Big Picture: Doppel-D-Gallionsfigur – Was Brüste am Bug zu suchen haben

Viel hilft viel

Galionsfiguren sind ja eigentlich nicht mehr so richtig angesagt. Aber dieses von einem Leser eingeschickte Exemplar hat gewichtige Gründe, dennoch am Bug montiert zu werden.

Galionsfigur

Üppig bestückte Galionsfigur in Stralsund.

Können weibliche Gallionsfiguren tatsächlich die vom Sturm aufgepeitschten Wellen beruhigen? Diesem Aberglauben, der seit dem Ende des 18. Jahrhunderts immer mehr dazu führte, Frauen mit entblößtem Oberkörper am Bug zu montieren, scheint der Eigner einer Ovni Fahrtenyacht im Hafen von Stralsund nachzuhängen. Er handelte offenbar nach dem Motto “viel hilft viel”, und entschied sich für eine besonders gewichtige Vorbau-Version aus Aluminium.

Dabei mag es sich allerdings um ein Missverständnis handeln. Zwar kommt der Name Gallionsfigur tatsächlich von dem spanischen Wort für Balkon (Galion), aber damit ist nicht derjenige einer Dame gemeint, sondern die vorderen Aufbauten von Schiffen.

Auch prägten üppige Damen am Bug das Bild der Gallionsfiguren, aber es gibt durchaus eine große Vielfalt der Bugfiguren, die dem Schiff als Schutzpatron dienen, eine Seele geben und den richtigen Kurs im Auge behalten sollten.

Skandalöser Anblick

Aber nicht alle können mit dem entblößten Vorbau einiger Bug-Frauen richtig umgehen. So gibt es die Geschichte des holländischen Dreimasters “Stad Amsterdam” dessen hübsche Gallionsfigur eine blanke Brust unter dem Bugspriet aufweist.

Bei einem Besuch in Florida sorgte dieser Anblick bei dem Lehrer einer Schulklasse für hektische Betriebsamkeit. Er wollte seinen Schülern bei einer Besichtigung den skandalösen Anblick ersparen und dirigierte sie schnellstens an dem verruchten Skulptur vorbei.

Große Liebe?

Was der Ovni-Eigner mit der wuchtigen Ausführung der guten Seele seines Schiffes im Sinn hat, ist nicht bekannt. Vielleicht handelt es sich um seine große Liebe. Auch damit muss man aber vorsichtig sein, wenn man die Geschichte der Gallionsfigur “Atalanta” im Hinterkopf hat.

Wie Klaus Hympendahl in einem seiner Bücher schreibt, soll sich ein deutscher Soldat 1943 so sehr in die im Museum ausgestellte Skulptur verliebt haben, dass er sie mit nachhause nahm.

Man mag sich denken, dass diese Liebe nicht glücklich ausgehen konnte. Denn die Dame aus Holz erwiderte die Offerten offenbar nicht so, wie erhofft. Schließlich erschoss sich der Soldat zu ihren Füßen. Er soll in einem Abschiedsbrief geschrieben haben: “Weil keine Frau mich jemals hat verzaubern  können wie du, schenke ich dir mein Leben.”

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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3 Kommentare zu „Big Picture: Doppel-D-Gallionsfigur – Was Brüste am Bug zu suchen haben“

  1. avatar Gerd sagt:

    Hach…. “Gute Nacht, John-Boy! Gute Nacht, Mary-Ellen…” 🙂

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  2. avatar andreas borrink sagt:

    Aestivoforamenoimpletophilie. Ganz klar.

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