Atlantic Rally for Cruisers Video: 217 Normalo-Crews stellen sich der Herausforderung

Das Land-in-Sicht-Erlebnis

Eine Atlantik-Überquerung ist immer noch die ultimative Herausforderung für viele Segler. Der Mount Everest des Segelns. 217 Boote mit 1188 Seglern aus 28 Ländern sind wieder auf dem Weg von Las Palmas auf Gran Canaria Richtung St.Lucia. Die Atlantic Rally for Cruisers macht es möglich. Zum 26. Mal schickt der World Cruising Club eine Flotte über den großen Teich. 22 deutsche Yachten sind dabei.

Ich habe schon einige Reportagen über die ARC geschrieben, war beim Start in Las Palmas und habe im Ziel auf St. Lucia mit Teilnehmern über ihre Erlebnisse gesprochen. Die Aussagen ähneln sich: Diese Rally ist für den Normalo-Segler die perfekte Herausforderung. Hier segeln Bavarias, Beneteaus und Hanses über den Teich. Es um das Ankommen, das Land-in-Sicht-Erlebnis nach langer Zeit auf See.

Das ARC Feld beim Start unter der Kathedrale Santa Ana in Las Palmas auf Gran Canaria. © World Cruising

Alle Crews schwärmen von dem Moment, wenn sich nach 16 bis 21 Tagen an Steuerbord die sanften Umrisse von Martinique über der Kimm erheben und an Backbord die kantigen Kontouren der Vulkaninsel St. Lucia.

Das Bezwingen des Atlantiks ist eine besondere Leistung. Es gibt zwar härtere Routen über den Teich, aber auch diese hält für den Jedermann-Marathon seine Prüfungen bereit. Die gefürchteten Squalls, Sturmböen mit über 40 Knoten Wind, können den Crews zusetzen und die lange Zeit zusammen auf engstem, schaukelnden Raum zehrt an Kräften und Nerven.

Deshalb ist die Stimmung vorher und nachher einzigartig. Es gibt kein Gegeneinander, auch wenn die Ankunftszeiten ausgewertet werden und einige wenige in einer Racing Division antreten. Es geht um das gemeinsame Erlebnis und das gute Gefühl, für den Fall eines Falles mit einem Sicherheitsnetz umgeben zu sein.

Vor dem Start können sich die Teilnehmer mit Seminaren auf das Abenteuer vorbereiten. Die Themen handeln von Wetter, Navigation, Rettungstechnik und allem, was hilft. Eine große Anzahl von ARC Mitarbeitern kümmert sich um die Crews und checkt die Ausrüstung der Yachten.

Deshalb ist die Teilnahme an der ARC für viele der logische Start zu einem intensiveren Blauwassersegeln. Dementsprechend locker und offen sind die Menschen, die sich zum gemeinsamen Segeln treffen. Ein grenzübergreifendes Miteinander von Gleichgesinnten. 

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Carsten Kemmling

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17 Kommentare zu „Atlantic Rally for Cruisers Video: 217 Normalo-Crews stellen sich der Herausforderung“

  1. avatar Matze sagt:

    Ist Mr. Carsten Kemmling himself schon mal über den Atlantik gesegelt?

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  2. avatar Backe sagt:

    Moin Carsten,
    ich hoffe, nur der kursive Text ist von Dir?! Ansonsten würde ich Dir gerne die Aussage vom “Mt. Everest des Segelns” um die Ohren hauen … Die ARC ist bestenfalls mit einer Trekking-Tour zum Basislager vergleichbar – also eher was für Touristen.

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  3. avatar Olli sagt:

    Wenn das der Mt. Everest ist, dann war ich schonmal mit einem von Pedalen angetriebenen Raumschiff auf dem Mond.

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  4. avatar Ketzer sagt:

    Eines der wohl bescheuertesten und durchkommerzialisiertesten Ereignisse des Jahres. Die durchschnittliche Bootsglänge beträgt ~45 ft und die Bratzen, die hier dran teilnehmen sind nun wirklich sowas von über-ausgerüstet, dass sie die vermeintliche Sicherheit des Rests gar nicht brauchen. Das sieht man ja schon im Video.
    Dagegen segeln hunderte Yachten, die vielfach kleiner sind und ausrüstungsmäßig am Boden bleiben, auf eigene Faust und vor allem zu einem Zeitpunkt der IHNEN als der richtige erscheint über den Atlantik, ohne dass ein Hahn danach kräht. Die haben es in meinen Augen verstanden.

