Chiemsee: Abgetrieben in die Dunkelheit – Jugendliche Jollensegler im Sturm gerettet

Rettung im Dunkeln

Chiemsee Kenterung

Die Wasserwacht bei der Rettung der Jollencrew. © BRK Wasserwacht Prien/Rimsting

Zwei Jugendliche Segler haben am Samstag im Sturm auf dem Chiemsee eine umfangreiche Such- und Rettungsaktion in Gang gesetzt. Als die Dunkelheit einbrach, wurde es kritisch.

 

Am späten Samstagnachmittag schoben zwei jugendliche Brüder ihre Jolle ins elf Grad kalte Wasser des Chiemsees, wohl um den Frühling zu begrüßen. Aber wenige Stunden später wurden sie von acht Beaufort erwischt, bekamen Probleme mit der Ruderanlage und trieben schließlich manövrierunfähig in die Dunkelheit.

Ungewohnt hohe Wellen vor Prien und der starke, böige Wind machte den beiden zu schaffen. Sie kenterten, richteten das Boot wieder auf und wären wohl ohne Probleme wieder an Land gekommen. Bekleidet mit Trockenanzügen und Schwimmwesten schienen sie Herr der Lage zu sein, bis das Ruder beschädigt wurde.

Sie trieben ab, die Dunkelheit setzte ein, und so wählten sie den Noturf per Moblitelefon. Daraufhin wurden alle Wasserrettungskräfte am Chiemsee und eine Schnelleinsatzgruppe aus Obing alarmiert.

Sturmwarnung ab 1. April aktiv

Bei kompletter Dunkelheit suchten die Einheiten per Suchscheinwerfer nach dem unbeleuchteten Segelboot südlich der Fraueninsel. Die Jugendlichen waren per Handy nicht mehr zu erreichen, und der Wind wurde immer stärker. Schließlich konnten die Segler durch Reflexstreifen an ihren orangefarbenen Schwimmwesten geortet werden.

Die Jugendlichen waren erleichtert und laut Rettungskräften “sichtlich strapaziert”. Aber das Abschleppen des kleinen Segelbootes ohne Probleme. Insgesamt dauerte der Einsatz etwa zwei Stunden. Im Einsatz waren fünf Rettungsboote des Wasserrettungsdienstes am Chiemsee.

In der Wasserwacht-Meldung heißt es: “Der Einsatz kam für alle Beteiligten überraschend: Bei kalten Temperaturen, starkem Wind und kompletter Dunkelheit hätte niemand mit Wassersportlern auf dem Chiemsee gerechnet. Die hiermit verbundenen Gefahren werden immer wieder unterschätzt.

Obwohl die Betroffenen Kenntnis von den schwierigen Bedingungen hatten brachen sie am späten Nachmittag zum Segeln auf und entfernten sich weit vom Ufer. Die Wasserwacht warnt in diesem Zusammenhang erneut vor der Überschätzung der Fähigkeiten des eigenen Bootes und der Mannschaft. Die Sturmwarnleuchten, die in zwei Stufen vor Unwettern am Chiemsee warnen, sind ab dem 1. April aktiv.”

 

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