Knarrblog: Mit Bente unterwegs beim Sommertörn – diese blöde Brücke

Gefühl der Verbundenheit

Fühlt sich irgendwie komisch an. Der erste Sommertörn ohne die Kids. Sie treiben sich in der Weltgeschichte herum. Wellenreiten, Jugendlager, unterwegs mit den Kumpels. Werden halt groß die Kleinen. Der Lauf der Zeit.

Natürlich ist ein wenig Wehmut dabei. Aber es gibt ja auch Vorteile. Frühstück vor 13 Uhr, eine gewisse Ordnung an Bord, keine Notwendigkeit für ein Bespaßungsprogramm und die Möglichkeit, ein kleineres Schiff zu chartern.

Wir probieren die viel besprochene Bente24 aus. Bei Renz Yachting am Steg in Schleswig, wo auch unsere Varianta liegt, gibt es seit dieser Saison eine der neuen Yachten. „Spritzz“ heißt sie.

Kein Luxusurlaub

Von innen ist sie noch etwas gewöhnungsbedürftig die Gute. Ne Menge Platz zum Schlafen und Bewegen unter dem orangen Dodger aber die Systematik beim das Stauen erschließt sich noch nicht so richtig. Wir lassen unser Zeug in den Taschen.

Aber es ist klar, dass kein Luxusurlaub ansteht. Vielmehr soll Bente beim Segeln bestechen. Und hier hält sie schon mal  ihre Versprechen. Beim Test lag sie noch etwas schwerfällig auf dem Ruder, weil das Blatt des Prototypen noch nicht richtig austariert war. Aber dieses Manko ist längst behoben.

Die lange Pinnenausleger liegt sensibel zwischen zwei Fingern. Dieses Schiffchen reagiert so  kontrolliert auf das Ruder, dass man glaubt, beim Hafenmanöver den kleine Quirl am wackligen Heck-Gestänge gar nicht zu benötigen.

Ein Genuss

Die ersten Meilen auf der Schlei sind ein Genuss. Auch bei wenig Wind bewegt sich das Schiffchen vorwärts, wenn andere gar nicht auf die Idee kommen, den Motor auszumachen.

Vor der Brücke von Lindaunis lasse ich das Groß oben und den röhrenden Flautenschieber aus. Wir treiben bei schlapper Brise an den Wartenden vorbei. Jederzeit ist das Schiffchen kontrollierbar. Ein angenehmes Gefühl der Verbundenheit, die ich von einer J/70 kenne aber bei einem Cruiser noch nicht erlebt habe.

Doch der Spaß kommt an seine Grenzen, als immer weniger klar wird, ob sich diese verdammte Brücke heute überhaupt noch einmal öffnen wird. Wir haben schon von den Problemen gehört. Aber eben war sie doch oben. Nur Minuten kamen wir zu spät. Also wolle uns da jemand ärgern, senkte sich das Stahl-Gestänge vor unserer Nase.

Nun treiben wir schon seit fast zwei Stunden hier herum, obwohl sich das baufällige Bauwerk jede Stunde heben und senken soll. Genaue Informationen, ob das heute noch etwas wird, haben aber auch die Crews auf den anderen Fahrtenyachten nicht. Wir wollen schon wieder nach Missunde abdrehen, da hat der Ober-Brückenöffner doch noch ein Einsehen. So wird es an diesem Tag doch noch Kappeln als Etappenstopp.

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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Ein Kommentar „Knarrblog: Mit Bente unterwegs beim Sommertörn – diese blöde Brücke“

  1. avatar jonas sagt:

    Vielleicht wollte der Brückenwärter schlicht keine Passage unter Segel und hat dir deswegen vor der Nase zugemacht?

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 3

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