Superyacht: Die Lobanov-Vision vom 133 Meter Luxus-Segler der Zukunft

Gucken, ob jemand anbeißt

Phoenicia, Lobanov

‘Phoenicia II’: Segelboot oder Objekt für einen Fantasy Film? © Lobanov Design

Der russische Designer Igor Lobanov erregt Aufsehen mit der Studie für einen futuristischen 133 Meter langen Viermast-Schoner , den er „Phoenicia II“ nennt. Seine Zielgruppe sind wohl Oligarchen.

„Seit ich mal etwas wirklich Neues gemacht habe, bin ich geradezu süchtig danach, dieses Gefühl immer wieder neu zu erleben“ sagt Igor Lobanov. Der russische Designer denkt sich in finsteren Moskau, im zugigen Holland oder sonnigen Italien spezielle Sachen aus. Sitzgelegenheiten wie diese hier, Interieurs oder dicke Pötte wie den holländischen 86 m Oceanco-Werftbau „St. Princess Olga“.

Beim panorama-verglasten Viermast-Schoner „Phoenicia II“ beispielsweise ist nicht ohne weiteres zu erkennen, wo vorne und hinten ist. Schiffe, wo das auf Anhieb klar ist, gibt’s wie Sand am Meer. Das 133 m Objekt sieht eigentlich aus wie eine Requisite für einen Fantasy Film. Aber genau so einen Streifen leben Oligarchen anscheinend.

Phoenicia, Lobanov

An ein Helipad ist auch gedacht. Der Großbaum wird dann hochgeklappt. © Lobanov Design

Keine Idee, ob man sich damit an der Cote, vor Cannes oder anderen Küsten blicken lassen kann. Aber ein ziemlicher Hin- und Weggucker ist das Rendering von „Phoenicia II“ schon. Lobanov macht keine halben Sachen. Polarisierende Konzepte sind in. Mit dem Gewohnten geht man als Kreativer oder Eigner heute anscheinend unter.

Richtig praktisch ist „Phoenica“ mit ihrem wavepiercer-artigen Vorsteven und tief zur Wasserlinie hinab gezogenen Achterschiff nicht. Aber mit Zweckmäßigkeits-Gesichtspunkten vergnügt sich eh das niedere Schiffsvolk der Bugsierer, Schiffe-Anbinder, Deckswäscher und Chromputzer. Kann man sich im Port Vauban von Antibes ansehen.

Und weil der Ami, Oligarch, Scheich oder Wahlschweizer zwar gern mit seinem Schiff auffällt und zugleich seine Ruhe haben will, findet das Bordleben auf dem uneinsehbar hohen Oberdeck statt. Oder von neugierigen Blicken abgeschirmt hinter den Lamellen der Panorama-Verglasung. Diese beiden einander eigentlich ausschließenden Interessen bringt die Studie clever in Einklang. So gesehen wäre das Objekt eben doch praktisch.

Phoenicia, Lobanov

Mit den orientalischen Ornamenten seiner ersten ‘Phoenicia’-Studie hatte der Russe 2011 noch eher den Scheich im Blick © Lobanov Design

Ganz neu ist die Studie nicht. Lobanov hat 2011 schon mal ein eher arabisch ornamentiertes Rendering lanciert. Damals war noch von 100 Metern die Rede. Jetzt sind die Ornamente mittschiffs coolen Rippen gewichen und Lubanow hat ein paar Meter drangehängt.

Das Leben als Superyacht-Designer scheint ein bißchen wie Angeln zu sein. Man guckt, ob jemand anbeißt. Erforderlichenfalls wird mit dem Köder und Revier die Kernzielgruppe gewechselt.

Website Lobanov Design

Phoenicia, Lobanov

Die Landtender verdeutlichen die Länge des Bugspriets. Ungewohnt auch die Brücke mit dem exponierten Außensteuerstand © Lobanov Design

Phoenicia, Lobanov

Rendering der ‘Phoenicia II’ mit Steuerstand zum rückwärts einparken ? © Lobanov Design

avatar

Erdmann Braschos

Sein Spezialgebiet umfasst Mega-Yachten, Klassiker, Daysailor und Schärenkreuzer. Mehr über Erdmann findest Du hier.
Spenden
http://nouveda.com

2 Kommentare zu „Superyacht: Die Lobanov-Vision vom 133 Meter Luxus-Segler der Zukunft“

  1. avatar Fastnetwinner sagt:

    Schön ist anders 😉

    Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 1

  2. avatar Breithaupt sagt:

    und nicht mal fluegel segel!! da bin ich aber echt entaeuscht!! 😉

    Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *