Anders leben: „La Vagabonde“ auf Drift – “heldenhafter” Einsatz beim Ankersalat

"Schlimmster Tag im Leben"

Drama vor der griechischen Küste bei Meltemi. „La Vagabonde“ schwojt brav vor Anker, als sich ein ankerndes Motorboot mehrfach in der eigenen Leine verheddert. Beide gehen auf Drift Richtung Legerwall-Küste

Es ist schon erstaunlich. Da segelt vor ein paar Jahren ein seemännisch unbedarftes und seglerisch völlig unerfahrenes australisches Paar in Griechenland los, um auf einer kurz zuvor gekauften, gebrauchten Yacht mal eben um die Welt zu schippern. Vom ersten Moment an lassen sie die Welt an ihren Abenteuern teilhaben, an ihren Ängsten, Sorgen aber auch (oder vor allem) an ihrem herrlich unbeschwerten Leben draußen auf See, in traumhaften Ankerbuchten und vor faszinierenden Küsten. (SR-Berichte über „La Vagabonde“)

Gesunder Hang zum Müßiggang

Sie kommen fast rum um den Globus, schaffen es bis in die polynesische Südsee, wo sie ein  gewissermaßen unmoralisches Angebot erhalten. Denn Elayna und Riley sind mittlerweile auf ihrer Yacht „La Vagabonde“ längst zu echten YouTube-Stars geworden, deren wöchentliche, durchaus professionell gedrehte und geschnittene 15-Minuten-Videos Hunderttausende, mitunter sogar Millionen Aufrufe erreichen. 

Elayna, Riley, La Vagabonde

Erster Schwertfisch im Mittelmeer © la vagabonde

Eine Popularität, aus der sich ganz offensichtlich Nutzen ziehen lässt. So stellt die französische Luxus-Katamaran-Werft „Outremer“ den beiden einen nagelneuen Zwei-Millionen-Katamaran für zwei Jahre zur Verfügung. Ein Angebot, das die beiden nicht ausschlagen können oder wollen, und schon segeln sie wieder im Mittelmeer, nur diesmal eben in einer „anderen Liga“. 

Allen Befürchtungen und Unken-Rufen zum Trotz bleiben Elayna und Riley das, was sie immer schon waren: Junge Menschen mit einem gesunden Hang zum Müßiggang, die ziemlich locker durchs Leben gehen, kreativ ihre Herausforderungen meistern und überhaupt genau das leben, was sich Millionen Couchpotatoes sehnlichst wünschen. 

Derzeit schließen sich im gewissen Sinne die Kreise für die beiden, weil sie auf ihrer neuen „La Vagabonde“ wieder in der griechischen Inselwelt unterwegs sind und gemeinsam mit Freunden dort segeln, wo ihr großes Abenteuer vor nunmehr drei Jahren begann (siehe Video unten)

Elayna, Riley, La Vagabonde

“Von Sonnenuntergängen werden wir wohl niemals genug kriegen” © vagabonde

Ob Elayna und Riley damals selbst in ihren kühnsten Träumen daran gedacht haben, dass sie hierher wieder auf einem Luxus-Kat zurückkommen werden? Mit einer millionenfachen Fangemeinde im Anhang? 

Von der Unbeschwertheit und ihrer fast schon meisterhaft inszenierten „Art of Living“ einmal ganz abgesehen, beeindruckt auch Rileys Werdegang als Seemann. Kunststück, der Typ hat mittlerweile zwei Mal als Skipper  auf den beiden „La Vagbondes“ das Mittelmeer durchquert, ist über den Atlantik, kennt jede Bucht der Karibik, segelte über den halben Pazifik nach Tahiti und Co… das ist schließlich Zeit genug, alles aus dem Effeff zu lernen.

Autodidakt zur See

Bedenkt man allerdings, dass sich der Mann in der guten alten Tradition der Erdmanns und Moitessiers alles an Erfahrungen, und was so großartig mit Seemannschaft bezeichnet wird, ganz alleine beibrachte, muss man schon zumindest den „Hut lüften“. 

Und dass er im Laufe der ersegelten Seemeilen immer selbstbewusster geworden ist, zeigt seine eigene Video-Kolumne, mit der er anderen (Langfahrt)-Seglern Tipps und Tricks verrät, Erfahrungen weitergibt oder schlicht von seinen Solo-Trips erzählt. Während Elayna auf irgendeiner Shoppingtour mit Freundinnen ist oder mal eben für ein paar Wochen die Lieben zuhause in down under besucht. 

Dabei bestechen Rileys Videos durch Authentizität. Der Mann stellt sich eben nicht in lehrer- und Tippgeber-Manier vor die Kamera und sagt, was man wie, wann und wo am besten und richtig macht, sondern er lebt meistens die Situationen und filmt sich dabei. Ob inszeniert oder tatsächlich aus dem Leben gegriffen, spielt dabei keine Rolle.

Elayna, Riley, La Vagabonde

Abhängen an den coolsten Stränden Griechenlands © vagabonde

So auch beim jüngsten Abenteuer der beiden, dessen Verfilmung sie kürzlich auf ihren Videoblog stellten. Elayna spricht vom schlimmsten Tag ihres Lebens, muss zwischendurch ein paar Tränen verdrücken und kann nicht mehr aufhören, vom heldenhaften Einsatz ihres Rileys zu berichten. Während sich der Protagonist als solcher  eher bescheiden gibt, nur kurz zum „Erklär-Bär“ wird und ansonsten durch echte Tatkraft glänzt.

Die Geschichte (im Video oben) ist rasch erzählt: „La Vagabonde“ liegt im ablandigen “Meltemi” vor Anker, als ein Nachbar auf Drift geht. Der kommt dem Katamaran von Elayna und Riley gefährlich nahe, wirft seinen Anker über die Kette von „La Vagabonde“, will sich frei fahren und verheddert sich mit dem Propeller in der Ankerleine des Katamarans. Vortrieb ist nicht mehr möglich. Beide Boote gehen gemeinsam auf Drift, schaffen es gerade noch knapp an einer Superyacht vorbei und driften nun manövrierunfähig Richtung nahe Felsen in einer Seemeile Entfernung.

Riley taucht, um die Ankerketten zu entwirren – ohne Erfolg. Er versucht den Propeller von der Leine frei zu bekommen – ebenfalls Fehlanzeige. Und er opfert eben nicht seinen Anker samt Kette und überlässt den Motorbootfahrer mit seiner Familie dem Schicksal, sondern „bleibt dran“ mit „La Vagabonde“ und verhindert so, dass das havarierte Boot alleine noch schneller abtreibt. 

Fischer kommt zu Hilfe

Schließlich kommt ein griechischer Fischer auf seinem uralten Kahn zu Hilfe, nimmt die beiden Boote kurzerhand in Schlepp und zieht sie im Zeitlupentempo unter voll aufgedrehtem Motor in den nächsten Hafen. 

Elayna bedient während der gesamten Aktion den Motor von „La Vagabonde“ (damit der Kat nicht in das Motorboot treibt), eine Freundin filmt Rileys Einsatz, der sich offenbar am Propeller eine Fleischwunde  zuzieht, die später theatralisch von Elayna  getaped wird. 

Elayna, Riley, La Vagabonde

Liebenswerte Weltenbummler: Elayna und Riley © vagabonde

Dass die Rettungsaktion für alle Beteiligten letztendlich glücklich endete, ist nicht zuletzt dem Einsatz von Riley und der gerade noch rechtzeitigen Hilfe der Fischer zu verdanken. Obwohl nicht klar ist, warum sie keine Schleppleine zur Motorbratze gelegt haben, um unter Motorkraft des Katamarans in Sicherheit zu fahren. Wäre der Motor gegen den Wind zu schwach gewesen für beide Boote?

Wie auch immer:  Sowas nennt man Solidarität und Hilfsbereitschaft unter echten Seeleuten.

La Vagabonde Youtube-Kanal

Facebook 

Spenden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *