Streiflicht: Warnung vor zu vielen Walen

Barriere aus Knochen und Speck

Sollten Segler Walfleisch essen? Im Zusammenhang mit Hochseeregatten hört man immer wieder davon, dass Yachten mit Walen kollidieren. Wenn eine Rennyacht einen Meeressäuger mit ihrem Kiel bei einer Fahrt von 15 Knoten trifft, kann man sich vorstellen, dass die Wale bei diesen Begegnungen oft nur zweiter Sieger sind.

Als ich 2009 am OSTAR teilgenommen habe, berichtete mir ein Teilnehmer im Ziel, dass er mit seiner 40 Fuß Yacht mit einem Wal zusammen gestoßen ist. Die Yacht sei praktisch zum Stillstand gekommen und das Wasser um das Boot herum habe sich rot verfärbt, während das Tier sichtlich angeschlagen seinen Kopf aus dem Wasser gestreckt habe. „Ich glaube nicht, dass der Wal überlebt hat.“ war der Kommentar des Seglers, dessen Aluyacht den Zusammenstoß unbeschädigt überstanden hat. Dies ist nicht immer so. Es sind Fälle bekannt geworden, wo Yachten nach einer Walkollision gesunken sind.

Wie groß das Risiko ist, mit einem Wal zusammen zu stoßen, kann niemand sagen. Die Frage, die ich mir stelle ist aber die, ob die Kollisionsgefahr aufgrund der sich langsam erholenden Wallbestände nicht immer größer wird.

Schaut man sich die Zahlen zum Blauwalbestand und zu anderen Walarten bei der Internationalen Wallfangkommission an, wird deutlich, dass die natürlichen Walbestände weit, weit größer waren, als sie es heute sind. Von vielleicht 200.000 Blauwalen ist der Bestand auf einige tausend Tiere gesunken. Von geschätzten 200.000 Finnwalen sind noch um die 45.000 vorhanden. Beim Nord- und Südkaper sehen die Zahlen ähnlich aus.

Es ist auf dieser Basis davon auszugehen, dass in unseren Ozeanen noch einige hunderttausend Wale zusätzlich leben könnten, bis sich ein natürliches Gleichgewicht eingestellt hat. Stellt man sich 500.000 Wale von 12 Meter Länge vor, die gleichzeitig an der Oberfläche schwimmen, ergibt dies eine Barriere aus Knochen und Speck von 6.000 Kilometer Länge. Sollte es dazu kommen, dass sich die Walpopulationen auf ihre Ursprungsbestände erholen, werden sich kommende Seglergenerationen wohl intensiv mit diesem Thema beschäftigen müssen.

Wenn Segler ordentlich Walfleisch essen, kommt man sicherer über die Meere © U. Röttgering

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Uwe Röttgering

... der, der das Blauwasser Segeln liebt, aber zu immer schnelleren Schiffen tendiert - ob das am Einfluss von SR liegt ? ;o) Mehr findest Du hier.
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Ein Kommentar „Streiflicht: Warnung vor zu vielen Walen“

  1. avatar Thomas sagt:

    Was ist denn das für eine egoistische Sichtweise???
    Wer dieser Ideologie anhängt, dem empfehle ich auch eine sofortige Ausrottung aller Vögel, denn die könnten ja mit Flugzeugen kollidieren und selbige zum Absturz bringen.
    Natürlich ist auch das ein mehr oder weniger ernst zu nehmendes Risiko. Aber sollten wir Menschen nicht langsam mal begriffen haben, dass wir nicht alleine auf dem Planeten leben und uns an die herrschenden Bedingungen anpassen sollten? Und nicht umgekehrt.

    Eigentlich lese ich dieses Online-Magazin recht gerne weil es so frisch herüberkommt. Aber diesen Beitrag finde ich definitiv verfehlt!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 4

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