Knarrblog: Dennis Conner – Held aus vergangenen Zeiten

Big Bad Dennis

Als am Wochenende die Starboot-Crews in Nassau mit Mr. America’s Cup Dennis Conner posierten, war da wieder diese Erinnerung von 2004. Damals traf ich den Held meiner Jugend erstmals von Angesicht zu Angesicht und…war schwer erschüttert.

Dennis Conner

Dennis Conner in Aktion auf seinem Starboot als er noch der vielleicht beste Segler der Welt war. © SSL

Als Optisegler wollten wir alle kleine Conners sein. Der Mann galt als bester Segler der Welt. Er hatte das Segeln zum echten Sport gemacht. Und seine freche Art mit dem Segel-Establishment umzugehen war auch noch irgendwie cool.

Nun stand ich am Genfer Flughafen im Gang des Fliegers in einer Schlange, den Kopf in dieser entwürdigenden Art unter die Kabinen-Abdeckung gepresst, weil da so ein unförmiger Typ ewig mit seinem Handgepäck hantierte.

Dennis Conner

Dennis Conner. © Phil Konstantin

Der Flieger war voll mit Journalisten, die von den Alinghi Organisatoren eingeladen worden waren, um erstmalig zum nächsten America’s Cup Revier zu fliegen. Erst in Genf wurde verkündet, dass es nicht nach Lissabon, Neapel oder Marseille gehen sollte sondern nach Valencia.

Im Flugzeug “saß” die glänzende Cup-Kanne ordentlich festgeschnallt in der ersten Reihe  und dahinter hatte dieser Mann eine ganze Bank für sich alleine. Dennis Conner. Was für ein Schock. Der Supersegler war zum Rainer Calmund des Segelsports mutiert. Ob es der Erfolg war, der Abstieg oder eine Krankheit, die ihn aus dem Leim hat gehen lassen? Schade, als sportliches Vorbild taugte er nicht mehr.

Dennis Conner

Conner legt seine Pranke auf Robert Stanjeks Schulter. © SSL/Carlo Borlenghi Studio Borlenghi

In Nassau trat Big Bad Dennis seit langer Zeit einmal wieder in der Segel-Öffentlichkeit auf. Etwas Volumen scheint er verloren zu haben. Als 71-Jähriger schüttelte der zweimalige Starboot-Weltmeister als ehemaliger Klassen Held den aktuellen Champs die Hände. Niemandem sonst gelang es, eine Star WM ungeschlagen mit sechs Siegen zu gewinnen (1977).

Schön, das alte Foto zu sehen, auf dem Dennis sicher als einer der wenigen Steuermänner damals mit extremer Ausreitposition die Arbeit an der Pinne ausführt. So sehen Meister aus. So sollte mein Held aussehen. Grund genug, noch einmal in den Tiefen des Netzes nach seinen großen Stunden zu suchen.

Conner gewinnt den America’s Cup zurück 1987:

Conner verlässt ein Interview-Studio in Neuseeland nach Provokationen von Journalist Paul Holmes. Gerade war Gericht-Enstscheidung bekannt geworden, dass die Katamaran Verteidigung 1988 gegen den riesigen Einrumpfer von Michael Fay “unsportlich” gewesen sei und die Kiwis den Cup gewinnen würden. Die Entscheidung wurde später wieder rückgängig gemacht. Holmes wollte nun von Conner eine Entschuldigung hören.

Mr.America’s Cup:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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20 Kommentare zu „Knarrblog: Dennis Conner – Held aus vergangenen Zeiten“

  1. avatar Erbsenzähler sagt:

    Segel-Calli hin oder her – egal.
    Bleibt der Held meiner Jugend!

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  2. avatar x-claim sagt:

    Es war Ihre Entscheidung sich Dennis Connor als Vorbild zu nehmen. Wenn er Ihnen heute nicht mehr genügt, dann halt nicht, es wird ihn kaum interessieren. Aber warum dieser Artikel? Weil das Vorbild dicker geworden ist als man es sich wünscht?

    Mein Gott, seien sie doch dankbar, das er sie inspirieren konnte, warum jetzt mit Häme übergießen – es ist doch ihre Entscheidung, ob sie ihm weiter nacheifern wollen, oder ob sie damit durch sind – wen interessiert das!

    Verbannen sie alles was alt, dick, oder beides wird aus Ihrem Leben und schauen sie zukünftig besser nicht mehr in den Spiegel. – sie könnten sonst eines Tages erschrecken.

