hanseboot: Ist der Abwärtstrend gestoppt? Digger meint ja

Gesund geschrumpft?

Die hanseboot stand in diesem Jahr unter besonderer Beobachtung, da sie mit einem neuen Konzept auf kleinerer Fläche aufwartete. Die Besucherzahlen sollen mit 80.000 Menschen auf dem Niveau des Vorjahres gelegen haben. Messechef Bernd Aufderheide zieht eine positive Bilanz. Klar. Aber wie war es wirklich?

hanseboot

Die Hanse Flotte auf der hanseboot. © Digger Hamburg

Die BILD schockte unter der Woche die Messegesellschaft mit der Schlagzeile “IMMER WENIGER BESUCHER, IMMER MEHR RAMSCH – Geht die Hanseboot unter?” Sie bezog sich auf das Besucher-Minus von 33 Prozent in fünf Jahren und die geschrumpfte Ausstellungsfläche von 82 000 qm (elf Hallen, 2008) auf 61 000 qm (sieben Hallen).

Schwierige Entwicklung der Branche

Aber der Schrumpfkurs ist nichts Neues. Er entspricht der schwierigen Entwicklung der gesamten Branche in den vergangenen Jahren. Die Frage ist, ob die Kehrtwende geschafft wird. Und ob die hanseboot ihren Platz behalten kann.

Die Bilanz nach der Woche fällt bei Ausstellern und Besuchern sehr unterschiedlich aus. Wieder einmal freuen sich die Ausrüster über ordentliche Geschäfte. Nach wie vor steht der Trend, das alte Schiff aufzuhübschen dem teuren Yacht Neuererwerb entgegen.

Allerdings äußert sich derDeutschen Boots- und Schiffsbauer-Verband (DBSV) zufrieden mit der Entwicklung in dem Wirtschaftszweig. Nach den schweren Jahren sieht das Branchen-Organ eine Erholung der Märkte. 30 Prozent der Unternehmen soll positiv in die Zukunft blicke.

Und die Zahl der importierten Boote stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18,3 Prozent. Allerdings wurde mit 77,1 Millionen Euro fast 3 Prozent weniger ausgegeben. Offenbar steigt der Bedarf nach kleineren und günstigeren Booten.

Zu wenig Charme?

Dennoch gibt es auch viele enttäuschte hanseboot Beobachter. Ein langjähriger Besucher postet auf Facebook: “Die Hallen haben keinen Charme. Der Volksfestcharakter alter Zeiten ist weg. Einige Händler die ich ansprach, haben unfassbar miesepetrige Aussagen gemacht. Suizid-Gefahr lag in der Luft.”

In der Diskussion werden allerdings auch die Bemühungen des neuen hanseboot Managements gelobt, das Ruder herumzureißen. Viele Probleme sind von den Vorgängern übernommen worden.

Und besonders Digger Hamburg hat die Woche auf der Messe gut gefallen. Hier sein Abschlussbericht:

Gleich zu Beginn erst einmal die wichtigste Meldung zur Hanseboot 2013: die Besucherzahlen des Vorjahres wurden erreicht. Das war auch das Ziel: den Abwärtstrend zu stoppen. Wenn man nur diese Meldung sieht, denkt man: es war genau wie letztes Jahr. War es aber nicht. Es war viel besser.

Immer was los

Durch die Konzentration auf die B-Hallen kam selbst an den schwächeren Wochentagen nie das Gefühl auf, dass die Messe schlecht besucht ist. Irgendwie war immer was los. Und dieses Gefühl einer gut besuchten Messe scheint sich auch bei den Besuchern positiv auszuwirken. Denn die meisten Aussteller, mit denen ich gesprochen habe, waren auch mit dem Ergebnis zufrieden.

Dass es in Halle B6 ein paar unbespielte Flächen gab, war zwar nicht schön, aber durchaus richtig. Einige Aussteller, so hört man, haben bis zum letzten Moment wohl gewartet. Um den Standpreis zu drücken. Und das neue Messeteam scheint sich nicht drauf eingelassen zu haben. Was eine gute Entscheidung ist. Die kommen alle wieder, da bin ich mir sicher.

