Bootsbau Fairlie 55 Video: „Spirit of Tradition“ Traumschiff mit vertäfeltem WC

Mit Löffelbug und langen Linien

Die Klasse der sogenannten „Spirit of Tradition“ ist eine feine Sache. Sie bringt  Zweckmäßigkeit mit überschaubaren Kosten zum Kauf und Betrieb des Schiffes dank Neubau und pflegeleichter Materialien und eine problemlose Handhabung dank geteiltem Lateralplan mit modernem Rigg und der schönen Anmutung aus der guten alten Zeit in Einklang. Deshalb sprechen die Angelsachsen beim Besten zweier Welten vom „fusion boat“.

Die Fairlie 55 mit hübschen klassischen Linien ohne langsamen Langkiel. © Fairlie Yachts

Eine ganze Branche ist auf das schöne Thema spezialisiert. Dazu zählen holländischen Konstrukteuren Dykstra & Partners, Andre Hoek, ihr norddeutscher Kollege Georg Nissen, Ted Hood Nachfolger Ted Fontaine, und Werften wie Spirit YachtsBrooklyn Boat Yard oder Rockport Marine  im Nordosten der USA, aber auch  FriendshipHinckley oder Superyachtspezialisten wie Royal Huisman.

Träge wie ein Betonmischer

Leider lässt sich der vertraute Look des klassischen Glattdeckers mit einem kleinen Deckshaus, wie von den Big Class Rennern „Astra“, Candida“ oder „Lulworth“ bekannt, erst bei großen Schiffen realisieren. Der rundspantige flache Rumpf anstatt des tiefen V bei klassisch langkieligen Yachten verlangt von den Konstrukteuren großes Geschick.

Eigentlich erfüllen Yachten ab etwa 22 Metern gerade die Untergrenze für die häufig geforderte Stehhöhe unter dem glatten Deck, wenn das Schiff nicht zu hochbordig geraten, also noch aussehen soll. Zum Beispiel die Georg Nissen Konstruktion „Heaven can Wait“.

Moderner Riss mit Spaten-Ruder statt langem Kiel. © Fairlie Yachts

Bisher galt die unausgesprochene Regel, dass es zwar auch etwas kürzer geht, wenn die Schiffe schwerer gebaut werden und die Bodenbretter im U-spantigen Rumpf entsprechend tiefer angeordnet werden. Aber das hat leider negative seglerische Konsequenzen. Wer möchte schon mit einem eleganten Als-ob-Klassiker träge wie ein Betonmischer rumdümpeln, weil das Verhältnis von Segelfläche zur Verdrängung nicht stimmt?

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Erdmann Braschos

Sein Spezialgebiet umfasst Mega-Yachten, Klassiker, Daysailor und Schärenkreuzer. Mehr über Erdmann findest Du hier.
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7 Kommentare zu „Bootsbau Fairlie 55 Video: „Spirit of Tradition“ Traumschiff mit vertäfeltem WC“

  1. avatar Backe sagt:

    Schönes Schiff – schöner Artikel. Bitte mehr davon!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 0

  2. avatar Heini sagt:

    Yes! 😉

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  3. avatar T.K. sagt:

    Wat´n geiler Dampfer

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  4. avatar Uwe (Finn) sagt:

    So ein Mischling zwischen alt und neu ist nicht mein Geschmack und wurde früher als Bastard o. Blendling bezeichnet.

    Dann schon lieber ein restaurierter ECHTER Klassiker o. eine moderne Konstruktion mit langer Wasserline.

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    • avatar T.K. sagt:

      Und das schreibt ausgerechnet einer der einen Finn-Dinghy segelt und auch noch auf seine Seite verweist?

      Der Finn wurde 1949 konstruiert.
      Da gab es nur Holz als Baustoff wenn ich nicht irre.
      Erst 1959 durften syntethische Segeltücher eingesetzt werden
      GFK ab 1961 für den Rumpf viel später 1974 wird es dann freigestellt
      Das gleiche bei den Segeln

      etc.etc.

      Alles Deiner Seite entnommen.

      So entwickeln sich eben Dampfer aus längst vergangenen Zeiten. – Ist auch gut so.

      Du segelst doch auch keinen Finn mehr aus Holz, mit Holzmast und Baumwollsegeln

      Ergo Du segelst einen Bastard
      Ergo segelst Du ein Schiff welches nicht nach Deinem Geschmack ist?

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 1

  5. avatar Minifahrer sagt:

    Schönes Schiff.
    Ich durfte längere Zeit auf einer Spirit 45 mitsegeln. Das sind wundervolle Geräte. Klar, nicht ein realer Klassiker, wie z.B. der 1936er 12er, bei dem ich auch mal mit durfte. Aber dafür genau richtig für den entspannten Wochenendtörn.
    Schön gebaut, extrem fix auf dem Wasser, angenehmes Handling im Manöver und auch noch sehr schön anzusehen. Unter Deck natürlich platzmässig eine Qual – Stehhöhe? Klar, im offenen Luk!
    Und lustig immer wieder die Kommentare von den ‘Fachleuten’ im Hafen, dass man so moderne Beschläge auf einem so alten Boot doch nicht fahren dürfte. Oder, dass man das Achterstag doch mal entspannen sollte (weil die Carbonpeitsche sich immer noch krümmte. Natürlich bei total entspanntem Achterstag…).
    Das ist nix für Puristen, logisch. Aber um Welten ansehnlicher und spassbringender als eine Plastikquatze a la Bavaria oder so.

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