Auszeit: Mit Kleinkind durch die Karibik – ab sofort unter E-Motor

Diesel raus, E-Motor rein

SY7Seas, Familie, Kleinkind

Nesthäkchen und Babytechniker Max empfiehlt: Diesel raus, E-Motor rein!”

Familie Pilz im Abenteuermodus: kreuz und quer durch Kolumbien und Ecuador, Motortotalschaden auf der 7Seas, Kleinkind Max erstmals seekrank und Kindergeburtstag auf der Schatzinsel. 

Wie das mit den Hitzepickelchen auf zarter Babyhaut war, warum Faltbadewannen an Luxus kaum zu übertreffen sind, wieso Seekrankheit ein guter Grund zum Abstillen sein kann und warum Nesthäkchen Max eine echt coole Type ist… all’ das hat uns Dominik, ältester Sproß der Familie Pilz, in seinem letzten SR-Artikel ausführlich berichtet. Nur kurz zur Erinnerung: Die Berliner Pilz-Familie wagte sich mit einem nur wenigen Wochen jungen Baby auf den großen Atlantik-Rund-Törn, um die wohlverdiente Elternzeit in der karibischen Exotik zu verbringen. 

Von See an Land und zurück

Kurz nach Erscheinen des SR-Artikels nahmen sich die Pilzens eine Art „Auszeit von der Auszeit“, ließen ihre Yacht „7Seas“ wohlversorgt im kolumbianischen Hafen Santa Marta und erkundeten dann das Land an der Nordspitze Südamerikas kreuz und quer, mit Kind und Kegel. Dominik dehnte seine Tramp-Tour etwas weiter aus und gelangte sogar bis an den Pazifik, wo er sich nicht beherrschen konnte und wieder „auf See“ musste – diesmal allerdings auf einem Surfbrett.

Drei Wochen sollten diese Touren eigentlich dauern, doch wie das „Leben in Auszeiten“ eben so spielt: Es wurden drei Monate draus. Eine Zeit, in der sich das Baby Max prächtig zum Kleinkind entwickelte und reichlich geerdete Lebenserfahrungen sammeln konnte. 

Seit Anfang des Jahres sind sie wieder zurück auf ihrer „7seas“ und machen die See, Häfen und Ankerbuchten unsicher. Vorläufiges Ziel: Wieder zurück in die karibische Inselwelt. Allerdings musste dafür die Reisreoute geändert werden. Wegen zu starker Winde aus Nord segelten sie schließlich von Santa Marta südwestlich. Na gut, statt Jamaica dann eben San Blas Islands, soll ja auch ganz nett sein. Die 350 Inseln, von denen nur wenige bewohnt sind, gelten noch als Geheimtipp unter Langfahrtseglern.

Erstmals Würfelhusten

Im Februar durchquerte die Pilz-Familie schließlich die Karibik, von den San Blas-Inseln rüber nach Grand Cayman. Ein wilder Ritt sei das gewesen, schreibt Dominik auf Facebook, immerhin mussten sie an drei von fünf Tagen gegen 30-40 Knoten Wind ankreuzen. Alles andere als gemütlich, bei drei bis vier Meter hohen Wellen! Die ganze Crew wurde seekrank. Und, man lese und staune: erstmals auch Max. Nach den ersten eineinhalb, beschwerdefreien Lebensjahren größtenteils auf einer permanent schaukelnden Segelyacht hatte es den Kurzen nun doch erwischt. Oder anders betrachtet: Alle Eltern, die noch zögern, mit ihrem Baby loszusegeln, wissen nun, dass zumindest der Nachwuchs von der Geißel der Seefahrt verschont bleiben wird. So lange, bis aus dem Baby ein Kind wird. 

Mitte März dann eine (technische) Hiobsbotschaft: Motortotalschaden! „Und wir sitzen vor Grand Cayman fest, einer total touristischen und künstlichen Insel, mit so einigen umweltverpestenden Kreuzfahrtschiffen nebenan. Klingt erstmal nicht so toll. Wir lassen uns davon aber natürlich nicht unterkriegen und sagen uns: Jetzt erst recht!“ ist auf ihrer Facebook-Seite zu lesen. 

Elektro versus Diesel

Also alter Diesel raus, neuer Diesel rein? Für die umweltbewusste Familie keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Sie suchen nach „anständigen“ Lösungen und finden sie im (noch) Ungewöhnlichen: Die „7Seas“ soll in Zukunft von einem E-Motor angetrieben werden!
Eine Entscheidung, die in diversen Videobotschaften, auch rechnerisch, begründet wird. Sogar einen eigenen Menüpunkt auf ihrer Website, garniert mit reichlich Videos und Erklärungen, widmete die Familie Pilz ihrem Vorhaben. 

Derweil geht das „wilde Leben“ der Piz-Familie weiter. Sie werden von heftigen Gewittern überrascht, feiern einen stilechten Piratengeburtstag ihrer Tochter Marie auf einer einsamen Insel mit echtem Piratenschatz, segeln ohne Motor durch flache Lagunen und tauchen an einem Spot namens „Stingray City“ zu Ostern gemeinsam mit Mantarochen. Eine würdige Alternative zum Ostereiersuchen. Köstlich: der kleine Max im „Dancebattle“ mit einer Marionette!

Dann wurde es für ein paar Tage verdächtig ruhig auf den 7Seas-Websites, bis gestern die erlösende Nachricht kam: „Moin Leute, es ist getan! Nach gut 2 Wochen Arbeit sitzt die 7Seas mit neuem Elektromotor im Wasser und der olle Diesel an Land!“

So langsam denken die Berliner auch schon an ihre Rückreise. Kuba hatten sie eigentlich noch ganz fest eingeplant, der Inselbesuch fällt aber wohl dem ungeplanten Motoraustausch zum Opfer. Doch was soll’s, Hauptsache, der Coolness-Faktor stimmt weiterhin an Bord. Auf die eine Insel mehr oder weniger kommt es da ja nun wirklich nicht an. 

Website SY7Seas

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Michael Kunst

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