Branchen-Barometer: boot Düsseldorf mit 247.000 Besucher, 2,8 Prozent mehr als im Vorjahr

"Hoch zufrieden"

Die jüngsten Daten der Branche machen Hoffnung, dass es weiter aufwärts geht. Die boot Düsseldorf zeigt ein deutliches Besucher-Plus. Der Verband der Wassersportwirtschaft bestätigt den positiven Trend.

boot Düsseldorf

Besucher Plus in Düsseldorf. © boot

247.000 Besucher aus 52 Ländern haben die boot Düsseldorf laut eigener Daten in der vergangenen Woche besucht. Allein 50.000 reisten aus dem Ausland an. Damit kamen 2,8 Prozent mehr Menschen als noch im Jahr zuvor. Messemacher Werner Matthias Dornscheidt sah laut Pressemitteilung “gut gelaunte Aussteller, ein tolles Publikum mit exakt der richtigen Mischung aus Fachbesuchern und privaten Wassersportfans.“

Es heißt weiter: “In allen 17 Messehallen herrschte eine super Stimmung und die 1.800 Aussteller berichteten von einem äußerst interessierten und kauffreudigen Publikum.” Und diese Einschätzung deckt sich mit der Momentaufnahme, die man selber als Messebesucher bekam. Selbst in der Woche war schon mal das Parkhaus zur Mittagszeit voll, die Stuhlreihen vor den Vortragsbühnen waren häufig voll besetzt, und es waren keine Ecken zu finden, die der Nichtbesetzung mit Stellwänden versteckt werden mussten.

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Rundumblick auf der boot. © boot

1800 Aussteller buchten einen Platz auf der Messe. Das Thema Segeln und Segelboote war laut Besucher-Umfrage erneut das beliebteste Segment der boot. An zweiter Position liegt der Motorbootbereich, gefolgt vom Tauchen sowie dem Zubehör- und Ausrüstungsbereich. Der scheidende boot-Chef Goetz-Ulf Jungmichel betont auch das “beeindruckend große Interesse an Luxusyachten”.

Mehr Bootseigner

Die gute Stimmung deckt sich mit den Untersuchungen des Marktforschungsinstituts Market Research im Auftrag des Delius Klasing Verlags. Unter den Lesern steigt der Anteil an Bootseignern sowohl bei den Seglern als auch bei den Motorbootfahrern. Das Interesse an größeren Schiffen steigt ebenfalls im Neu- und Gebrauchtboot-Sektor. Außerdem wachsen die zusätzlichen Investitionen in das Hobby Segeln und Motorbootfahren weiter.

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Gut besuchte Vorträge im Segelcenter. © boot

Die höhere Investitionsbereitschaft stellt auch Jürgen Tracht, Geschäftsführer beim Bundesverband Wassersportwirtschaft (BVWW) nach der Messe fest: „Wir sind hoch zufrieden. Die boot hat unserer Branche weitere wichtige Impulse gegeben, die sich im Verlauf des Jahres positiv bemerkbar machen werden. Dies bestätigt unsere im Vorfeld genannten Prognosen eindeutig.

Auch für die Zukunft der Wassersportwirtschaft gehen wir von einem Aufwärtstrend aus. Fast 90 Prozent der Unternehmen rechnen in den kommenden zwei bis drei Jahren mit einer weiter steigenden Marktentwicklung. Die stabile maritime Konjunktur mit Zuwachsraten im einstelligen Bereich zieht sich durch fast alle Marktbereiche.“

Trend zum Motorboot

In einer früheren Stellungnahme hatte der BVWW bestätigt, dass der Bootsmarkt national wie international an Fahrt gewinnt, dabei aber auch einen Trend zum Motorboot ausgemacht. Schon jetzt betrage der Anteil von Motorbooten am Gesamtbestand von gut 6 Millionen Booten in Europa rund 80 Prozent.

Außerdem steige die Nachfrage nach Gebrauchtbooten. 76,9% (Vorjahr 63,3%) der Segelboothändler berichten von gleich guten oder besseren Umsätzen im Vergleich zum Vorjahr. Im Gegensatz zu früher, finden gebrauchte Yachten inzwischen meist schnell einen neuen Eigner. Dies gilt jedoch nur für jüngere Gebrauchte. Die Nachfrage nach Booten, die inzwischen mehrere Jahrzehnte auf dem Buckel haben, werde sich hingegen weiter abschwächen.

Spitzenreiter des Konjunkturbarometers bleibe aber der Bereich Service & Wartung. Der Servicebereich profitiert gleich von drei Entwicklungen: 1. Die Bootseigner nutzen ihre Yachten länger als in der Vergangenheit und investieren in erheblichem Maße in deren Werterhalt. 2. Die Nachfrage nach Gebrauchtbooten hat deutlich zugenommen, was zu entsprechenden Investitionen durch die Nacheigner führt. 3. Die Pflege der Boote wird immer häufiger in professionelle Hände gegeben.

Problematisch sieht der Verband für die Branche allerdings die sinkende Bindungsbereitschaft des Klientels. Gerade jüngere Bevölkerungsgruppen üben immer mehr verschiedene Freizeitaktivitäten parallel aus. Auf dieses strukturelle Problem habe die Branche noch keine Antwort.

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Carsten Kemmling

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4 Kommentare zu „Branchen-Barometer: boot Düsseldorf mit 247.000 Besucher, 2,8 Prozent mehr als im Vorjahr“

  1. avatar Sven -P. sagt:

    Bei den guten Besucherzahlen kann die Messeleitung hoffentlich in Zukunft davon absehen, ganze Alterstufen der Düsseldorfer Schulen (gratis) über die Messe zu treiben. Die Kids werden nicht auf den Besuch vorbereitet, einziges Ziel der Aktion ist, die Besucherzahlen zu schönen.

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  2. avatar michael wojciechowski sagt:

    Verständlich, dass SR einem dicken werbekunden eine plattform bieten mus, aber soviel lobhudellei ist peinlich.
    Ich frage mich, auf welcher boot war ich: in fast jeder halle verbreiterte gänge und wände mit stoffbahnen vorgezogen, an den hallenrändern endlos leere flächen…
    ein bisschen mehr objektiviät wäre angebracht, den “aufschwung” im markt kann man nicht herbeireden….

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    • Die Messe hatte rund 4000 qm mehr verkauft als im Vorjahr, und meines Wissens 60plus neue Aussteller. Die Besucherzahlen waren erstaunlich gut, weil auch das Wetter mitspielte. Unter den Ausstellern habe ich fast nur zufriedene Gesichter gesehen. Den positiven Bericht kann ich daher nur unterstreichen.

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  3. avatar Xyz sagt:

    Bis auf dass Besucherplus, ist doch alles blödsinn! Ich und meine Kollegen auf einem Zubehörstand haben weniger Umsatz gemacht als im letzten Jahr, auch unsere Konkurenz war nicht so zufrieden wie dass Jahr zuvor. Die Besuchezhlen sind nicht representiv da wohl den meisten der Besucher nichts besseres mit Ihrer Freizeit an zu fangen fiel als über das Messegelände zu schlendern. In Halle 10 war eine ganze Seite (ca 5m Breit) nicht besetzt und mit Stellwänden versteckt. vonwegen: ” es waren keine Stellen zu finden die der nichtbesetzung mit Stelwänden versteckt werden mussten”. Bavaria hat zwar 85 Schiffe verkauft, davon aber allein 20 an eine Gharterfirma irgendwo im Mittelmeer. Die anderen Schiffe dürften wohl auch hauptsächlich an vercharterer gegangen sein.
    Leider kaum Fachkundschafft auf der Boot 2016!

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