Knarrblog Sommertörn: 13 Stunden von Læsø nach Grenaa – Teil A

Meilen fressen im Kattegatt

Immer wieder die Rückfahrt. Seit Jahren verlassen wir unsere Freunde beim Sommertörn nach gut einer Woche, weil sie es ständig hinbekommen, den Rücktörn wegzuorganisieren. Eine andere Crew segelt das Schiff zurück. Abgesehen davon, dass das unsportlich und wettbewerbsverzerrend ist, setzt es uns unter Druck, den richtigen Absprung-Zeitraum zu finden.

So verbringen wir regelmäßig einen ziemlich gechillten ersten Urlaubsteil – diesmal trödelten wir vier Tage auf Anholt rum – entfernen uns dennoch weiter vom Heimathafen, versuchen den Trennungszeitpunkt hinauszuzögern und rasen dann zurück.

Diesmal sind wir eigentlich in der glücklichen Lage, das Ende nicht auf einen genauen Zeitpunkt festlegen zu müssen. Dennoch rufen die Pflichten.

Klecks, einer der beiden Kuschel-Monster im Hause Kemmling © SegelReporter.com

SR ist außerordentlich schwer aus der Ferne zu bestücken. Und außerdem sind da diese verdammten Kaninchen. Eine schwache Minute, einmal möglicherweise unkonzentriert hingehört oder die Konsequenzen nicht richtig bedacht, und nun habe ich diese ach so süßen Kuschel-Monster am Hals.

Sie bestimmen den Zeitplan. Als gäbe es nicht genug zu organisieren. Es heißt, irgendwie bekämen die zwar ihr Futter aber besser wäre es… Toll. Klar ist, dass ich der Buhmann wäre, wenn sie ihrem weiteren Leben einen Sinn als Handschuhe verleihen würden. Solche Überlegungen kommen gar nicht gut an.

Also ist Mittwoch angepeilt. Da soll die eine Nachbarin den Viecher-Dienst bei der anderen übernehmen, oder so ähnlich.

Also Gas geben. Dem schönen Ritt durch die Schären vor Göteborg folgen erst noch zwei Regentage in der Stadt. Wir sparen uns aber den einstündigen Motor-Weg von Langedrag in den Stadthafen Lilla Bommen und lassen die Freunde vorfühlen. Nach 27 Minuten mit der Straßenbahn sind wir wieder vereint, sehen den neuen Harry Potter auf Englisch mit schwedischem Untertitel und entlassen die Jungs zur Shopping Tour.

Die vollendete Familien-Harmonie wird zwar zeitweilig durch den Sohnemann-Mutter-Kleinkrieg über die zweckmäßigste Hosenbund-Höhe (Sinn und Unsinn des Maurer-Dekolletés) getrübt, aber schließlich kann man sich darauf einigen, dass an Bord andere Regeln herrschen als auf der freien Wildbahn.

HH-Rahlstedt via Kiel ist das Ziel und wieder einmal Wind und Strom gegen an © SegelReporter.com

Während die Freunde einer weiteren Woche in den Schären entgegensehen peilen wir den Rückweg nach Kiel an. Eigentlich haben wir nicht besonders eng geplant. Aber natürlich soll der Wind in den nächsten Tagen auf Süd drehen. Und natürlich strömt auch das Wasser wieder aus den Belten heraus. Immer gegenan. Immer auf die Mütze.

 

Hier geht es zum zweiten Teil, dem Teil B.

 

 

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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