Neues Opti-Buch

Eigentlich wussten wir damals gar nix…

Julian Autenrieth, der deutsche Opti-Weltmeister 2006, ist auf dem Cover abgebildet. Er hat auch ein Vorwort beigesteuert © Delius Klasing

Das ultimative Opti-Buch von Delius Klasing ist auf dem Markt. Ich habe es aus dem Englischen übersetzt und muss sagen, dass ich begeistert war von der Qualität. Kein Wunder, denn die Originalausgabe ist 2009 bei der Royal Yachting Association erschienen. Und dort liegt zur Zeit einfach das gesammelte Know How für die Ausbildung im Regatta-Segelsport.

Eigentlich konnte ich nicht überrascht sein, dass sich dreißig Jahre nach dem Ende meiner Opti-Karriere, offenbar Einiges getan hat. Dabei sehen die Kisten immer noch so kantig und unbequem aus wie damals. Ich hatte erwartet bei der Übersetzung hin und wieder zustimmend mit dem Kopf nicken zu können. Nach dem Motto: Ja, so haben wir das damals auch gemacht. Denn so schlecht war ich damals nicht. Immerhin Ranglisten Zweiter 79 und 3. der Opti Deutschen damals, der sicher auch nicht dadurch abgewertet wurde, dass mit der Berlinerin Susanne Meier damals erstmals ein Mädchen den Titel gewann. Die Frau wurde danach immerhin zweimal Weltmeister im 470er.

Aber nach der Lektüre des Buches, das im Englischen Original “Opti Handbook” heißt, ist mir schon bewusst geworden, dass wir damals eigentlich gar nichts wussten. Dass man mit der unterschiedlichen Spannung der Mastbändsel die Vorliekskurve beeinflussen kann. Dass es einen Nupsi am Mast gibt, an dem ein Bändsel befestigt wird, mit dem man den Großbaum nach oben zieht und so die Vorliekspannung verändert. Dass man bei starkem Wind die Spriet löst, um das Achterliek zu öffnen und sich nicht darum schert, wie hässlich die Querfalte aussieht.

Klar, mit Kompass segelten wir damals auch schon. Obwohl ich mir heute nicht sicher bin, ob ich das als Kind schon verstanden habe. Damals gab es auch noch nicht die heute übliche One Design Regel. Und so kursierten ziemlich verschiedene und abenteuerliche Bootsdesigns. Und, ich traue es mich fast nicht zu sagen, so richtig schnell war ich erst, als ich den Plastik Falsled gegen einen edlen Hendriksen Holz getauscht hatte. Ein echter Wohnzimmerschrank. Aber auch Suse Meier gewann damit ihren Titel.

Das muss sich anhören, wie aus der Zeit vor dem Krieg. Deshalb war ich beeindruckt, wie detailliert das Wissen über das Schnellmachen eines Optis inzwischen ist. Die Trimmtabellen im Buch dürften allen aufstrebenden Segelstars helfen, wenn sie eine Abkürzung auf den Opti-Thron suchen.


Preis: 19,90 €

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