Abenteuer: Franck Cammas sucht Vorschoter für Kap Hoorn

Mitsegler gesucht

Einmal jährlich schenkt Julbo einem seiner Athleten die Erfüllung seines Traums bei einem außergewöhnlichen Sportereignis. In diesem Jahr ist Franck Cammas an der Reihe.

Cammas Kap Hoorn

Franck Cammas will am Kap Hoorn foilen.

Für welche Herausforderung hat sich der erfolgreichste Segler Frankreichs entschieden? Und wie wird der ihn begleitende Amateursegler ausgewählt? Hier kommen die Antworten zu den wichtigsten Fragen:

Was sind Julbo-Sessions? Ein Profi, ein Amateur, ein Traumziel Einmal die pudrigen Abhänge Kanadas auf Ski hinuntercarven, sich einmal mit dem Mountainbike die Abhänge des Acatanango-Vulkans hinabstürzen, einmal mit den turmhohen Wellenbrechern vor Hawai auf die Reise gehen oder das Kitesurfen in den Wellen vor Tahiti genießen? Wer würde das nicht wollen?

Julbo hat schon viele Träume von Amateursportlern wahr werden lassen, indem sie ihre Leidenschaft mit einem Profi unseres Teams teilen und von der Erfahrung unserer Profis profitieren konnten. Jetzt ist es der Segelsport, der die Kulisse für die nächste Herausforderung bildet.

Franck Cammas

Franck Cammas. © Yvan Zedda

Skipper Franck Cammas hat die Route du Rhum gewonnen, das Volvo Ocean Race und den “Little America’s Cup”. Franck Cammas ist außerdem Chef der französischen America’s-Cup-Kampagne Groupama Team France für den 35. America’s Cup, um den 2017 auf 48 Fuß langen Katamaranen vor Bermuda gesegelt wird.

Dieser Ausnahmesegler, der auch “Mozart des Segelsports” genannt wird, verbringt mehr Zeit auf Booten als an Land. Als das Unternehmen Julbo, das Cammas seit mehr als 17 Jahren als Ausrüster unterstützt, diesem Mann die Erfüllung eines Traums anbot, hatte Cammas sich darüber schon seine Gedanken gemacht:

“Ich habe drei Träume. Der erste ist bereits verwirklicht. Das war der Sieg im Volvo Ocean Race. Der zweite ist die bevorstehende Teilnahme am America’s Cup. Dafür arbeiten wir mit unserem Team sehr aktiv. Mein dritter Traum ist die Rundung Kap Hoorns auf einem fliegenden Katamaran.”

Für Julbo war damit die diesjährige Segel-Session beschlossene Sache. Es wird die Expedition zum Kap Hoorn mit einem Nacra F20 Carbon FCS sein.

Der Teamkamerad: hier beginnt das außergewöhnliche Abenteuer
Julbo und Franck Cammas haben sich dazu entschlossen, einen Teamkameraden zu rekrutieren, der bei dieser Herausforderung am Ende der Welt seinen Platz erhalten wird.

Die Herausforderung wird im November 2015 stattfinden und keine leichte sein. Die Kandidaten sollten daher über einen guten Erfahrungshorizont auf Katamaranen oder im Jollensegeln verfügen. Bewerber sind eingeladen, sich auf der Julbo Seite  bis Ende August hier anzumelden. Wichtig sind dabei der seglerische Lebenslauf und eine Video-Präsentation inklusive Interview mit Nahaufnahmen vom Gesicht und einige Segelimpressionen von eigenen Einsätzen.

Franck Cammas und Julbo werden die passendsten Kandidaten auswählen, die dann im September zu einer Trainingseinheit nach Lorient in der Bretagne eingeladen werden.

