Der Kajakmaran-Mann: Andreas Gabriel meistert den Levante

Tarifa - here I come

Mittwoch, der 18.07.2012 – Estepona/ESP

“Tarifa Harbour…Tarifa Harbour…Tarifa Harbour…this is NF A 129…NF A 129…NF A 129… Ready for touchdown!!!”

Abflug aus Estepona frühmorgens um 7:00 Uhr © A.Gabriel

So wie mit dem Engländer abgesprochen, der den gleichen Weg vor sich hat, bin ich um Punkt 7:00 Uhr fertig unter Segeln im Hafenbecken von Estepona.  Zirka 14 Meilen bis Gibraltar. Ich bin wie ein Flitzebogen gespannt und neugierig, was mich um die Ecke erwartet. Ich verlasse den Hafen vor dem Engländer und es dauert nicht lange, da verschwindet er weit achteraus. Nur mit Genua ist er deutlich langsamer als ich.

Regelmässig schaue ich mich um und sehe, dass er höher rangeht. Ist der Hügel, den ich in weiter Ferne sehe, doch keine Insel? Nein … ziemlich schnell wird deutlich, dass das da bereits Gibraltar ist. Die Stadt scheint den Berg festzuhalten wie ein flacher Faden. Ich gehe auch höher ran.

Der Außenborder läuft mit, denn ich will meine Geschwindigkeit halten, um keine Zeit zu verlieren in der morgendlichen Ruhe. Der Schwell wird deutlich höher und die Wasseroberfläche verändert sich hier alle 15 Minuten. Vor der Mittagszeit ist der Felsen von Gibraltar bereits erreicht. Durch eine Frachterarmada hindurch, erlebe ich das wüsteste Kabbelwasser über grünblauem Gelände. Die Fähren kommen von allen Seiten, als wollten sie mich fressen und ihr Bug- und Heckwasser sind echt eine Frechheit.

Der Wind kommt jetzt klar achterlich und mein GPS zeigt 12 Meilen bis Tarifa. Früh am Tag sind 12 Meilen kein Thema, also entscheide ich mich natürlich dafür. Ich will ja auch wieder nach Tönning zurück und dort im Herbst noch ankommen 🙂

Meine Karre marschiert, als hätte SIE ein Date. Endlich habe ich die Fähren hinter mir gelassen. Puuuh, das war Nerven aufreibend! Der Wind legt deutlich zu – meine Selbstgespräche, um Ruhe in die Crew zu bringen auch. 6 Meilen sind es jetzt nur noch, ich bin mir nicht ganz sicher. Das Boot hat zuviel Druck und frisst sich bedrohlich weit in die Wellen. “Ruhig Andreas!!! Nimm Druck raus, hol den vorderen Spriet runter!!!”

Das ist übrigens bei dem Winddruck und der Geschwindigkeit nicht sehr einfach. Geht mir das Boot aus dem Ruder, habe ich verloren!!! Keine Zeit mehr für Fehler oder Experimente. Alles muß hölleschnell gehen und jeder Handgriff beim ersten Mal sitzen. Spriet ist runter. Ich hole das vordere Segel mittschiffs … beobachte … noch zuviel Druck!!!

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Andreas Gabriel

... ist Frohnatur, Geschichtenerzähler, Abenteurer und Maurer zugleich. Er brach von Tönning in NORDfriesland Ende April 2011 auf, um mit seinem Kajakmaran Europa zu umrunden. Über Kanäle, Rhein, Main, Donau, ins Schwarze Meer und dann über das Mittelmeer zurück. Alles ohne Geld. Andreas Gabriel erzählt wahre Geschichten, die er unterwegs erlebt, und seine Zuhörer freuen sich, dass er eigentlich ihren Traum lebt. Ihre Unterstützung kommt postwendend. Dass dieses spannende und intensive Reisen funktioniert, hat er schon in den ersten 2 Etappen bewiesen. In der dritten Etappe geht es von Laredo / Nordspanien nach Hause nach Tönning. Seine Webseite lautet www.der-mit-dem-wind-faehrt.de
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2 Kommentare zu „Der Kajakmaran-Mann: Andreas Gabriel meistert den Levante“

  1. avatar Uwe sagt:

    Sprit hatte Andreas also auch an Bord. Oder ist die Spriet gemeint 🙂

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 3 Daumen runter 8

    • @ Uwe:-) meine Art zu schreiben unterliegt völlig neuen Interpetationsformeln und steht laut internationalem Kajakmaran-Logbuchrecht (KMLR) über der deutschen Rechtschreibung. 4 Meilen vor Tarifa war selbst für ein e keine Zeit mehr Uwe!!!! Du musst dringend mehr in die Tiefe lesen in Zukunft!!!!!Hol dir das KMLR bitte sofort bei einem Buchhändler deiner Wahl: ISBN ist 47110815

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

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