Generell hörte man in den Gängen, dass Projektleitung und Team einen guten Kurs eingelegt haben und in wenigen Monaten die wichtigsten Baustellen in den Griff bekommen hat. Wenn die so weiter machen, wird es in Hamburg auch wieder viel bessere Zeiten geben. Alle vom Team haben sich richtig Mühe gegeben, waren immer für einen da. Weiter so.

Überrascht war ich, wie viele junge Leute bei uns am Stand waren. Das lässt hoffen. Man muss denen in Zukunft nur mehr Angebote liefern, damit sie wiederkommen. Ein wenig mehr Punkrock.

Lustlos Kekse essen

Es gab natürlich auch negative Stimmen. Eines fiel mir dabei jedoch auf: Manche Aussteller könnten auch mal an ihrer Präsentation arbeiten. Was man da teilweise an Ständen sieht und wie Mitarbeiter lustlos Kekse essend am Stand hocken, macht keinen Spaß. Die Messe kann nicht alles richten. Im Prinzip stellt sie die den Spielplatz. Bespielen muss man schon selbst. Und je besser alle bespielen, desto erfolgreicher wird die Messe.

Hamburg hat auch einen großen Vorteil: hier sieht man viele Premieren. Egal ob Varianta, Hanse, Bavaria, X-Xachts, Viko – alle wichtigen Neuheiten wurden hier als Erstes präsentiert. Und wer in der kommenden Saison seinen neuen Eimer bereits segeln will, kommt an Hamburg nicht vorbei. Die anderen Messen sind für Liefertermine im Frühjahr meistens zu spät.

Stilles Wasser 4 Euro

Einen großen Kritikpunkt an der Messe selbst habe ich aber auch: die Gastronomie. Vor allem die Preise. Ich habe gestern auf dem Hauptbahnhof eine Cola gekauft. Dort ist sie teuer und 0,33 Liter kosten 1,75 Euro inkl. Pfand. Auf der Messe satte 3,90! Ein stilles Wasser 4 Euro. Mit Kohlensäure satte 10 Cent weniger.

Geht’s noch? Diese Preise sind abseits meiner Vorstellungskraft. Ist ja nicht so, dass man keinen Eintritt zahlt und daher die Getränke teurer sind. 4 Euro für ein stilles Wasser! Das ist nicht jugend- bzw. familienfreundlich. Das ist absurd.

Dennoch: eine gute Messe war das. Seit langem mal wieder die erste gute in Hamburg. Macht weiter so!

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Carsten Kemmling

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34 Kommentare zu „hanseboot: Ist der Abwärtstrend gestoppt? Digger meint ja“

  1. avatar Piet sagt:

    Wir SR von Digger übernommen?

    Sagt bescheid wenn ich mein Lesezeichen ändern muss in: http://www.Diggerreporter.com

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  2. avatar Hasso-Christian Höher sagt:

    Ich für meinen Teil kann sagen das mir die Messe dieses Jahr viel besser gefallen hat als letztes. Freu mich schon auf nächstes Jahr! Weiter so…

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  3. avatar das dings sagt:

    Ich war zu letzt vor 5 Jahren auf der Messe. Ich bin seit dem nicht mehr da gewesen, nicht aus Protest, oder weil es mir nicht gefallen hätte, sondern weil ich ehrlich gesagt gar nicht wüsste warum ich jedes Jahr auf eine Bootsmesse gehen soll. Wozu? Boote kann ich mir in jedem Hafen ansehen, wenn ich nett frage oder ne Flasche Wein dabei hab sind die meisten Eigner gerne bereit mir ihr Boot vorzustellen und zu berichten was es kann. Es gibt keine bahnbrechenden Neuerungen jedes Jahr, die eine Reise nach Hamburg rechtfertigen würden. Das Rad wird doch auch nicht jedes Jahr neu erfunden. Die Zeit der Messepreise ist auch vorbei. Vieleicht schrupft die Messe nicht nur wegen der Konjunktur sondern auch weil der Markt gesättigt ist. Hanseboot alle zwei Jahre würde vermutlich auch reichen.

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  4. avatar Simmi sagt:

    “Ein wenig mehr Punkrock.” als “Angebot” “für die jungen Leute”?

    Meint ihr etwa diese blutjungen Leute, die so um die Fünfzig sind und diese topaktuelle Musik Anfang der 80er Jahre gehört haben?

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    • avatar Digger sagt:

      Punkrock, nicht Krautrock.

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      • avatar Simmi sagt:

        Hab ich mich da um ein Jahrzehnt vertan?
        Entschuldigung bitte; mit der Jugendkultur des vorherigen Jahrhunderts kenne ich mich nicht so gut aus.

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      • Ohne Digger zu nahe treten zu wollen – aber ist das VA18-segeln wirklich Punkrock ? Da verstehe ich eher die Minis drunter :

        http://www.youtube.com/watch?v=lHDjDtkEmRo&feature=youtu.be

        oder so wenn man gerade im Hafen auf den Start wartet :

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        • avatar Digger sagt:

          Ich schrieb weder von der VA18 noch von Booten. Punkrock an Messeständen wäre mal ganz schön.
          Immer nur Hemden mit Logos an den Krägen wird auch langweilig.

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          • avatar Simmi sagt:

            Ey geil, Digger, nächstes Jahr:
            Du besorgst n Kassettenrekorder mit Ramones Mixtapes und stopfst deine Kajüte voll mit Hansa Pils Dosen.
            Ich komm mit meinem Kumpels und wir feiern und grölen und pissen den Spiessern mal so richtig fett inne Backskiste..
            Haste Freikarten oder müssen wa übern Zaun klettern?

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      • avatar Mittelalterlicher Typ sagt:

        Nönönö,

        Krautrock war vorher (Amon Düül und so), Punk in den späten 70ern und frühen 80ern, in diesem unserem Lande auch viele noch heute existierende Thomas-Gottschalk-Punks …

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        • avatar Alex sagt:

          @Simmi, zur Hochzeit vom Punk mit seinen Kaostagen und Co. startete der Niedergang vom Kassettenrecorder. Wer Geld hatte, kaufte sich einen CD-Payer. ALDI hatte damals als eines der ersten Nonfood-Produckte einen im Programm, für ich meine 100DM.

          Kannst also beruhigt mit ner Mixed-CD aufschlagen.

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          • avatar bagatell sagt:

            @ Alex: jepp, so war’s.
            @ Simmi: werd erwachsen.

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          • avatar Simmi sagt:

            Danke! Mach ich.
            Hab von meinem Papa noch n altem PC mit CD-Brenner rumstehn.

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  5. avatar Cat-Fan sagt:

    Ich war am Dienstag dort und war entsetzt über de gähnende Leere. Mir fehlten sowohl die Besuchermassen als auch, und das ist noch schlimmer, die Boote. Nur eine Halle mit ein paar wenigen Segelbooten, dazu lediglich ein Hamburger Kajak-Anbieter,keiner der Kajak-Hersteller. Zugegeben, ich war jetzt ein paar Jahre nicht mehr auf der Hanseboot, weil ich für mich nichts neues mehr gefunden habe. Aber für meinen Geldbeutel gab es da nichts und auch nichts spannendes mal zum Gucken. Da ist ein Tag in einem netten Hafen informativer. Auch von dem vielen neuen auf dem Bootsmarkt, wie Foils für Jollen, neue Multis oder so war nichts zu finden. Surfer und Taucher scheinen sich jetzt wo anders zu tummeln (Weiß einer wo?) und die Rentnergang überwiegt.
    Schade

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    • avatar Digger sagt:

      Du musst aber dazu sagen, dass der Dienstag und der Donnerstag die schwächsten Tage waren. Schon immer. Da ist es in Düsseldorf auch nicht voll.
      Und natürlich sind überwiegend Rentner unterwegs. Die anderen müssen ja arbeiten.
      Surfer und Co waren in der B1. Konnte man eigentlich nicht übersehen.

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  6. avatar Heini sagt:

    Wir waren früher immer / jedes Jahr auf den Messen in Hamburg und Düsseldorf (beide ca.250 km entfernt).
    Da hat der Liter Sprit aber noch nicht 3 EUR gekostet, es gab noch kein Internet und die Boote waren im Aussehen noch nicht alle identisch.

    In den letzten 6/7 Jahren waren wir probeweise noch einmal in HH und einmal in D-dorf, beide Male enttäuscht und damit in unserer Meinung bestätigt.

    Und: Wenn ich wirkliches Kaufinteresse an einem Boot hätte, würde ich direkt zum Händler oder zur Hausmesse der Werft gehen. Kein Gedrängel und kein inkompetentes Messe-Personal.

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  7. avatar pjotr sagt:

    kleiner denken, größer schreiben, die messeleitung hat es begrifffen, mach das ding kleiner und dann wirkts voller, außer DI und DO und auch in Düsseldorf. Um was gehts eigentlich? Brainstorming für “die leidende Bootsbranche”? Is ja lustig, am Anfang, aber dann spürt man doch die geistige Enge und wundert sich nicht mehr dass die immer gleichen Ideen vorbeikommen… ist halt wenig Platz da. Na wenigstens Recycling, ist ja auch ein Anfang. Erinnert mich irgendwie an: Flogging a dead horse

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  8. avatar Christian sagt:

    Ich weiß ja nicht, was für Kriterien eine Messe beurteilt, aber für mich war die Hanseboot enttäuschend. Gedränge=Toll? Leere Gänge, wo man sein Ziel schnell erreichen kann=langweilig?
    Egal, wie groß die Fläche war, es gab kaum Neues. Und die neuen Boote sehen ja inzwischen auch fast alle gleich aus.
    Zum Glück kann ich da schnell mit dem Fahrrad hin und Mittwoch zum billigeren “Nachmittagstarif” hin. Ins Auto würde ich mich dafür nicht setzen.

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    • avatar Digger sagt:

      “Egal, wie groß die Fläche war, es gab kaum Neues. Und die neuen Boote sehen ja inzwischen auch fast alle gleich aus.”

      Mein Reden – aber dafür kann die Messe nix.

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  9. avatar Sid Vicious sagt:

    >> Fuck you bloody morons for the misuse of Punk <<

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  10. avatar Ketzer sagt:

    Ey Digger, hast Du für Deinen Stand eigentlich was gelöhnt, oder haben die Dich angemietet, um am Image zu polieren?

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  11. avatar pjotr sagt:

    wachstumsbeschleunigungsgesetz… jetzt auch aufm wasser

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  12. avatar Claus sagt:

    Da sind wir doch mal beim Thema- Messen kosten den Aussteller viel Geld!

    Mir sagte ein Aussteller, er muss vier Yachten verkaufen und die Kosten für die Messe decken zu können. Leider verkauft man heute nicht mal eben zuzätzlich vier Schiffe auf einer Messe. Also bleiben die erst die Schiffe und dann die Aussteller weg.

    Um genau diesem Trend entgegenzuwirken , geben Messegesellschaften gerne Restflächen zum Nulltarif weiter wenn jemand ein Schiff ausstellt. Konnte man letztes jähr in Hamburg ganz besonders gut sehen. Leider benachteiligt das die Aussteller, die frühzeitig gebucht haben und den vollen Preis bezahlen! Die hanseboot hat erkannt, dass sie sich damit selbst den Ast absägt und das dies jähr genau auf die Praktik verzichtet. Das Resultat sind die bemängelten freien Flächen in der Segelboothalle……

    Aus meiner Sicht ist die einzige Lösung für das Problem: kauft mehr Boote, dann werden auch wieder mehr Boote ausgestellt!

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  13. avatar icke sagt:

    Hanseboot 2015 (auma.de) nur noch rund 69000 Besucher 60000 Privatbesucher das ist das letzte und für so was müssen Aussteller auch noch bezahlen.
    Eine Vortäuschung falscher Tatsachen vom Feinsten.

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