Die Herausforderung: Kap Hoorn in einem fliegenden Katamaran zu runden und dort anzulegen

Das ist leichter gesagt als getan. Das Abenteuer beginnt schon deutlich vorher. Die erste Herausforderung wird darin bestehen, sich um die logistische Aufgabe des Transports des Nacra F20 Carbon FCS nach Puerto Williams in Chile zu kümmern. Auch das Wetter wird eine wichtige Rolle bei dieser Herausforderung am Ende der Welt spielen. Feuerland wird regelmäßig von schweren Stürmen überfallen, die von der Antarktis und den Schreienende Fünfziger Breitengraden hinaufkommen.

Von Puerto Williams führt die Expedition ihre Teilnehmer nach Puerto Toro. Dieses Dorf mit etwa 50 Einwohnern ist der südlichste Wohnort der Welt (abgesehen von Rettungsstationen). Er befindet sich 3875 Kilometer entfernt vom Südpol und ist außerdem der einzige Ort, der unterhalb des 55. Breitengrades angesiedelt ist.

Der Nacra F20 Carbon FCS und sein Begleitboot werden dann zu einem Ankerplatz nahe von Kap Hoorn segeln, um sich dort auf die Passage des legendären Kaps, an dem Pazifik und Atlantik aufeinandertreffen, vorzubereiten. Franck Cammas und sein Teamkamerad werden als Duo etwa 100 Seemeilen in den eisigen Gewässern Patagoniens auf ihrem fliegenden Katamaran absolvieren.

Cammas und sein Mitsegler werden sich nicht mit der einfachen Rundung der legendären Landmarke zufrieden geben. Ist die sportliche Herausforderung einmal bestanden, setzt sich die menschliche Herausforderung zu Fuß und auf festem Boden fort. Die beiden Segler werden am Felsen Halt machen und an Land gehen um dort den Leuchtturmwärter und seine Familie zu treffen.

Der Katamaran: der Nacra F20 Carbon FCS
Der Nacra 17 gelangt als neuer olympischer Mixed-Katamaran gerade zu einiger Berühmtheit, während der Nacra F20 FCS noch weniger bekannt ist. Der Highperformance-Katamaran ist an den Zeichenbrettern des Nacra Design Büros und der Konstrukteure Morelli & Melvin entstanden. Vom Rumpf bis zum Mast, von den Foils bis zu den Rudern ganz aus Kohlefaser gebaut, kann der Nacra F20 FCS (Flight Control System) Geschwindigkeiten von mehr als 30 Knoten erreichen. Er hebt ab Windstärke drei (7-8 Knoten Wind) ab und ist die Formel-1-Flugmaschine für begeisterte Amateure.

Das Begleitboot: die 67-Fuß-Segelyacht “XPLORE”
Im extrem unwirtlichen und windigen Revier rund Kap Hoorn ist das Team auf ein kompetent geführtes und verlässliches Begleitboot angewiesen. Das wird die Segelyacht “XPLORE” sein, eine 67 Fuß lange Aluminium-Yacht. Ihr erfahrener Skipper Stephen Wilkens wird sich um die Logistik und die Sicherheit der Expedition in den Gewässern Patagoniens kümmern.

Die Herausforderung in Zahlen

Die Auswahl des Teamkameraden für Franck Cammas findet vom 1. Juli bis zum 1. September statt
Die 5 Finalisten werden im September 2015 in Lorient getestet
10 Tage dauert das Abenteuer in den Gewässern Patagoniens im November 2015
100 Seemeilen wird das Duo gemeinsam absolvieren
6.20 Meter ist der Nacra F20 Carbon FCS lang
30 Knoten Wind und mehr (rund 55 km/h) kann der fliegende Katamaran erreichen

Und das haben sie gesagt…

Warum dieser Traum? Du hast doch Kap Hoorn bereits bei der Jules Verne Trophy mit einem Trimaran und im Volvo Ocean Race auf einem Volvo Open 70 gerundet…

Franck Cammas: “Kap Hoorn ist der Teil, den wir kennen. Faszinierend ist das Land dahinter. Jedes Mal, wenn ich das Hoorn passiert habe, habe ich mir gesagt, dass ich einmal zurückkommen werde um dieses entlegene und isolierte Stück Land zu sehen.

