höhere Mitgliedsbeiträge eher akzeptiert. Die Jugendabteilungen sind groß genug, dass vernünftige Gruppenstärken möglich werden. Förderbeiträge werden praktisch nie abgerufen, aber eher, weil man keine (bzw. wenig) Finanzsorgen hat und nicht den Eindruck erwecken möchte, in Konkurrenz um Fördergelder zu kleineren Vereinen zu treten.
    Beispiele in SH sind der Flensburger Segel-Club und der Kieler Yacht-Club.
    Der KYC hat sogar nicht nur eine Jollen-Jugendabteilung, sondern auch eine fürs Seesegeln, wo auch eher am sportlichen Fahrtensegeln interessierte unterkommen. Anderswo finden sich zumindest vereinzelte Boote für die Seesegelausbildung.
    ii) die engagierten Kleinen. Haben eine kleine, aber sehr engagierte Jugendabteilung. Mangels Größe muss man sich auf bestimmte Bootsklassen spezialisieren (sonst werden die Trainingsgruppen zu klein, für drei 420er und drei Piraten lohnt sich kein Training. Für 6 420er aber schon). Die Jugendlichen Mitglieder übernehmen viel Verantwortung und werden von ebenso engagierten Erwachsenen "nur" unterstützt! Seesegeln ist mangels Masse aber praktisch immer nicht drin. Fördermöglichkeiten durch Verbände und Politik sind bekannt und werden oft und dankend angenommen. Diese Vereine sind meist die einzigen "Kunden" der Verbände für finanzielle und personelle Unterstützung.
    Beispiele gibt es etwa am Wittensee oder in Laboe (3 in einem Boot, gemeinsame Jugendabteilung der drei ortsansässigen Vereine)
    iii) die übrigen Kleinen. Meist von "älteren Herren" dominiert. Jugendliche gibt es, aber meist eher in der Rolle als Kinder von Vereinsmitgliedern. Die Jugendlichen werden mit relativ wenig Ehrgeiz mehr schlecht als recht trainiert. Fördermöglichkeiten sind meist nicht einmal bekannt, aber es wird überlegt, aus dem Verband auszutreten "weil der ja eh nix für uns macht".

    Eine vierte Gruppe ist leider ziemlich ausgestorben: die kleineren Vereine mit einzelnen seegehenden Booten, die nicht "nur" Jollentraining bieten. Beispiele waren an der Kieler Förde zB mal die Mönkeberger mit einem sehr aktiv gesegelten Regattafolke oder der Godewind mit seiner Sigrun. Um beide ist es sehr ruhig geworden. Hier kamen mMn zwei Effekte zum Tragen: zum einen Unterschreiten der kritischen Masse, das heißt wenn die drei oder vier Jugendlichen, die den Laden wirklich am Laufen halten, alle gleichzeitig zum Studieren wegziehen, ist keiner mehr da. (Größere Jugendabteilungen haben da mehr "Masse" und können sowas eher abfedern). Und zum anderen mangelde Finanzmittel eines kleinen Vereins, um ein Boot entweder in einem vernünftigen Zustand zu halten oder auch mal gegen ein neueres zu tauschen. Wenn Folkebootregatten unsexy werden, muss man halt über ein Sportsboat nachdenken. Wehe dem Verein, der sich da mit dem Neukauf schwertut, dem laufen auch ganz schnell die Leute weg.

