Volvo Ocean Race: Mapfre siegt nur wenige Minuten vor Abu Dhabi und Dongfeng

Wenn sich zwei streiten

Höhepunkte des Zieleinlaufs in Auckland:

Mapfre hat die vierte Etappe des Volvo Ocean Races gewonnen. Die Spanier siegten in Abwesenheit ihres etatmäßigen Skippers mit nur 4,25 Minuten Vorsprung vor Abu Dhabi und mit knapp 8 Minuten vor Dongfeng.

Dongfeng Auckland

Dongfeng beim Zieleinlauf auf Rang drei vor der Kulisse von Auckland mit dem Fernsehturm. © Ainhoa Sanchez / Volvo Ocean Race

Ian Walker musste sich entscheiden nachdem er in die Führungsposition gerutscht war. Lieber Dongfeng decken oder Mapfre. Klar, dass er sich für den ärgsten Gegner aus China entschied. Nachdem der Brite das Überholmanöver beim geschickten Umfahren einer Wolke gelungen war und noch 400 Meilen zu segeln waren gab er einen Schrick in die Schoten.

Er ließ das Schiff etwas auf Dongfeng herunter sacken und legte sich genau in den Weg zwischen Ziel und Gegner. Ein klassisches Deckungsmanöver. Mapfre dagegen ließ er ziehen. Die Spanier knüppelten höher am Wind und erarbeiteten sich schließlich den Querabstand, der sie kurz vor Neuseeland in die Führung brachte.

Kurz vor Neuseeland verlor Abu Dhabi noch einmal den Zugriff auf den ärgsten Gegner. Beim Kreuz-Duell wurde es noch einmal richtig knapp. Aber schließlich schaffte es Walker, den wichtigen Punkt auf Dongfeng gut zu machen. So übernahm er in der Gesamtwertung punktgleich wieder die Führung. Bei Gleichstand entscheiden die besseren Inport-Race Ergebnisse.

Comeback von Mapfre

Beide Teams können mit dem Ergebnis zufrieden sein. Und Mapfre wird der Sieg gegönnt. Die als Mitfavoriten gehandelten Spanier sind bisher noch überhaupt nicht zum Zuge gekommen. Nach dem Eklat auf der ersten Etappe, der mit dem Rauswurf von Michel Desjoyeaux endete, segelte nun schon zum zweiten Mal Skipper Iker Martinez nicht mit.

Das soll so verabredet gewesen sein. Er scheint aber auch etwas die Lust verloren zu haben und versucht gerade die Defizite in seiner Nacra 17 Olympia-Kampagne auszubügeln nach einem ungeplanten Vorschoter-Wechsel.

So übernahm sein Partner, Freund und 49er Vorschoter Xabi Fernandez das Kommando. Das Team schien ziemlich geschwächt. Auf der aktuellen Etappe gab es auch große Probleme, als die Elektronik ausfiel und sie einen Teil im Blindflug absolvierten. Aber schließlich trotzten sie allen Problemen und schoben sich mit dem Sieg in der Gesamtwertung sogar an Alvimedica vorbei. Erstmalig war der olympische Finn Dinghy Silber Gewinner (2008) Rafael Trujillo Villar an Bord. Ob mit ihm der Sieg eingewechselt wurde?

Bekking, der große Verlierer

Nun fehlen sogar nur noch zwei Punkte zu Brunel. Bouwe Bekking ist der große Verlierer der Etappe. Nach dem genialen Schlag gen Norden konnte er den Vorsprung nicht halten und haderte auch mit Speed-Problemen am Wind.

Als es zum Neustart in einer Flaute kam und die Holländer eine zweite Chance bekamen, konnten sie es nicht nutzen. Für Brunel setzte der Wind zuletzt ein. Die Etappe ging verloren und auch in der Gesamtwertung ist die Aussicht auf den Volvo Ocean Race Sieg schon sehr gering geworden. Sechst Punkte fehlen schon zu den beiden Spitzenreitern. Allerdings ist noch nicht einmal die Hälfte der neun Etappen gesegelt. Es kann noch viel passieren.

Nur nicht für die Frauen vom SCA Team. Sie enttäuschen weiterhin auf ganzer Linie. Endlich gelang ihnen einmal wieder ein toller taktischer Schachzug wie bei Gibraltar. Sie initiierten einen Ausbruch mit einem extrem nördlichen Kurs, dem auch Brunel folgte.

Aber es zahlte sich nicht aus. Sie sind einfach zu langsam. Es ist ein Rätsel, warum sie mit den One Design Booten den Speed der Kollegen nicht halten können. Einmal Vorletzter dreimal letzter, das hatten sie sich anders vorgestellt. Eine positive Entwicklung ist nicht festzustellen. Schade!

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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