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    • avatar x-claim sagt:

      PS Mein Vorbild war er nie.

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    • avatar SR-Fan sagt:

      Jetzt übertreiben Sie mal nicht, sonst unterstellt man Ihnen noch eigene Betroffenheit 😉
      Ich bin inhaltlich mit dem Artikel auch nicht einverstanden aber das kann man auch anders äußern. Das Körpervolumen als alleinigen Artikelinhalt ist wirklich etwas dünn. Zudem war er auch schon am Steuer der Cuppers kräftig gebaut.
      Ein Teil der Leser des Artikels wird zudem vor dem selben Problem stehen – hängt nur vom Alter ab. Die Frage ist nur, ob sie dann auf so ein erfolgreiches Leben zurückblicken können und alleine in der Reihe hinter der Cup-Kanne sitzen dürfen 😉

      VG

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    • avatar Erbsenzähler sagt:

      Hä? Krawallwasser getrunken?

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    • avatar Erbsenzähler sagt:

      Btw @xclaim: Sie verwechseln das vermutlich mit Sarah Connor.
      Dennis wird im Nachnamen mit einem “e” geschrieben.
      Soviel Zeit & Rechtschreibung muss sein – für eine lebende Legende. 😉

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  3. avatar x-claim sagt:

    Übrigens – wenn ich die 100.000 Zuschauer auf den Molen von Fremantle sehe, kann ich kaum glauben, das es im Jahre 2013 mehr Zuschauer gewesen sein sollen…

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  4. avatar Olli sagt:

    Wie unsportlich war der Kat der Amerikaner 1988? Bei allem was ich weiß wollten die Neuseeländer ein Ding drehen wie Larry Ellison 2010. Das ist schonmal nicht besonders sportlich.

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    • avatar Erbsenzähler sagt:

      Was hat denn das jetzt mit der Lebensleistung von Dennis Conner zu tun?

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      • avatar x-claim sagt:

        Ich denke Olli wollte darauf hinweisen, das 1988 nicht Connor der böse Bube war, sondern die Kiwis, die mit ihrem Monsterboot versuchten eine vermeidliche Lücke in den Statuten zu nutzen.

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        • avatar Olli sagt:

          Genau das meine ich. Fay hat zuerst das Entwicklungsprogramm für die Riesensloop anlaufen lassen und dann eine Herausforderung abgegeben. Der SDYC hatte weder das Geld noch die Zeit, solch ein Boot zu bauen. Sie hätten den Cup abgeben müssen. Darauf hatte Sir Michael spekuliert. Sportlich ist anders. Da ist der Kat eine wirklich geniale Idee. Warum sollten die Gründerväter der DoG schon an Mehrrümpfer gedacht haben? Eigentlich eine sehr schöne David/Goliath Adaption. Die Nationen würde man eigentlich genau anders herum vermutem.

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        • avatar stefan sagt:

          …das ist doch Unsinn!

          1988 war keiner von beiden ein böser Bube. Es war eine ganz gewöhnliche DoG-Herausvorderung. Die sieht eine Herausforderung mit min 44ft und max. 90ft vor. Dabei hatten die Neuseeländer angegeben wie lang (Wasserlinie) und wie breit das Schiff ist mit dem sie antreten wollten. Allerdings wurde nichts darüber gesagt, ob es ein Ein- oder Mehrrümpfer sein sollte. Und weil aufgrund der grossen Breite die Amerikaner sich nicht sicher waren mit was die da kommen würden, haben sie einen kleinen aber sehr schnellen Kat entwickelt. Was nach Aussagen von Conner auch das max. machbare in der kurzen Zeit war.

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  5. avatar <°((( ~~< sagt:

    Aus dem Kopf, Erinnerungsvermögen:
    Das Kiwi-Monster passte mit seinem einen Rumpf in das Regelwerk. Dass die Deed-of-Gift im Jahr 1887 (oder wann auch immer) Katamarane mit Wing vorgesehen hätte, mochte sich zu diesem Zeitpunkt außer Dennis Conner und einem einzelnen amerikanischen Richter niemand vorstellen. Nach so einem Richter mussten sie auch lange suchen.

    Nach meiner Interpretation ist eine der Grundlagen von Fairness, dass man sich an die vorher bekannten Regeln hält, und nicht, dass man sie hinterher so lange in Frage stellt bis sie jemand zu den eigenen Gunsten umschreibt.

