Atlantik-Rekordversuch: Joyon rast auf “IDEC” mit 42 Knoten durch den Sturm

Dramatische Aufholjagd

Francis Joyon (57) ist mit seinem 30 Meter Trimaran “IDEC” auf dem Weg zu einen Einhand Fabel-Rekord über den Atlantik. Er lag schon 140 Meilen zurück, nun holt er dramatisch auf und ist auch im Begriff, den 24-Stunden Rekord zu brechen – wenn er nicht kentert.

Francis Joyon

Francis Joyon © IDEC

“Wenn ich weiter in der Vorderseite des Tiefdruckgebietes segeln kann, könnte ich Cap Lizard (UK) am Sonntag Abend erreichen”, sagte Francis Joyon (57) am Freitag. Der französische Rekordjäger war am Dienstag vor New York mit seinem 29,70 Meter langen Trimaran “IDEC” gestartet, um einen neuen Transatlantikrekord solo von West nach Ost aufzustellen.

Joyon äußerte sich sehr zuversichtlich und sieht trotz Rückstand zum bestehenden Rekord große Chancen unter der Marke von 5 Tagen, 19 Stunden, 30 Minuten und 40 Sekunden den Atlantik von West nach Ost solo zu überqueren.

Tatsächlich zeigt der Race-Tracker heute Morgen deutlich, das Joyon in den letzten Stunden richtig Gas gibt. Sein Speed wurde mit 42 Knoten aufgezeichnet. Der Rückstand auf die Rekordfahrt von Thomas Coville 2008 schrumpft jede Stunde. 653 sm segelte Joyon in den letzten 24 Stunden, das sind 27,2 Knoten im Durchschnitt.

Francis Joyons Atlantik-Rekordversuch

Francis Joyon holt dramatisch auf. Starker Südwestwind beschleunigt ihn beim Atlantik-Rekordversuch.

Bei Spitzen mit über deutlich 30 Knoten stellt sich die Frage, ob das Material halten wird. Joyon darf sich keinen Fehler erlauben und braucht auch das notwendige Glück, nicht auf ein Hindernis im Wasser zu treffen. “Ständig am Limit bei hohen Geschwindigkeiten zu segeln, ist wie mit 300 km auf einer Autobahn durchs Land zu rasen, dazu kommt aber bei uns noch der Schlafmangel” sagte einmal Loïc Peyron.

Während 2008 Coville zum Ende seiner Rekordfahrt schwächere Winde aus ungünstigen Richtungen antraf, kann Joyon nun mit sehr viel Wind rechnen. Über 45 Knoten aus Nord-NW sind für Sonntag an der Rückseite eines Tiefs westlich der Biskaya vorhergesagt. Die Wellenhöhe soll um die 6 Meter betragen.

Joyon wird versuchen diesem Szenario auszuweichen und in der Vorderseite südlich des Tiefs zu segeln, um dort schwächere Winde aus Süd-Südwest anzutreffen. Damit könnte er bereits bereits am Sonntag Abend ins Ziel kommen. Mit etwas Glück ist auch einen neuer 24-Stundenrekord drin. Vor wenigen Stunden erreicht der Breton bereits 653 sm innerhalb von 24 Stunden, sein eigener Rekord liegt bei 666 sm.

Um den Transatlantik-Rekord von West nach Osten zu knacken, muß Francis Joyon spätestens am Montag früh vor 4:41 Uhr UT (06:41 h Ortszeit) die Ziellinie erreicht haben.

Rekord Tracker Joyon

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4 Kommentare zu „Atlantik-Rekordversuch: Joyon rast auf “IDEC” mit 42 Knoten durch den Sturm“

  1. avatar Super-Spät-Segler sagt:

    Der Teufelskerl!
    Gerade hat er egalisiert und nun schon 0,2 Meilen Vorsprung.
    Geil, drücke beide Daumen!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 2

  2. avatar Stefanz sagt:

    439 nm to go. 55,6 nm Vorsprung 29,3 kn Speed. Hoffentlich trifft er keinen Fischer. Faszinierender Irrsinn.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

  3. avatar Robert sagt:

    100 Meilen vor der Brust, 200 Meilen vor dem alten Rekord. Er könnte einen Gang raus nehmen, aber jede Sekunde weniger kann seinen Rekord ein oder zwei Jahre länger stehen lassen…

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  4. avatar seilor sagt:

    Scheint geklappt zu haben … http://www.trimaran-idec.com/actualite_article.asp?id=239

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