Außenbordkameraden: Vom Petermännchen erwischt – Gefahr in Nord- und Ostsee

Giftzwerg

Dieser Fisch sieht ja ohnehin schon ziemlich genervt aus. Da mag sein niedlicher Name “Petermännchen” auf eine falsche Fährte führen. Jetzt ist er wieder in die Schlagzeilen geraten.

Petermännchen

Das giftige Petermännchen sieht schon ohnehin genervt aus. © wiki

Das “Petermännchen” zählt zu den gefährlichsten europäischen Gifttieren und kommt auch in Nord- und Ostsee vor, wo auch Segler mit ihm in Kontakt geraten. Der Giftzwerg wird 15 bis 50 Zentimeter lang.

Auf seine Existenz macht gerade eine Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger aufmerksam, weil sie zwei verletzten Anglern zur Hilfe kam. Die beiden Schweizer  (60 und 15 Jahre alt) waren zwei Seemeilen östlich der Ansteuerung der Fehmarnsundbrücke auf dem Angelkutter „Hai“ von dem Fisch gestochen worden als sie ihn vom Angelhaken befreien wollten. Die Verletzten wurden von der DGzRS im Hafen von Burgstaaken an den Landrettungsdienst übergeben.

Große Schmerzen

Die Stacheln an der ersten Rückenflosse und auf dem Kiemendeckel sind giftig. Die Stiche erzeugen eine plötzliche Histaminausschüttung, auf die einige Menschen allergisch reagieren können. Die Vergiftung ruft große Schmerzen und Schwellungen hervor. In seltenen Fällen kann er zu Kreislaufkollaps und Herzrhythmusstörungen führen.

Die Informationszentrale gegen Vergiftungen des Universitätsklinikums Bonn empfiehlt bei Vergiftungen durch Petermännchen, die Stiche bis zum Eintreffen des Arztes mit tolerierbar heißem Wasser zu behandeln (maximal 45 Grad, um Verbrennungen zu vermeiden).

Das Vorkommen von Petermännchen ist in der Ostsee nicht sehr häufig, kommt aber immer wieder vor. Deutlich häufiger sind die Tiere in der Nordsee anzutreffen. Sie kommen in Küstennähe bis in Tiefen von 150 Metern vor und verbringen den Tag bis zu den Augen eingegraben im Sand. Nachts streifen sie umher.

Der Name „Petermännchen“ soll von seinem niederländischen Namen „Pieterman“ abstammen. Die Holländer warfen jeweils den giftigen Fisch als Opfergabe an den Schutzheiligen Petrus  zurück ins Meer.

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Carsten Kemmling

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