Knarrblog: DK Sommertörn Anholt – Schären

Schweden Schären. Über die Faszination von Steinen

Erster Anleger an schwedischen Steinen. Zehn Minuten nach der Ankunft sitzen die Kids in einer Fels-Wanne. © C. Kemmling

Von Carsten Kemmling

Wie kann man sich nur auf Steine freuen? Jede Menge Rockies. Felsen, die man normalerweise gerne weiträumig umfährt. Aber in Schweden soll es toll sein. Erstmalig wagen wir den ganzen Sprung über das Kattegatt.

Bisher hat es zweimal nur für Anholt gereicht. Aber der Wind treibt uns diesmal so hübsch zu den Wikingern, dass keine Zweifel bestehen, die sagenhafte Westküste tatsächlich zu erreichen.

Alle Kenner sagen, man muss schon drei bis vier Wochen einplanen, um Spaß in den Schären haben zu können. Nun, wir haben nur zwei Wochen und wollen trotzdem einmal einen Blick in die raue Felslandschaft werfen.

Einige Leute nennen sie sogar „Garten“. Dabei dürfte der harte Untergrund herzlich wenig mit einem lieblich, weichen Gärtchen zu tun haben. Die Zweifel nagen, ob wir uns so weit nach Osten wagen sollen. Schließlich können heftige Westwinde ziemlich schnell den Rückweg versperren.

Der Hanse 320 Tender macht auf der Überfahrt von Anholt nach Schweden eine gute Figur © C. Kemmling

Aber wir sitzen schließlich auf einer schnellen Dynamik 35, die auch gegen den Wind segeln kann. Das erweitert den Planungsradius. Es ist zwar gemein, dass unser schmales, langes Teil mit Camping-Komfort in den Häfen jeweils teuerer berechnet wird, als die befreundete Hanse 320, aber das ist zu verschmerzen.

Wir fühlen auch eine gewisse Verpflichtung, der Hanse auf ihrer Überfahrt nach Schweden beizustehen, weit klar ist, dass es dort an Bord ein echtes Fäkalientank-Problem gibt. Der Auslass ist verstopft. Und je besser das Wetter, je höher die Temperatur im Tank, je effektiver der Gärungsprozess, umso eher droht das Teil zu explodieren.

Wir wollen in diesem Fall zwar nicht in unmittelbarer Nähe sein – das wäre der Freundschaft zu viel – aber wir bereiten uns dennoch auf den Einsatz als Rettungsboot vor. Der Trip nach Schweden ist also auch eine Begleitfahrt zu einer geeigneten Absaugstation.

So gehen wir ziemlich unbedarft an die Sache mit den Schären heran. Als sie dann vor uns liegen – die ersten zaghaften Ausläufer – machen sie auf Anhieb mehr Eindruck als erwartet.

Normale Häfen kommen einem im nächsten Moment ziemlich spießig vor. Hier wirft man den Heckanker, steuert vorsichtig mit dem Bug so nahe an die Steine, wie man es sonst nie tun würde und findet – hoffentlich – ein Festmacher-Auge im Felsen für die Vorleine.

Die Kinder springen auf ihre private Trauminsel sobald das Schiff festliegt und erkunden das Abenteuerland. Dazu ein Manöver-Sekt auf der Mutter aller Steine und fertig ist das erste Schären-Erlebnis. Wow! Was für ein Ausblick! Steine können durchaus Spaß machen, solange sie kontrolliert vor dem Bug liegen und nicht unbekannt unter dem Rumpf lauern.

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Carsten Kemmling

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