Zwölfer segeln in Kiel

"Trivia"-Training für die Rolex Baltic Week

Das Steuer der "Trivia". Es liegt auch beim SegelReporter gut in der Hand.

Sie liegt leicht auf dem Ruder. Erstaunlich leicht. Man kann das Rad loslassen. “Trivia” schäumt exakt gerade durch das Wasser. Wie auf Schienen. Vorbei an Kiel Düsternbrook. Selten unter 10 Knoten auf der Uhr. Wende. Die alte Lady sträubt sich. Ihr dauert es zu lange, bis die Genua wieder dicht ist. Sie will in den Wind. Zieht am Ruder. Bis das Klickern der Bronze-Winsch aufhört. Die Genua ist dicht, der Segelplan wieder ausgewogen.

Es ist ein erhabenes Gefühl, die Dame über die Förde zu steuern. Sie hat etwas Menschliches, Ungekünsteltes. “Trivia” ist kein Produkt endloser Schlepptankversuche, langer Zahlenkolonnen oder ausgeklügelter Computational fluid dynamic Analysen. Da haben vor 73 Jahren Herr Camper und Herr Nicholson die Köpfe zusammen gesteckt, die im Hirn gespeicherten Rumpflinien ihnen bekannter schneller Yachten aufgerufen, einen Stift in die Hand genommen und dann ihrer eigenen Kreativität freien Lauf gelassen. Man glaubt, diesen Hintergrund am Steuer zu spüren.

Wir üben ein paar Wenden, ein paar Halsen, das Timing zur Startlinie. Dann steht auch schon die erste Abendveranstaltung an. “nö shorts, no Flip Flops” heißt es im Programm. Soll heißen, edel mit Blazer.
Rolex ist überall präsent. Ein passender Partner für die schwimmenden Edelhölzer der Sechser, Achter und Zwölfer. Genauso wie der frisch renovierte Kieler Yacht Club. Quasi im Vorgarten gegenüber des Yachthafens räumen die Segler das Buffet ab. Ubgewöhnlich gesittet, höflich verläuft das Segler-Essen. Mal sehen, ob sich der Eindruck an der Startlinie bestätigt, wenn es Ernst wird.

Carsten Kemmling
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