    Und die Tour nach Westen ist nun wirklich die Sonntagsfahrt. Zurück ist spannender.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 6 Daumen runter 6

    • avatar adamas sagt:

      Zurück ist es spannender! Wann war das denn und mit welcher Yacht? Ich habe u.a.die West-Ost-Route im Februar (St-Lucia-Azoren-Plymouth)gemacht und weiß worüber ich spreche, ich hoffe das verhält sich bei dir genauso.
      Segeln und Segeln lassen…jeder nach seinem Geschmack und mit hoffentlich tolranten Teamplayern…du scheinst keiner zu sein.

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  5. avatar hanseatic sagt:

    Mann sind hier mal wieder viele Klogschieter unterwegs….. Die regelmäßig hohe Zahl der Teilnehmer dieser Veranstaltung spricht doch für sich. Ganz offenbar gibt es zahlreiche Bootseigner und Kojencharterer, die diesen Weg über den Teich genauso und nicht anders suchen und wollen. Was daran muß man abfällig beurteilen? Jedem sein Plaisirchen – mag vielleicht nicht so spannend und herausfordernd sein wie eine “echte Regatta” aber hier steht ja auch der Spass und die Sicherheit – auch und gerade – für weniger mutige und erfahrene Crews im Vordergrund. Jaja – solche Leute soll es auch geben 😉

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 12 Daumen runter 2

    • avatar Ketzer sagt:

      Weichspülersegelei, mehr fällt mir dazu nicht ein. Ausgerechnet die, die evtl. auf Hilfe angewiesen wären, sind die Leutchen auf den kleinen Booten, die hinter dem Gros her daddeln und somit nichts an Hilfe erwarten können. Tolle Aktion… Aber es scheint sich herumzusprechen. Die, die mit kleinerem Budget unterwegs sind, segeln auf eigene Faust rüber, machen vielleicht noch einen interessanten Zwischenstop auf den Kanaren und schenken sich diesen ganzen Komerzkram. Mit der ursprünglichen Idee des Segelns hat das auf jeden Fall nichts zu tun.

      Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 3 Daumen runter 8

      • avatar adamas sagt:

        Wo geht es denn nicht um Komerz auf dieser Welt, hier gepaart mit organisierter Sicherheit?

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  6. avatar Heini sagt:

    Ja, wenn es einem nicht gefällt, muss man ja nicht mitmachen, stimmt. Trotzdem darf man doch sagen, wenn man es doof findet!? 😉
    Ich würde im Leben nicht per ARC ‘rüber machen. Ich brauche keine Crew-Kostümpartys oder den Pokal für den saubersten Relingsdraht in der +45 Fuss-Klasse der Hubkieler. Wer auf voll durchorganisierte Bespassung mit “Sehen und gesehen werden”-Schicki Micki steht und gerne dafür löhnt, auf geht’s!

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  7. avatar Rene sagt:

    Sind wohl hier alles Beiträge von den Teilnehmern des diesjährigen Volvooceanrace. Wusste gar nicht das die sich nebenbei noch um die ARC kümmern. Habs 2mal gemacht und hat riesig Spass gemacht!

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  8. avatar Heini sagt:

    Dem (= wer Spass dran hat, solls machen) hat doch bisher niemand widersprochen?

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  9. avatar Kurzhaar-Peter sagt:

    Also ich habe diese “Weichspülnummer” 1999 gemacht. War gut und ich würde es genau in diesem Rahmen wieder tun. Wer von den Kommentatoren hat denn die Tour schon mal auf welche Art gemacht?? Ich würde ebenso gerne mal andere Langstrecken segeln,und zwar gerne als leistungsorientiertes Gegeneinander. Nur wo hat man denn die Möglichkeit als normal arbeitender Mensch ohne super intensive Vorbereitung eine richtige Langstrecke zu fahren, die über ein normales WE hinaus geht (ausgenommen KW)? PS: Rund Bornholm, Fünen, Langstrecke KW oder ähnliches etc. sind keine Langstrecke in diesem Sinne!

    Gruss und schönes Wochenende ….

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  10. avatar adamas sagt:

    Wer, außer ARC-Teilnehmern/Atlantikseglern kann denn hier schon wirklich mitreden? Die ARC bietet jedenfalls ein einmaliges Erlebnis für Amateur-Crews auf den Spuren der Entdecker zu segeln.
    Das Ganze perfekt organisiert und überwacht vom World Cruising Club, was will man mehr?
    Allen toleranten Seglern ein frohes Weihnachten und ein spannendes 2012.

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