Antarktis Abenteurer Jarle Andhøy: Illegale Expedition zum “Berserk”-Untergang

Verschwunden im Eis

"Berserk II" im Eis kurz vor ihrem Untergang vor einem Jahr © Wild Vikings

Der norwegische Abenteurer Jarle Andhoy (35) befindet sich offenbar auf dem Weg zurück zum McMurdo Sund in der Antarktis, um herauszufinden, was vor einem Jahr mit seiner Crew und der Yacht “Berserk” passiert ist.

Andhøy hatte mit seinem Partner Samuel Massie (19) versucht, den Südpol zu Fuß zu erreichen, nachdem er mit der 16 Meter langen “Berserk” ins Eis gesegelt war. Die Yacht hatte mit der Crew auf seine Rückkehr warten sollen, war aber bei einem der schlimmsten Stürme der letzten 20 Jahre in der Region mit Windgeschwindigkeiten von 180 Stundenkilometern, acht Meter hohen Wellen und bei 40 Grad minus offenbar gesunken.

Die neue Yacht "Niaya" mit der Jarle Andhøy und Samuel Massie auf dem Weg in die Antarktis sind.

Die Aktion war bei den Neuseeländern in die Kritik geraten, nachdem eine aufwändige Suchaktion gestartet worden war, während in Christchurch ein Erdbeben mehr als 200 Todesopfer gefordert hatte. Andhøy und sein Partner fielen nicht gerade mit überschwänglicher Dankbarkeit auf.

Der Norweger musste schließlich rund 3000 Euro Strafe zahlen, weil er beim norwegischen Polarinstitut nicht die notwendigen Genehmigungen eingeholt hatte. Nun wiederholt sich das Geschehen.

"Berserk" im Packeis bevor sie von einem Sturm versenkt wurde. © Wild Vikings

Die Neuseeländischen Behörden suchen mit Flugzeugen und Schiffen nach Andhøy und Massie, die offenbar in Neuseeland die 54-Fuß-Stahl-Ketsch “Nilaya” kauften und erneut ohne Erlaubnis zum Ort des Geschehens vor einem Jahr aufgebrochen sein sollen.

Der Törn des Norwegers mit der 22 Tonnen Yacht  erfolgt eine Woche nachdem eine Fernseh-Dokumentation in Norwegen über die Berserk-Tragödie vor einem Jahr erschienen ist. Angehörige der Verunglückten hatten versucht, die Ausstrahlung zu verhindern.

Nach dem Berserk-Untergang im Jahrhundert-Sturm wurde nur eine verlassene Rettungsinsel gefunden. © Sea Shepherd

Andhøy soll diesmal keine EPIRB-Rettungssignale mitgenommen haben. Es heißt, dass er diesmal keine aufwendige Suchaktion auslösen will. Aber genau das ist schon passiert.

 

 

 

 

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Carsten Kemmling

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4 Kommentare zu „Antarktis Abenteurer Jarle Andhøy: Illegale Expedition zum “Berserk”-Untergang“

  1. avatar Peter sagt:

    das sind doch die gleichen Jungs, die mit der ersten Berserk aus GFK und <10m durch die Drake Passage sind und auch da nur knapp lebend rausgekommen sind, richtig? Von dem Törn gibt es ein – zugegebenermaßen – sehr lesenswertes Buch. Mit Vernunft hat das alles aber auch nichts zu tun gehabt.

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  2. avatar Chris sagt:

    Ich frag mich immer, wo Typen wie der so mirnix-dirnix das Geld her bekommen, um gleich wieder ein neues Boot zu kaufen …

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

  3. avatar Klaus sagt:

    Und nun hat er bereits den Besanmast seiner 54-Fuß-Stahl-Ketsch “Nilaya” abgesegelt, wenn ich der Illustration glauben darf.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

  4. avatar Heini sagt:

    Für einen sog. Jahrhundertsturm kann keiner was.
    Aber wenn ein Einzelner auf Himmelfahrtskommandos steht und dabei mehrfach Rettungsaktionen auslöst, dann sollte man ihn doch einfach ersaufen lassen.
    Er sollte dann nur Einhand fahren und keine Gäste mit hineinziehen.

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