    Als Fazit der Debatte über Jugendliche lässt sich aus meiner Sicht also festhalten:
    – Ein Verein braucht eine gewisse Mindestgröße, um attraktiv zu sein und zu bleiben. Ansonsten treten diverse Effekte auf: mangelnde Finanzkraft um mal zu investieren (neues Boot, Refit…), Austritt oder Wegzug von einzelnen Personen reißen ein im Vergleich zur Vereinsgröße riesiges Loch in die Personaldecke, Trainings für Jollen werden mangels Teilnehmerzahl uninteressant.
    Eventuell kann eine Zusammenarbeit oder sogar Fusion von Jugendabteilung Sinn machen (siehe das Beispiel Drei in einem Boot!)
    – eine gute Jugendabteilung kann es nur geben, wenn die Jugendlichen auf Selbstverantwortung und -verwaltung bauen können. Glaubt mal, die Kiddies organisieren sich mit 14 oder 15 Jahren besser, als das manch alter Sack könnte. Das braucht ein wenig Unterstützung und sehr viel Vertrauen durch die erwachsenen Clubmitglieder, aber überall wo es probiert wird, funktioniert es ausgezeichnet. Wer dagegen die ganze Zeit von alten Männern kontrolliert wird, verpisst sich bald aufs Skateboard – zu Recht!
    – Werbung funktioniert nicht bzw. kaum über AGs mit Schulen und ist wirkungslos in Form von Plakaten, Flyern oder watnichallns. Dann schon eher die Eltern ansprechen, die ihre Kinder dann mal vorbeibringen.
    Was dagegen super funktioniert, ist Werbung von jugendlichen Mitgliedern an ihre Freunde. Auch hier wieder: wer eine große Jugendabteilung hat, hat auch viele Mitglieder, die ihre Freunde werben. Wer nur drei jugendliche Mitglieder hat, hat verloren.

    Wenn wir uns jetzt mal die Studenten anschauen, wird es noch viel dünner. Wer hier mit null Segelerfahrung irgendwo aufschlägt, ist (glaube ich) in den allermeisten Fällen auf das Wohlwollen von Eignern angewiesen, die einen mal mitnehmen und hoffentlich auch so viel Licht am Fahrrad haben, dass man auch noch was lernt. Bootsmaterial für Studenten (oder noch ältere) halten Vereine praktisch nie vor, eine koordinierte Ausbildung findet praktisch nie statt.
    Die einzigen Ausnahmen, die mir in SH bekannt sind, sind der Akademische Segler-Verein in Kiel, der, wie der Name schon sagt, auf Studenten abzielt, und der Kieler Yacht-Club, der mit seiner Schulungsgruppe ein Angebot unterhält, das allen, die zu alt für die Jugendabteilung sind, offen steht. Beide Vereine haben einen umfassenden Bootspark für Küsten- und Seesegelei. Die Mitgliedsbeiträge sind hier natürlich schon deutlich höher (auch wenn ich sie nicht genau kenne), dürften im Vergleich zur eingenen seegehenden Yacht aber immer noch ein Schnapper sein, die Ausbildung gibt's eh gratis. Weitere Angebote solcher Art sind mir nur aus Hamburg bekannt.
    Auch hier ist das Problem aber, dass ein Verein sich ein solches Angebot nur leisten kann, wenn er durch eine entprechenden Anzahl an zahlungskräftigen (und -willigen) Mitgliedern finanziert wird!

    Leider sind die Vereine aber eine von vier Möglichkeiten, und von diesen die beste, mit dem Segelsport als Anfänger auf Tuchfühlung zu gehen. Die anderen drei sind nämlich
    – kommerzielle Segelschulen, die, wie der Name schon sagt, ein anderes Interesse haben, als Leute langfristig, über Jahre, auszubilden, und ihnen einen preiswerten Einstieg zu ermöglichen (Ausnahmen mag es da sicher geben)
    – Einladung von einem privaten Eigner zum Mitsegeln. Funktioniert leider nur, wenn man schon jemanden kennt, der…
    – einfach mal ein Boot kaufen und schaun obs einem gefällt. Merkste selbst… funktioniert auch nicht.

    Also: meiner sehr langen Rede sehr kurzer Sinn: Dreh- und Angelpunkt sind hier die Vereine. Nur die bringen in der Masse die Leute an den Start, die dann pünktlich zum ersten Gehalt auch schon so gut segeln können, dass sie sich auch guten Gewissens die eigene Yacht zulegen können.

    So, und wann ist jetzt endlich wieder Sommer??

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    • avatar Boris sagt:

      Hallo Maddn,

      vielen Dank für Deine ausführlichen Worte. Das gibt nochmals weitere Einblicke in die Jugendausbildungsszene.

      Für die “Halb-Alten” geht es, wie Du richtig bemerkst ja auch nicht wirklich weiter in einem Verein, schon gar nicht wie von Dir im letzten Punkt genannt. Kaufe mir selbst ein Boot und schaue ob es schön ist. Vor allem, wenn Kinder da sind.

      In einem Segler-Forum wurde mal aufgelistet, was so jährlich an laufenden Kosten auf einen Eigner zu kommt. Und zwar auch für kleinere und günstigere Boote wie ein IF oder Folke. Als Otto-Normalo mit einem öff. Dienst-Gehalt….. bleibt einfach am Ende des Jahres nicht soviel Geld übrig, um selbst die laufenden Kosten decken zu können ohne jegliche Freiheit zu verlieren.

      Wie war das? Ein Boot ist ein Loch im Wasser, in das man alles Geld versenkt….

      Macht es nicht leicht beim Segeln zu bleiben.

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      • avatar Hobby-Regatteur sagt:

        Ganz so teuer ist Segeln nicht…

        Gut 20 Jahre nach Erstkontakt mit Segeln habe ich 2006 im Urlaub an der Ostsee ein paar Scheine gemacht – die im Nachhinein nicht nötig waren. Dann habe ich mich umgeschaut, wo man in der Nähe Segeln kann (Zwei Seen im Westerwald) und anschliessend eine gebrauchte Jolle nebst Trailer bei eBay für €600 geholt.

        Der Liegeplatz am Campingplatz kostete €150 pro Jahr, für die jeweiligen Mitsegler musste €1,70 Tagesgebühr p.P. bezahlt werden.

        Im zweiten Jahr sind wir in den benachbarten Segelclub eingetreten, kostet für uns beide €130 plus €50 für den Bootsliegeplatz. Weitere Pflichten: 6h Arbeitsdienst und ein Wochenend- oder Regatta-Dienst – dafür Nutzung des Clubhauses, der clubeigenen Boote (420er, 470er, VB-Jollen, Opti, OpenBIC), Kontakte, Tips und Hilfe, Jugendfreizeit für den Sohn, Möglichkeit zu gemeinsamen Segeltörns.
        An der Jolle waren immer wieder mal kleinere Ausgaben fällig (laufendes Gut, ein Lenzer, paar Schäkel oder Blöcke), in den ersten zwei Jahren rund €130, Boots-Haftpflicht €40.

        Mittlerweile segeln wir auf zwei Rümpfen und fahren zu Regatten – die Spritkosten liegen satt über der Instandhaltung für den Kat.

        Segelklamotten sind dank Lidl und Decathlon bezahlbar, Trockenanzug gibts erst seit letzter Saison und nur wegen der Regatten, ansonsten reicht Neopren.

        Jahreskosten, wenn wir am See blieben und nix kaputtfahren: sicher unter €400.
        Fünf Tage Skiurlaub kosten (mich) mehr.

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        • avatar Sailer 66 sagt:

          Hallo Hobby-Regateur,

          kann dir da nur recht geben. Wir zahlen pro Jahr für Wasser-Liegeplatz und Beitrag im Verein für 2 Personen ca. 180 € – Versicherung ca. 55€ pro Jahr. Unser mittlerweile über 40 Jahre altes offenes Kielboot braucht halt im Winter etwas Pflege – Kosten so um die 200 € Materialkosten – Eigenleistung in Form von Schleifen und Streichen lassen wir mal außen vor . Wir – meine Frau und ich – segeln wenn das Wetter stimmt ab April bis Dez. auf unserem Baggersee ganz tief im Westen, wann immer es geht – abends nach der Arbeit, am Wochenende, also immer, wenn es passt. Wir fahren gerne zusammen oder jeder alleine – ganz nach Lust und Laune. Trotz des Alters des Bootes reicht es immer wieder mal zu dem Gewinn einer Stadt- oder Clubmeisterschaft. Die eine oder andere “Auswärtsregatta” in NL oder B ist auch im Laufe eines Jahres auf dem Plan. Wenn ich alle Kosten auf das ganz Jahr umlege, so sind die Kosten pro Tag bei max. 2€ für 2 Personen. Nennt mal einen Sport, oder eine Freizeitbeschäftigung, den beide gemeinsam “erleben” können, wo das Vergleichbar ist….

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    • Hallo Madden, deiner Analyse stimme ich sehr gerne zu, denn du hast sehr ausführlich und mit Ruhe analysiert. Sie geht weiter als nur Beschwerde vorzutragen und zeigt, dass man sich Zeit nehmen muss. Sonst wird man die Komplexität nicht durchschauen. Ich wäre sehr für ein Forum bei dem man sich in die Augen sehen kann – also in echt. Auf der anderen Seite ist ja nach deiner Analyse nicht mehr viel zu sagen. Die Konsequenz ist eigentlich ein Appell an alle, die sich engagieren, weiter zu machen und sich nicht vom demografischen Wandel kleinkriegen zu lassen, denn die zwei Punkte fehlen noch (oder können noch klarer werden):
      1. Menschen, die sich engagieren, machen den Unterschied. Siehe dein Punkt 3.ii)
      2. Der demografische Wandel nimmt uns die Masse, und das muss/kann man akzeptieren oder nicht.

      So jetzt kkommt erstmal die Nacht.
      helge

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  20. avatar Tim sagt:

    Mit Sicherheit ist es auch die fehlende Begeisterung der Jugend, die unendlich vielen Freizeitmöglichkeiten und ‘Events’, mangelndes Medieninteresse oder zu hohe Mitgliedsbeiträge. Das Hauptproblem sehe ich aber im Übergang von der Segelausbildung auf Vereinsmaterial zum engagierten Segeln auf eigene Rechnung, sprich mit eigenem Schiff. Da ist die Zeit nach der Schule, die, wie ich glaube, heute die Youngsters wesentlich mehr in Beschlag nimmt als vor 15 oder 20 Jahren. Der Leistungsdruck ist immens gestiegen, und wer mit 20 nicht mindestens Riestert und einen Lebensversicherung hat, ist quasi verloren. In diesen Jahren fehlt immer mehr die Zeit, und auch das Geld. Ist man dann nach Jahren des strampelns fertig mit Studium, Ausbildung was weiss ich, rödelst Du weiter wie ein Irrer um Dir überhaupt nur eine 3 Zimmer Wohnung leisten zu können. Da ist einfach kein Geld über für ein Boot, und sei es noch so klein und schraddelig. Ganz zu schweigen von einer ordentlichen Regattakampagne mit Bus, Trailer, mehreren Segelsätzen etc. Ich weiss nicht, wer sowas in jungen Jahren kann. Nebenbei scheint es aber auch vielen Seglern, auch den älteren, gar nicht mehr so wichtig zu sein überhaupt ein Boot zu besitzen, sonst würde es ja nun nicht so viele Charterschiffe geben. Es gibt da einen großen Segelverein in Hamburg, da hat keiner im Vorstand ein eigenes Schiff. Jeder wird seine verständlichen Gründe haben, aber skurril es ist doch schon. Da muss man sich dann auch nicht wundern dass der Wedeler Yachthafen ein Durchschnittsalter von 70+ hat (unglaublich aber soll so sein).

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  21. avatar Kurzhaar-Peter sagt:

    Ich versuche meine Kinder für das Segeln zu begeistern. U.a. in dem wir diesen Sommer einen 2-wöchigen Familientörn auf der Ostsee machen wollen. Die Begeisterung hält sich in Grenzen. Den Ältesten (12 Jahre) konnte ich nur überzeugen indem er seinen Kumpel mitnehmen darf. Somit habe ich 4 Kinder und eine Frau zu beaufsichtigen. Wie beschäftige/begeistere ich Kinder bei Regen, Kälte aber aus unserer Sicht sonst schönem Wind bei einer 10-stündigen Tour? Immer nachts segeln? Belohnungsprinzip? Ungehemmten ipad-Zugang? Ist eventuell das falsche Forum hier, hat aber ebenso etwas mit “Begeisterung der Jugend” zu tun. Gruß Peter

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    • avatar Spät-Seglerin sagt:

      Hallo Kurzhaar-Peter,
      Ich würde schon einmal dringend davon abraten mit Kindern einen 10-Stunden-Törn zu machen, sondern dafür kürzere Strecken zu fahren und sich dafür noch Zeit zu nehmen die Orte, die ihr anfahrt, anzugucken oder einfach auch mal einen Strandtag einlegen. Segeln soll entspannen und nicht in Stress ausfallen. Auf engem Raum kann das leider sehr schnell umschlagen. Und damit steht und fällt die Entscheidung für oder gegen Segeln. Ich hatte damals Glück gehabt, dass ich mit einer Crew zusammen gesegelt bin, die sich vorher nicht wirklich kannte, aber sehr gut verstanden hat. Es waren nur drei Segler (von sechs) auf dem Dickschiff, aber sie haben nach und nach in der Woche die einzelnen Handgriffe erklärt und dann ist jeder einmal an das Steuer gegangen und alle waren begeistert. Ich glaube das ist auch das Rezept für einen schönen Segeltörn. Zeige den Kindern einzelne Handgriffe, erkläre, wie die Navigation funktioniert. Abends könnt ihr in die Seekarte zusammen schauen und die nächste Route festlegen und dem Wetterbericht im Radio lauschen. Das gibt, glaube ich, ein gutes Gefühl für den Sport und das Leben auf dem Wasser. Für dich wird es dann auch stressfreier, wenn jeder eine Aufgabe bekommt und sich darauf konzentrieren kann. Abends und tagsüber können auch Spiele gespielt werden oder Bücher gelesen. Muss es immer ein iPad sein?

      Zum Thema eigenes Boot finde ich es durchaus legitim, dass man sich gegen ein eigenes Boot entscheidet (ob gebraucht oder neu) und sich eher für ein Charterboot-Urlaub entscheidet. Du kannst verschiedene Bootstypen ausprobieren, hast unter dem Strich im Jahr weniger Kosten und die Arbeiten am Boot fallen weg, die nicht zu unterschätzen sind. Dafür kann nicht jeder die Zeit und das Geld aufwenden. Wir leben leider in einer Zeit, in der die Schnelllebigkeit leider im Vordergrund steht und nicht das Leben genießen.
      Wenn eine Leidenschaft entbrannt ist, dann wird eher auf anderes verzichtet und das Segeln wird Mittelpunkt im Leben. Dabei muss aber auch die Umgebung stimmen, damit angefangen, dass der Lebenspartner Verständnis dafür hat oder selbst begeisterter Segler ist.

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    • avatar Sailer 66 sagt:

      Hallo Kurzhaar-Peter,
      jetzt bitte nicht falsch verstehen, aber ein paar Äußerungen an deinem Text irritieren mir doch etwas. Wenn du 4 Kinder und eine Frau “beaufsichtigen” musst, läuft eventuell etwas falsch. Segeln ist eine gemeinsame “Veranstaltung” und nicht eine “One-Man-Show”. Die Interessen gehen halt oftmals sehr weit auseinander und nicht jeder steht sofort auf “Meilenfressen”, Max. Bootspeed bei 12 Grad Außentemperatur und Windstärke 6 auf der Ostsee.
      Das Problem mit dem Nachwuchs kenne ich aus eigener Erfahrung sehr, sehr gut – Sohn ist mittlerweile 20, mit 14 habe ich ihn auch auf das Wasser “geschliffen” – Sonntags-Morgens gegen 11 Uhr zum “Training” für den Führerschein. Die Ergebnisse waren äußerst bescheiden… Mittlerweile ist er über 20 und segelt wenn für ihn das Wetter stimmt, wenn er Lust hat und unser Boot frei ist mit Freunden. Nicht mehr und nicht weniger.
      Meine Frau (wir sind fast 25 Jahre Verheiratet) segelt selber unser Boot – wie ich – auch gerne “Einhand” – wenn ich nach Feierabend zu spät am Boot bin, ist sie schon einmal alleine draußen und ich kann den “Steg pflegen” . Dabei habe ich nie meine Frau “beaufsichtigen” müssen. Sie hatte langsam Interesse am Segeln bekommen und so habe ich sie halt machen lassen – Kurs in den Niederlanden – sie wollte ihn alleine machen – und Kurs im Verein, den sie ebenfalls alleine gemacht hat. Auch auf Regatten sind wir beide zusammen teilweise ganz gut unterwegs – einige Urkunden und Pokale im Schrank….
      Der Tipp eines Familien-Seglers – gib allen Beteiligten sehr, sehr viel Freiraum – stimme dich gut ab – gehe auf die wohl vorhandenen unterschiedlichen Interessen voll ein – binde sie voll ein – und lasse dich – wann immer es geht – von ihnen “helfen” und “unterstützen”. Wenn deine Frau und die Kids ab dem ersten Tag “Erfolgserlebnisse” auf dem Boot haben – selber (unter Aufsicht) die ersten Kilometer an der Pinne gefahren sind, nicht bei jeder “verunglückten” Wende zum Raport antreten müssen und einfach nur das Segeln genießen können, hast du so verdammt viel gewonnen – für den Moment und für die Zukunft. Übrigens – entspanntes Manöver-Üben in den Wochen vorher hilft im Urlaub ungemein…. und 100 Seemeilen weniger bei miesem Wetter können für den Familienfrieden und für einem gelungenem Urlaub riesige Wunder bewirken.
      Ich wünsche euch einen richtig schönen Familien-Segelurlaub auf der Ostsee.

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  22. avatar Jürgen sagt:

    Hallo,

    Späteinsteiger mit 42 seit 10 Jahren in Frankreich lebend. Hier ist segeln einfach Volkssport wie bei uns Fussball.
    Warum?
    Es gibt keinen Segelschein! nur für den Motor braucht man einen Schein ab 6KV.
    Es gibt viel Küste und viele Ferienhäuser und viele Familien in denen schon der Grossvater ein wenig gesegelt hat. Und es gibt die grösste Segelschule Frankreichs “Les Glenans” ein eingetragener Verein der nur mit freiwilligen und einigen festangestellten arbeitet. Alle Segellehrer werden nicht vergütet.
    Es gibt viele Jugendfreizeiten ab 13 Jahren und in Frankreich gehört es zum guten Ton seine Kinder in diese Schule des Lebens besuchen zu lassen.

    Ich hatte mit 42 dort meinen ersten Segelkurs 4 Landratten davon ein Blinder und am ersten Tag gleich ans Ruder und raus. Ein Blinder Steuermann ohne Segelerfahrung, dass war echt ein tolles Erlebnis zu sehen wie auch das ohne Probleme geht.

    Hier ein bischen Werbung für die Schule und den Vorschlag auf Les Glenans zuzugehen und nach Italien und Irland auch Deutschland mit ins Angebot zu nehmen.

    Segelschule, Schule des Meeres und Schule des Lebens
    http://www.glenans.asso.fr/fr/

    1000 Freiwillige pro Jahr
    über 300 000 Segelkurse seit der Gründung 1947

    Schönen Tag noch

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 0

  23. avatar das dings sagt:

    Moin,
    ich will jetzt die Aufbruchstimmung nicht verderben, aber es muß nicht jeder Segeln. Segeln muß auch kein Volkssport sein. Es ist ein Unterschied, ob ich für ein Hobby nur einen Ball brauche oder ein Boot……
    Das ganze Gerede woran es denn liegt… Man braucht keinen Schein (außer zum chartern) Schnupperkurse sind erschwinglich, es gibt genug Meer und Seen in Deutschland. Jeder der segeln möchte hat sicher die Gelegenheit es zu probieren. Und so wie nicht jeder Wandern, Hockey, Motorräder oder Wein mag, möchte halt auch nicht jeder segeln.
    Ganz ehrlich, die Welt hat dringendere Probleme als die Segelindustrie zu retten…..
    findet das ding

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 4 Daumen runter 5

  24. avatar Paul M. sagt:

    Ich denke, dass die Messe in Hamburg nicht mehr zu retten ist.
    Es geht seit Jahren bergab. Düsseldorf profitiert noch von der zentralen Lage und dem großen Angebot.
    Vor 5 Jahren gab es auf den Messen durchaus noch das eine oder andere Schnäppchen zu kaufen.
    Und heute? fast keine Händler mehr bei denen ich mal eine Jacke oder Hose anprobieren kann und eventuell auch kaufen. AW Niemeyer baut einen großen Stand auf und macht einen Abverkauf. Technische Fragen kann dort keiner beantworten.
    SVB aus Bremen spart sich die Hamburger Messe schon seit ein paar Jahren.
    In Düsseldorf sind die aber mit einem großen Stand vertreten und machen dort eine Super Beratung.
    Konnte ich in diesem Jahr persönlich feststellen.
    Compass habe ich noch nie auf einer Messe gesehen.

    Für den langjährigen Eigner eines 31 Fuß Bootes ohne Kaufabsichten ist doch ein Messebesuch völlig uninteressant geworden. Soll ich mir die ganzen Boote ab 40 Fuß anschauen die ich mir nicht leisten kann oder will. Die Ausrüstungsgegenstände die ersetzt werden müssen schaue ich mir bequem im Netz an und bestelle sie dann bei einem der großen Versender oder bei meinem Händler in Wedel.
    Der bietet mir die gleichen Preise und hat noch Zeit für eine gute Beratung.
    Zum Thema Neueinsteiger in den Segelsport ist ja schon viel geschrieben worden, besonders Maddn stellt die Problematik richtig da.
    Unsere Kinder haben das Segeln nach dem Opti Grundschein aufgegeben. Hauptgrund die zeitliche Belastung
    durch G 8 . Unser Sohn hat durch Freunde in der Schule mit Golf angefangen und unsere Tochter mit Kite Surfen. Das bringt natürlich mehr Fun.

    In den 1980 er Jahren habe ich in einer Internationalen Jollenklasse Regatten gesegelt. Da waren auf dem Steinhuder Meer 120 Boote in einem Start, bei derselben Veranstaltung heute 20 – 30 Boote.
    Liegt das an den explodierten Kosten?

    Zur Eingangsfrage Boot Hamburg retten:

    Ich denke es gibt wenige Lösungen.
    Als Besucher wünsche ich mir eine “In Water Show” im Spätsommer.
    Die Veranstaltung in der Ancora Marina in Neustadt ist ein guter Weg. Die Familie lässt sich doch mit einem im Wasser schwimmenden Boot, welches ich nach den Messetagen gleich einmal Probesegeln kann viel eher begeistern. Einsteiger und Interessenten für kleine Boote kann ich doch auf dem Wasser viel besser überzeugen.
    Vor einigen Jahren habe ich einmal die Inwater Show in Suothhampton besucht.
    Tolle Veranstaltung, allerdings war das Wetter auch Super.
    Aussteller von in Nord Europa gebauten Booten können die Transportkosten zur Messe reduzieren.
    Und die Zubehör Händler werden sowieso immer weniger auf den Messen.
    Für den Messestandort Hamburg ist das leider schlecht.

    Eine Bemerkung zum Schluß.
    Der früher übliche Einstieg von der Jolle zum Dickschiff findet kaum noch statt.
    Ee wird gleich ein Boot mit Stehhöhe und mindesten 35 Fuß gekauft.
    Die meisten Wassersportler sind nicht mehr in einem Verein, warum sollten Sie auch.
    Wünsche allen eine schöne Saison.

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