Knarrblog: DK Sommertörn Aarö – Middelfart

Endlich wieder Regen

Verfolgung bei Nieselregen. Die Skipperin schützt sich mit einem Schirm.

Es reichte jetzt auch langsam mit der Sonne. Ständig musste man sich verstecken, Schatten suchen, eincremen, Sonnenbrille suchen. Diese Wärme ist ja auch gar nicht gut für die Haut, für die Haare. Die Nägel wachsen schneller, die Schweißdrüsen arbeiten permanent auf Hochtouren. Nun können sie sich entspannen. Wir segeln in Dänemark!

Wenn wir Sonne hätten haben wollen, hätten wir schließlich im Süden gechartert. Aber wir lieben doch die frische Luft hier oben im Norden. Dieses feuchte Klima. Diesen Rinnsal, der erfrischend den Nacken herunter läuft.

Klar, in der vergangenen Woche soll es auch hier oben noch ganz anders gewesen sein. Die Leute erzählen vom Baden und dass sie sich am Heck im Wasser hinterherziehen hätten lassen.

Aber erstens ist das kaum zu glauben. Und zweitens, wenn es so wäre, dann wäre es doch kein echter Ostsee-Urlaub. Es muss schon ein wenig schiffen, stürmen und schaukeln. Die Schwimmhäute müssen wieder wachsen.

Deshalb ist es auch gut, dass wir diesmal mit einer Dynamic 35 unterwegs sind. Die segelt sehr gut und ist äußerst spartanisch ausgestattet. Ohne Stehhöhe. So dass man sich auch wirklich draußen aufhalten muss.

Immer mit der Nase im Wind, den Elementen ganz nahe sein. Die Gänsehaut muss ordentlich prickeln, wenn der kühle Nordwester von vorne weht. Alles andere ist doch Kaffeesegelei. Pah.

Die Freunde mit ihrer Hanse 320 merken doch gar nichts von der Natur, wenn sie in ihrem warmen Keller sitzen. Der Skipper kommt mit T-Shirt aus der Kajüte. Vermutlich hat das Weichei die Heizung an.

Wir dagegen sitzen mit gekrümmtem Rücken und dicker Segeljacke beim Frühstück unter der offenen Zeltpersenning. So wie es sich für echte Salzbuckel gehört. Allein der gleichförmige Rhythmus der lustig auf- und abspringenden Tropfen, dieses herrliche Trommeln der lustig auf der Plane sorgt für absolute Entspannung.

Wir wollen mehr davon. Und der Wetterbericht sagt, es sieht gut aus.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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3 Kommentare zu „Knarrblog: DK Sommertörn Aarö – Middelfart“

  1. avatar Markus sagt:

    Carsten,

    Nach dem Artikel kann ich meine Gedanken, die Familie für den nächsten Sommertörn im Norden zu bequatschen, wieder begraben. Es wird wieder der Süden werden und das Leben als Weichei nimmt seinen Lauf.
    Schönen Urlaub noch.

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  2. avatar Carsten sagt:

    Im Moment würde ich sagen, wenn dir die Familie lieb ist, dann bleib im Süden. Sturm, Dauerregen, Hafentag. Es gibt nichts zu beschönigen. Aber man muss es wohl mal erlebt haben, um einen Sonnentörn im Süden auch richtig genießen zu können 🙂

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  3. avatar Wilfried sagt:

    Nichts für ungut. Aber wer ein paar Böein mit 6 schon als Sturm bezeichnet is vielleicht doch das Ostsee Weichei. Früher haben wir bei Kiel Radio nur 5 mit Schauerböen gehabt und heute Böen mit bis zu 60 Kilometern. Ist aber dasselbe. Wir sind an dem Tag mit Familie und x 99 in 8 Stunden von Svendborg obenrum nach Sönderborg gesegelt. Solange wir noch das Groß(2. Reff) oben haben ist definitiv kein Sturm.
    Ansonsten segel ich auch lieber bei 3-4 ohne dunkle Wolken.

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