Es ist außerdem eine großartige Geschichte, endlich einmal die Familie kennenzulernen, die dort am Ende der Welt lebt. Wir haben bei jeder Rundung mit dem Leuchtturmwärter von Kap Hoorn über Funk gesprochen. Als wir das Jule Verne segelten, hatten wir diese erstaunliche Unterhaltung:

Woher seid Ihr?
Aus Brest in Frankreich.
Und woher kommst Du?
Aus Brest in Frankreich.
Ah, Ihr Franzosen seid verrückt!”

Was wird bei diesem Einsatz die größte Schwierigkeit sein?

“Das Wetter-Management. Wir müssen auf den richtigen Moment warten, weil wir uns in diesem Teil der Welt keinen Überraschungen aussetzen wollen. Der Nacra F20 ist schnell. Also werden wir flott vorankommen. Auf der anderen Seite ist er ein Vollblut, das in rauer See gebändigt werden muss.”

Auf was sollte Dein künftiger Teamkamerad vorbereitet sein?

“Auf Kälte, auf das Erlebnis eines einzigartigen Abenteuers und darauf, das alles aufnehmen zu können. Das Segeln auf fliegenden Booten ist aufreibend und erfordert jederzeit die volle Konzentration. Es ist physisch sehr anspruchsvoll.”

Wie hast Du reagiert, als Julbo diese Segel-Session ausgerufen hat?

“Ich weiß, dass Julbo Aktionen außerhalb des Normalen sucht und findet. Ich bin sehr glücklich, dieses Projekt mit Julbo machen zu können. Für mich ist Julbo ein sehr loyaler Partner, mit dem ich eine unkomplizierte und dankenswerte Beziehung führe. Ich denke, das hier wird ein großer Erfolg unserer Verbindung mit der Marke Julbo werden.”

Herr Benjamin Thaller, Marketing-Direktor von Julbo, seit wann arbeiten die Marke Julbo und Franck Cammas zusammen?

“Unsere Beziehung zu Franck überschneidet sich mit der Geschichte der Marke Julboals Partner des Segelsports. Vor 1998 waren mir ein Markenunternehmen für Bergsteiger und extreme Umfelder. Franck Cammas ist als anspruchsvoller Extremsegler bekannt. Er war in die Entwicklung unserer maritimen Produkte involviert und hat uns im technischen Bereich geholfen. So beispielsweise bei der erfolgreichen Suche nach der richtigen Polarisation und der Entwicklung von wasserabweisenden Gläsern.”

Worin besteht die Einzigartigkeit dieser Julbo-Session?

“Diese Session mit Franck hat den “Freeride-Charakter” aller unserer Sessions und darüber hinaus noch etwas anderes: der Sinn für Abenteuer und die Erfüllung sind noch stärker. Das Boot ist hochspezialisiert und kraftvoll, der Profi ist ein herausragender Champion, der Ort des Geschehens legendär. Diese Session ist eine echte Herausforderung. Der Amateur, der dieses Traum teilen wird, erlebt etwas Einzigartiges.”

Worin besteht der Unterschied zwischen der Julbo Segel-Session und den Freeride-Sessions, die bislang von Julbo organisiert wurden?

“Diese Session unterscheidet sich schon in der logistischen Aufgabe von allen vorherigen. Dieses Projekt ist etwas anderes. Es geht nicht nur darum, die Ausrüstung in ein Flugzeug zu verfrachten. Wir müssen den Nacra im Container auf die andere Hälfte der Welt verschiffen, das Begleitboot organisieren… Das wird nicht leicht sein, ist aber nicht unmöglich. Francks Einstellung wird von dieser Herausforderung widergespiegelt.”

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