Loick Peyron: Segel-Held segelt auf den Spuren von Eric Tabarly mit “Pen Duick II”

Legenden unter sich

Loick Peyron hat die direkte Transat Vorbereitung auf der historischen “Pen Duick II” gestartet. Er segelt im alten Stil nach historischen Vorgaben über den Teich.

Der Franzose Loick Peyron (56) ist die zurzeit wohl größte Segelpersönlichkeit Frankreichs auch wenn seine Reputation  bei den Landsleuten etwas gelitten haben mag, seit er beim America’s Cup nicht das französische Team sondern Artemis aus Schweden unterstützt. Aber nun unternimmt er ein Abenteuer, mit dem er die Herzen der Segel-Nation gewinnt.

Peyron startet am 3. Mai mit der legendären Holz-Ketsch “Pen Duick II”, mit der sein großes Vorbild Eric Tabarly 1964 das Einhand Transatlantik-Rennen OSTAR gewann. Er war gut drei Tage schneller als der zweitplazierte Francis Chichester, der noch die erste Auflage hatte gewinnen können und erhielt von Präsident  Charles de Gaulle mit der Légion d’honneur die höchste Auszeichnung des Landes.

Nun will Peyron in Gedenken an den alten Seehelden, der 1998 über Bord fiel, erneut mit dem alten Schiff bei der Regatta starten, die inzwischen The Transat Bakerly heißt. “Pen Duick II” wird ihm von der Segelschule in Quiberon zur Verfügung gestellt, die im Besitz des Klassikers ist und regelmäßigs Törns damit unternimmt.

Mit alter Technik navigieren

Dabei betont Peyron, dass er keine modernen Navigationsmittel zum Einsatz bringen will. Aus Sicherheitsgründen werde zwar ein AIS-Erkennungssystem installiert, aber den Weg will er auf klassische Weise unter anderem per Sextant finden. Im Idealfall möchte der America’s-Cup-Sieger (Alinghi 2010) und aktuelle um-die-Welt-Rekordhalter Tabarlys Zeit von 27 Tagen und 3 Stunden unterbieten.

Das Abenteuer folgt der Ankündigung vom vergangenen Jahr, als Peyron eigentlich mit einem alten Holz-Trimaran die “Route du Rhum” bestreiten wollte. Dabei handelte es sich um das Schwesterschiff des Tris, mit dem Mike Birch 1978 die Atlantik-Regatta mit 98 Sekunden Vorsprung vor dem Favoriten Michel Malinovsky gewann. Peyron bezeichnet Birch mehr noch als den älteren Tabarly als seinen “Jedi Master”, dem er am meisten zu verdanken hat.

Das Überholmanöver von Birch 1978 kurz vor dem Ziel:

Aber den Start bei der Route du Rhum brach Peyron ab, weil er kurzfristig als Einhand Skipper des Maxi Trimarans “Banque Populaire” für den verletzten Armel Le Clea’ch einsprang. Dabei schaffte er tatsächlich das Kunststück, den größeren und schneller eingeschätzten Tri “Spindrift” mit Yann Guichard am Steuer zu besiegen.

 

 

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Loick Peyron: Segel-Held segelt auf den Spuren von Eric Tabarly mit “Pen Duick II”“

  1. avatar Breizh sagt:

    Klasse Idee und ich bin sehr auf das Ergebnis gespannt.

    Was mich aber einmal interessieren würde, weshalb die Konstruktionsform der Ketsch oder Yawl nicht mehr weiterentwickelt wurde bzw. heute nicht mehr zum Einsatz kommt? Was war der Vorteil zu damaliger Zeit und weswegen ist er es heute nicht mehr? Schließlich war bei der Vendée Globe 2000/01 noch ein Zweimaster dabei.

    Vielleicht findet sich ja jemand, der hierzu etwas mehr Fachwissen hat. Oder es wäre mal ein Thema, welches inhaltlich von den Segelreportern aufgegriffen wird.

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