Video Fundstück: Motorboot-Fahrer löscht Feuer mit Heckwelle

Cooler Feuerlöscher

Ein Motorboot-Fahrer zeigt im Video, dass es durchaus Vertreter seiner Spezies gibt, die ihre Kunst am Steuer und Gas beherrschen. Aber Erdmann Braschos erinnert Fälle, die Vorurteile dann doch bestätigen.

Das Video beweist, dass es Motorbootfahrer gibt, die mit Lenker und Gashebel umzugehen wissen. Cool, das Feuer des Kollegen mit der Heck-Protzer-Welle zu löschen. Dabei sei dahingestellt, wie es zur Strandung des brennenden Mobos kommen konnte.

Ludenhobel am Ufer

Gab es eine Meinungsverschiedenheit über den Kurs, wie sie heute in der modernen, gleichberechtigten Beziehung von Mann und Frau schon mal vorkommt? Womöglich ein Handgemenge am Kunstledernen Rad? Wollte sie augenblicklich an Land? Wurde die Spurtreue gegenüber der Fliehkraft bei einer eng genommenen Kurve in Ufernähe überschätzt? War er sonst wie abgelenkt und hat den Ludenhobel brutalstmöglich ans Ufer gesetzt? Wurde mal wieder zu viel aufs Display geachtet und zu wenig als Wasser gelinst? Analoge Navigation soll ja eine piekfeine, sichere Sache sein.

Diese Fragen bleiben während der ersten Augenblicke des Beweisfilms und leider auch darüber hinaus offen. Gleich und gleich gesellt sich gern, sagt man. Nun, die 1:20 min zeigen aber auch, dass Motorbootfahrer erstens eine Aufgabe brauchen und zweitens, dass einige dieser Spezies den Umgang mit Rad und Gashebel durchaus beherrschen, wenn es ihnen wichtig ist.

Dabei ist es naheliegend, wohlfeil und wohl auch eine Art von Dummheit, wenn wir Segler uns ständig über Motorbootfahrer lustig machen. Wenn wir mit Schadenfreude beobachten, wie „die“ es nicht können und so weiter. Ganz einfach, weil Segler und Motorbootfahrer – jetzt mal mit gebotenem Abstand aus circa 500 m Mövenflugperspektive gesehen – das gleiche machen. Am Wochenende eine Auszeit vom Arbeits- und Landleben nehmen.

Außerdem unterscheiden sich viele Eigner oder Charterer von Segelbooten bestenfalls durch den mitgenommenen Mast, wenn sie beim bequemst segelbaren Raumschotskurs mit eingerollten Segeln beispielsweise die Fehmarnsundrinne hinab dieseln. Diese Art des Motorsegelns hat mit Wasser“sport“ so viel zu tun, wie auf einem Mobo den Hebel nach vorn drücken.

Gepflegte Vorurteile

Andererseits erinnere ich anschauliche Beispiele, wie die Spezies wirklich einiges zur Pflege sämtlicher Vorurteile der Segler gegenüber Motorbootfahrer tut. Vor einigen Jahren bat ich die Besatzung eines Angelboots, uns in den verwinkelten Hafen von Spodsbjerg mitzunehmen, weil Freund Volvo, an sich ein ringsum zuverlässiger Bursche unter den Bodenbrettern der Plicht, partout nicht anspringen wollte.

Der Außenborder der auserkorenen Schlepphilfe hatte etwa Maltaklasse, die Besatzung war wirklich freundlich und ohne Umschweife hilfsbereit. Na so wie „Sportskameraden“ einander halt nicht im Stich lassen. Ich war sicher: Das wird. Da kann nichts schief gehen. Die zentralen Sachen waren besprochen, nämlich das so ein Segelboot ähnlich wie ein Eisberg (Stichwort „Tiefgang“) allerhand unten dran hat, ein abgeschlepptes Boot weder Bremse noch Rückwärtsgang hat und wir übrigens auch Zeit. Die Jungs meinten, die hätten sie auch. Sie fuhren also wie erbeten sachte los.

Leider änderten die Burschen zwischen den Molenköpfen von Spodsbjerg aber ihren Plan. Sie gaben Gas, hatten offenbar beschlossen, das lange, 9 t schwere und 2 m tief gehende Boot als eine Art Beifang zu ihren Dorschen während der Ansteuerung des nördlichen, flachen und schweineengen Hafenbeckens für Wasserflöhe, Mietnachen, Reusen und Kinderkescher einfach hinten dran zu lassen.

Oder sie hatten den Schlepp einfach vergessen. Dabei war die Maßnahme klar besprochen – langsam bis in Reichweite der Pfosten zu den anderen Boote mit den Masten oben drauf püttern und loslassen. So wurde es ein haariges Manöver.

Gewollt, aber nicht gekonnt

Zweites Beispiel: Nachdem wir es am nächsten Tag unter Segeln mit Geduld, Glück, Spucke, etwas Augenmaß und Restfahrt nach Orth auf Fehmarn geschafft hatten, drückte der Wind Morgens genau auf die schmale Rinne. Leider hatte der freundliche Motorbootfahrer, der uns „kein Problem!“ in Schlepp nehmen wollte, anscheinend eine neue Freundin dabei.

Als die Rinne entlang der Pfahlreihe nach mehreren zügigen Losfahrversuchen in sämtlichen Richtungen mit hellblauem Dunst generös verfeuerten Zweitaktgemischs ungefähr bis Landkirchen eingenebelt war, erbarmte sich Segelfreund Axel. Der hatte an seinem Mälarboot in etwa den gleichen Außenborder, wie der Motorbootfahrer, einen Plan und außerdem grad keine neue Freundin dabei. Er wusste, wo man die Schleppleine anbindet und wo die Hafenausfahrt liegt.

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Erdmann Braschos

Sein Spezialgebiet umfasst Mega-Yachten, Klassiker, Daysailor und Schärenkreuzer. Mehr über Erdmann findest Du hier.

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4 Kommentare zu „Video Fundstück: Motorboot-Fahrer löscht Feuer mit Heckwelle“

  1. avatar Wilfried sagt:

    gibt natürlich auch ne simple Erklärung. Der Motor gerät in Brand durch technischen Defekt und der verantwortungsvolle umsichtige Motorbootfahrer steuert das Ufer an um die Besatzung ion Sicherheit zu bringen. Motorboote explodieren nur in Filmen wenn sie ans Ufer stoßen.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 0

  2. avatar Erdmann sagt:

    stimmt, das dürfte die naheliegende Ursache für die Strandung sein. Ich gebe zu, dass ich selten mit heißen und fettigen Motoren durch die Gegend brumme.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

    • avatar Wilfried sagt:

      ich auch nicht das einzige Motorboot das ich selbst fahre ist das Trainingsmotorboot des Segelclubs für Regattaeinsätze. Ansonsten immer ein Mast muss drauf und das Boot so gut segeln das man schon bei 2 Windstärken das Wasser am Rumpg kurgeln hört. 😉

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  3. avatar TBC sagt:

    Eine Zeile hätte auch gereicht. Ein selten sinnloser Artikel auf dieser Seite.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 2 Daumen runter 6

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