Außenbordkamerad: Shark-Segler Andreas Kohl rammt Buckelwal bei Greifswald

Erstaunliche Begegnung

Andreas Kohl hat mit seiner 7,30 Meter langen Shark 24 ein erstaunliche Begegnung gehabt. Im Greifswalder Bodden rammte er einen Buckelwal.

Wal-Sichtung Anfang August im Greifswalder Bodden. © Deutsches Meeresmuseum, Katja Zühl-Benz

Wal-Sichtung Anfang August im Greifswalder Bodden. © Deutsches Meeresmuseum, Katja Zühl-Benz

Das jedenfalls bekannte der 72 Jahre alte Skipper aus Stralsund gegenüber einem Journalisten. Danach rauschte die Nachricht sofort über den Ticker der Deutschen Presseagentur, denn die Begegnung soll nicht irgendwo stattgefunden haben, sondern  in der Ostsee, die eigentlich viel zu flach für die großen Meeressäuger ist.

Und dann auch noch im Greifswalder Bodden. Da beträgt die durchschnittliche Wassertiefe beträgt 5,6 Meter und maximal ist es 13,5 Meter tief. Was hat ein ausgewachsener Buckelwal dort zu suchen? Spinnt Andreas Kohl Seemannsgarn für das Sommerloch?

Buckelwal

Die Shark 24 vor den Kreidefelsen von Rügen. © Kohl

Aber so weit scheint die Geschichte nicht hergeholt zu sein. So hatten Segler wenige Tage zuvor den Buckelwal im Bodden gesichtet. Dort kann er sich nach Einschätzung von Zoologen durchaus mit Zooplankton ernähren, auch wenn er eigentlich im Atlantik nach Krill suchen müsste.

Nun soll Kohl also dieses “verrückte Erlebnis” gehabt haben, wie er BILD erzählt, bei der er elf Knoten schnell mit dem Tier kollidierte. Es sei bei der letzten Etappe einer Rügen-Umrundung passiert bei starkem Nordost-Wind und bis zu zwei Meter hohen Wellen.

Südlich der Insel Vilm sei er mit der Steuerbord-Seite gegen einen Gegenstand geprallt, den er zuerst für einen Baumstamm hielt. Aber dann erkannte er den grauen Rücken des Wals, von dem er wusste, dass er sich in der Ostsee befinde. Kurz danach sei er aber schon wieder abgetaucht.

Buckelwal

Die Shark 24 kann unter Gennaker flott unterwegs sein. © Kohl

Der DPA sagte er: “Ich hatte richtig Schiss bekommen”. Dabei kann man sich auch nicht sicher sein, wie ein Wal reagiert. Normalerweise sind sie ruhig, aber es gibt eben auch diesen spektakulären Fall aus Südafrika, als ein Wal auf eine Segelyacht springt (Video), die Crew verletzt und das Schiff schwer beschädigt.

Vor der Küste von Mecklenburg-Vorpommern hatte zuletzt vor zwei Jahren eine Mutter mit ihrem Kalb überwintert. Aber langfristig brauchen die Bartenwale eigentlich arktische Gewässer, um sich satt fressen und ihrem normalen Sozialverhalten nachgehen zu können.

Legendärer Wal-Schnappschuss: 2010 springt vor Kapstadt ein Buckelwal auf eine Yacht. © Cape Town Sailing Academy

Legendärer Wal-Schnappschuss: 2010 springt vor Kapstadt ein Buckelwal auf eine Yacht. © Cape Town Sailing Academy

Deshalb rätseln die Wissenschaftler, warum sich das Tier so lange in diesem Gewässer-Abschnitt aufhält. Über den Gesundheitszustand konnte noch nicht viel in Erfahrung gebracht werden.

Für Andreas Kohl wird das Erlebnis unvergesslich bleiben. Der Wal soll unberletzt geblieben sein, und seine “Scaun” hat den Aufprall auch ohne Probleme überstanden. Dabei ist Kohl eigentlich ein Binnenreviersegler, der am Tollensesee in Neubrandenburg zuhause ist, wo die Shark normalerweise im Frühjahr und Herbst liegt.

Im Sommer zieht er dann jeweils um nach Stralsund, wo er einen Liegeplatz bezieht und ausgedehnte Törns über die Ostsee macht. Segeln lernte Kohl in der DDR 1975 und so genoss er die freuen Törns nach der Wende besonders. Aber von einer Wal-Begegnung hätte er sich dann doch nicht träumen lassen.

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Carsten Kemmling

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5 Kommentare zu „Außenbordkamerad: Shark-Segler Andreas Kohl rammt Buckelwal bei Greifswald“

  1. avatar schaerenkreuzer sagt:

    11 Knoten bei 7 m Bootslänge?? Dafür brauchen andere einen Tri…

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 16 Daumen runter 1

  2. avatar pl_johaa sagt:

    Leute, das ist ne Shark24, die kann so schnell.

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