Kleinkreuzerprojekt: Aufruf zum Mitmachen – Branchenspielplatz

Tschüss Diesel

Das “Bente 24” Projekt von Alexander Vrolijk und Digger wird vielerorts heiß diskutiert. Vor allem beim Thema Zubehör setzen die Initiatoren auf eine innovative Branche.

Würden wir alles beherzigen, was uns so an gut gemeinten Ratschlägen gegeben wird, würde Bente in der fertigen Version wahrscheinlich 4 Tonnen wiegen. Jeder hat andere Vorstellungen, andere Wünsche und andere Ideen. Das hilft uns zwar weiter, aber es muss aussortiert werden.

Nehmen wir mal das Thema Motorisierung. Wir haben da bereits eine Entscheidung gefällt. Es wird keinen Einbaudiesel geben. Bente soll ein schnell segelndes, bezahlbares Boot werden, wobei “schnell”, “bezahlbar” und “segeln” eigentlich schon die Eckdaten bezeichnen, die vieles ausschließen.

Ein Einbaudiesel ist schwer, ganz zu schweigen vom Fundament, Tank, Borddurchlässen etc. Ausserdem ist er teuer – ein kleiner 8 PS kostet mit allem drum herum ungefähr soviel wie ein Dacia Logan. Dazu müsste zu viel Volumen ins Achterschiff geplant werden. Der Diesel ist deshalb raus. Tschüss, Diesel.

Was bleibt als Alternative? Alles mögliche. Außenborder klassisch am Heck oder im Schacht. eMotor als Einbau, angehängte Version oder gar ein Torque Jet. es gibt vielfältige Lösungen. Und nicht nur da. Diese Vielfalt setzt sich durch das ganze Schiff von vorne bis hinten durch. Wie also damit umgehen? Wir versuchen, die Branche ins Boot zu holen.

Ideen willkommen

Unser Ziel ist es, irgendwann einmal ein Boot herauszubringen, das man in der Basisvariante nackt aber segelfertig kauft, und sich darauf aufbauend seine persönliche Kiste zusammenstellt. Im Idealfall kann man sich bei der Bestellung online bereits seine Optionen dazu holen.

Der entsprechende Ausbau erfolgt, bevor das Schiff ausgeliefert wird. Oder man macht es selbst. Deshalb haben wir der Hochschule auch gesagt, dass alle Komponenten für den Innenraum so gestaltet werden müssen, dass sie durch den Niedergang passen – also das gute alte Buddelschiffprinzip.

Da der Markt aber sehr weitläufig ist und es viele Ideen gibt, die vielleicht gar noch in manchen Schubladen auf Umsetzung warten, wollen wir die gesamte Branche ins Boot holen. Unser derzeitiges Ziel ist es, ein Mock Up auf der Hanseboot zu präsentieren. Und da kann sich jeder austoben. Ideen für Motorisierung? Her damit. Ideen für Elektrik? Willkommen!

Sogar Produktionsstätten oder Hersteller von Harzen und Co. sollen sich gern bei uns melden. Innovationen, gute Lösungen und tolle Ideen sind gewollt. An Bente sollen nicht nur die späteren Segler ihren Spaß haben – sondern auch die Branche. Ein Branchenspielplatz. Wir werden diese Vorschläge und Ideen dann in Zukunft immer wieder mal vorstellen.

Also, liebe Branche – mitmachen. Das Boot ist noch nicht fertig gezeichnet, es wird Schritt für Schritt entworfen und an die Gegebenheiten angepasst – auch an die Ausstattung.

Übrigens: das Bild zeigt nicht den fertigen Entwurf. Ich habe ein 3D Modell nur mal selbst aufgemacht:

Bente in der Mache @ Digger Hamburg

Die noch nicht fertige Bente in der Mache
@ Digger Hamburg

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Digger Hamburg

Kleiner segeln - größer leben. Filmemacher und Autor Stephan Boden verbringt jeden Sommer auf dem Wasser. Früher auf seiner VA18 "Digger" jetzt auf der Bente24, die er selbst initiiert hat. "Auf See habe ich Zeit, das schärft den Blick für Details." Zu seinem Blog geht es hier
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12 Kommentare zu „Kleinkreuzerprojekt: Aufruf zum Mitmachen – Branchenspielplatz“

  1. avatar Alex sagt:

    Auch eine spannende Lösung für einen Motor.
    Die Kosten sind gerade so überschaubar.

    http://www.smart-waterdrive.de/bildergalerie.html

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  2. avatar Super-Spät-Segler sagt:

    Bei dem breiten Heck ist ein Doppelruder eigentlich Pflicht, denn selbst das nicht unansehnliche Ruder in der Mitte fällt doch bei 45° Krängung schon fast trocken…

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    • avatar digger.hamburg sagt:

      Wie ich sagte: kein fertiges Model

      Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 7 Daumen runter 12

      • avatar Super-Spät-Segler sagt:

        Hätte ich jetzt auch gesagt 😉

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        • avatar digger.hamburg sagt:

          Das war das Aprilscherzmodell auf meinem Rechner, dem ich die 2 anderen Blätter abmontiert habe..,.

          Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 3 Daumen runter 9

  3. avatar du28 sagt:

    Ein Motor wird echt überbewertet! Aber wenn Bente nicht paddeln soll, warum nicht mit eAntrieb. Ist ja nur für in den Hafen..

    http://www.lindner-marine.de/motore-antriebe.html

    oder doch nen Aussenborder als Innenborder, alles dran, nur noch nen Tank fehlt:

    http://www.bootsbau-nixx.de/html/technik__maschine__kiel__ruder.html

    Euch viel Spass beim zeichnen / planen / bauen.

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    • avatar Hinnerk Bodendieck sagt:

      Und was ist mit den Verbot in Marinas zu Segeln? Selbst in den wenigen Häfen, die räumlich das Ein- und Auslaufen unter Segeln ermöglichten finden sich im Kleingedruckten der Hafenordnung nicht selten entsprechende Verbote, „ist ein Motor zu benutzen, sofern er an Bord ist”.

      Da hat man im Schadensfall schlechte Karten…

      Dabei wird das geliebte Hafengetue durch kaum etwas wirkungsvoller belebt als durch gekonnte Manöver unter Segeln, Spaß macht es auch und der Seemannschaft dient die Übung ebenso. Schade also.

      Und was sagt Ihr zum Wriggriemen? Ausreichend lang und in gut platzierter Dolle kann man damit Wunder vollbringen, ein bißchen Übung vorausgesetzt. Und zum Stoppen die Pütz über Bord, wie früher.

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      • avatar digger.hamburg sagt:

        Hinnerk, das hast Du glaube ich falsch verstanden. Ich schreibe ja nicht, dass gar kein Motor dran soll. Nur eben kein Einbaudiesel. Es gibt ja genug einfache, leichte und kostengünstige Alternativen zu einem Diesel. Auch für Hafenmanöver.

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        • avatar Hinnerk Bodendieck sagt:

          Sorry Digger,
          ich habe eigentlich auf den nachfolgenden Text antworten wollen, war mein Versehen.

          Aber der Wriggriemen wäre auch für Dein Boot interessant oder? Wenn man gerade nicht wriggt liegt er zwar im Weg, dafür aber kann man mit ihm fremde Boots auf Distanz halten oder die Wassertiefe auf analoge Art prüfen – was doch Deiner Philosophie entgegenkäme? Würden wir alle wriggen gäbe es sicherlich bald ein veritables Angebot an Titandollen und Kohleriemen (als Teleskop-Klapp-Falt-Ausführung) und vielleicht auch als Spibaum verwendbar…

          Auf alten Fotos kann man bisweilen tonnenschwere Fischereifahrzeuge der französischen Atlantikküste sehen, gewriggt von zwei Männern gleichzeitig, an jedem Ende des Spiegels eine Dolle – ist doch Klasse!

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  4. avatar Mirko Hepp sagt:

    Ich finde das Thema Motorisierung bei einem 24ft Boot wird oft falsch angegangen:
    Eigentlich benötigt man doch keinen Antrieb um in den Hafen ein- und auszulaufen (der dann möglichst schnell griffbereit sein sollte und über genug Power verfügen muss, um für kurze Zeit auch gegen ordentlich Wind und Wellen anzukommen). Bei Wind segelt auch ein einigermaßen unerfahrener Segler das Boot in und aus dem Hafen.
    Der Motor wird doch dann erst wichtig, wenn man draußen in einer Flaute steckt. Dann hat man auch Zeit, den Motor erstmal betriebsklar zu machen, ihn evtl. aus einer Backskiste zu kramen und mit einer Durchschnittgeschwindigkeit wie beim Segeln (4-5kn), eine halbe typische Tagesetappe (10-20nm), auf einigermaßen glatten Wasser, nach Hause zu motoren.
    Könnte man nicht Kocher, Heizung und Motor kombinieren???

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    • avatar Christian1968 sagt:

      Ich bin anderer Meinung. Gerade in verwinkelten Gewässern und ganz engen Ansteuerungen, aber auch in den heutzutage extrem verwinkelten Häfen geht es ohne Motor kaum. Die von dir beschriebenen Situationen auf See würde ich eher zum Chillen nutzen 😉

      Man sieht, auch da gibt es mehr als eine Meinung…

      Ahoi

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  5. avatar Florian Demler sagt:

    Super Entscheidung das mit dem ohne Diesel. Alles andere hätte auch nicht zum Konzept gepasst.
    Ich bin der Meinung man sollte am ehesten einen fertigen oder aber speziell langschaftigen E- Außenborder mit hohem Wirkungsgrad und abgestimmtem Prop ala Sailpower verwenden, dabei wird das Spiegelgewicht reduziert, der (LiFePO4!) Akku kann in den Bug wandern und verbessert weiter den Längstrimm. Der Motor kann, ja fast schon einhändig) abgenommen und verstaut werden. Durch den Bordakku hat man auch gleich etwas Engergie an Bord…Led Beleuchtung und mobilgeräteauflafung via dc/dc wandler.

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