Brum, Brum: Svante gibt 70% Gas

Svante Domizlaff ist der geistige Vater eines interessanten Motorbootes namens Pinasse 46. Das Boot ist sicher nicht jedermanns Geschmack; mir gefällt es. Die angepeilte Klientel sind u.a. wohlhabende Segler, die aus Komfortgründen mit einem Motorboot liebäugeln. Um der potentiellen Kundschaft den Wechsel von der Motor- zur Segelyacht schmackhaft zu machen, hat Herr Domizlaff einen lesenswerten Beitrag geschrieben, in dem er den Besitz einer Motor- und einer Segelyacht gegenüber stellt. Nicht widersprechen will ich ihm, wenn er schreibt:

„Motorbootfahrer haben ein schlechtes Image. Sie funktionieren ihre Boote zu schwimmenden Gartenlauben um und verlassen nie oder selten ihren Liegeplatz. Oder sie gebären sich mit wild röhrenden Nuttenschleudern als Vollgaskönige in Sicht der Strandpromenade.“

Allerdings gibt es auch Punkte, wo ich ihm nicht folgen kann. So schreibt er:

„Meine eigenen Erfahrungen nach 55 Jahren auf dem Wasser: Mehr als 70 Prozent im Leben einer Segelyacht werden heute unter Motor zurückgelegt. Das trifft auch auf Regattayachten zu, die bei Überführungsreisen Motor-Meilen fressen. Zugegeben, die verbleibenden 30 Prozent können ein wunderbares Naturerlebnis sein.“

Wow, über 70% soll der Motoranteil bei Segelyachten liegen? Ich habe keine Zahlen zu diesem Punkt, kann aber sagen, dass diese Aussage nicht meiner seglerischen Lebenswirklichkeit entspricht. Ich kenne auch keinen Segler, der so ungehemmt am Zündschlüssel dreht. Bei meiner Weltumsegelung lag der Motoranteil auf rund 50.000 Meilen unter 2%. Bei der Küstensegelei komme ich auf 10 bis 15 %. Während der 10.150 Meilen, die ich mit FANFAN! seit dem Refit 2006 gesegelt bin, sind 208 Motorlaufstunden zusammen gekommen (bei 5 Knoten Fahrt würde dies einem Motoranteil von gut 10% entsprechen ).

Es ist sicher besser, wenn man Herrn Domizlaff nicht auf die 70% Motoranteil festnagelt. Aber die Botschaft ist klar: Segler sind eigentlich auch nur Motorbootfahrer – warum dann nicht gleich ein Motorboot!?

Vielleicht deshalb, weil für mich einer der schönsten Momente beim Yachtsport der ist, in dem die Segel gesetzt sind und man den Zündschlüssel auf „off“ stellen kann.

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