    2010 in Valencia war diese Tür zum Mehrrumpfboot bereits offen. Die Prozesshanselei hatte Conner vorexerziert.

    … alles aus der Erinnerung bitte, legt die Goldwaage ruhig wieder weg…

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    • avatar x-claim sagt:

      Hübscher Goldfisch 🙂

      Jupp so in etwa war es wohl. Jeder wusste, das auch größere Boote regelgerecht sind (z.B. J-Klasse). Doch man hatte sich darauf “geeinigt” nur noch mit 12mR zu segeln. Davon sind die Kiwis dann mit Ihrer Herausforderung abgewichen und haben den zeitlichen Rahmen zudem so bestimmt, das den Amis kaum Zeit für eine eigene Entwicklung blieb. Dies alles entspricht wohl den Statuten – wenn man ehrlich ist , dann war es aber wohl auch ein wenig unsportlich – so sehe ich es zumindest heute, 1988 habe ich mich mächtig über diese Spitzfindigkeit der Kiwis gefreut.

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  6. avatar jorgo sagt:

    Nun stellt sich natürlich wieder einmal grundsätzlich die Frage, wie “rein”-sportlich der AC eigentlich ist?
    Eine Laser-WM ist sicherlich das krasse Gegenteil davon.
    Da muss nun jeder selbst entscheiden wie er dazu steht.

    Zum Thema Körperfülle: Vielleicht ist der arme Dennis Corner ja wirklich einfach nur ziemlich krank und muss hochdosierte Medikamente nehmen?? Sich darüber lustig zu machen ist generell ziemlich billig…. .

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  7. avatar andreas borrink sagt:

    1977 vor Kiel waren es fünf Siege (und ein Streicher):

    http://starclass.org/history/worlds1.htm

    Aber überlegen war DC trotzdem. Es hieß damals, er habe den armen Sune Carlsson in der letzten Wettfahrt in die hintere Hälfte gesegelt um dann selbst das Rennen noch zu gewinnen. Und der Schwede hätte danach nie wieder zu seiner alten Form gefunden…..Ich weiss zwar nicht, ob das stimmt, aber ich habe es damals gern geglaubt und DC dafür bewundert.

    Irgendwann in den 80ern bin ich dann – als Crew bei Alex Hagen – beim Einladungsmatchrace vor Niendorf/Ostsee (jawoll, da war er!) gegen ihn im Halbfinale ausgeschieden. Wir hatten am letzten Fass Innenposition, das schwöre ich, aber er hat dicht gemacht, “no overlap” gegrölt und die Jury gab ihm recht. Und dann, abends, an der Bar, der große Moment: Big Bad DC erklärt MIR, warum: “Klar wart ihr drin. Aber das Juryboot lag weit ausserhalb der Peilung – auf sowas müsst ihr achten….cheers!”

    Sowas prägt ein Seglerleben. DC, du bleibst mein Held, Calmund-Look oder nicht!

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    • avatar Erbsenzähler sagt:

      Danke für diese Story, Andreas!

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    • avatar Kielschwein sagt:

      Hm …da kling irgendwie schizophren…oder wie Stockholm Syndrom. Er betrügt euch, also er bricht die Regeln.Man könnte sagen er kann er sich durchsetzen weil er falsch spielt und kommt damit durch.
      Und dafür wird er bewundert….von denen die er betrogen hat und sie sehen zu ihm auf.

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      • avatar andreas borrink sagt:

        Das ist wohl nicht ganz falsch. Ich würde sein Verhalten mal als “abgebrüht” bezeichnen.

        Sicher hätte er in diesem Moment auch ganz fairer Sportsmann sein und die Tür aufmachen können. Aber dann wäre die Aussicht auf die (ausgelobten und am Ende leider nicht ausgezahlten….) 100.000,- DM Preisgeld flöten gewesen.

        Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, wie ich (das betrifft jetzt nicht Alex!) mich verhalten hätte, wäre es umgekehrt gelaufen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit aber genauso.

        PS: Es war auch echt ganz schön knapp…..ich weiss noch, dass wir den Spi in dem Moment ziemlich weit haben auswehen lassen. Da hätte man in einer normalen Wettfahrt trefflich dran rumprotestieren können.

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    • avatar Lyr sagt:

      Hammer Kommentar!! Danke für diese kurze Anekdote 😀

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