Cruising: Bassist Claus Aktoprak nimmt Auszeit auf seiner Dufour 2800

Rock’n Roll unter Segeln

Vor fünf Jahren auf den Segel-Geschmack gekommen, kurz darauf ein Boot auf E-Bay ersteigert und selbst restauriert, seit Mai mit Bass und Keyboards auf großer Fahrt – Rock’n Roll as it’s best!

Schuld sind mal wieder die Eltern. Was müssen sie ihren kleinen Claus auch ausgerechnet an Elvis Presleys Geburtstag auf die Welt bringen? Da kann ja nichts anderes als ein Musiker draus werden!

Schon mit 12 Jahren spielte er leidenschaftlich Gitarre und Keyboards in diversen Schülerbands und machte von da an jedem deutlich, dass er der Musik verfallen sei. Für immer.

Dennoch macht Claus Aktoprak erstmal „was Ordentliches“ nach dem Abi: Flugzeugbau und später Medienbetriebstechnik. Nur um dabei heraus zu finden, dass in seinem Leben kein Weg an der Musik vorbeigehen wird.

Der Bassman – awesome! © aktropak

Der Bassman – awesome! © aktoprak

Zugegeben, Jazz und klassische Musik hätte er auch studieren können, aber dazu habe es ihm an Talent gefehlt – er sei damals eben der Rocker mit der langen Mähne und dem Motorrad gewesen. Logisch, dass der dann auch irgendwann keine Lust mehr auf die Konstruktion von Flugzeugtoiletten oder die Beleuchtung von Bühnen hatte. Er schreibt dazu:

„Ungefähr zeitgleich kamen dann diverse Engagements als Playback-Musiker für diverse deutsche und internationale Künstler. Ich habe über 100 Fernsehshows gemacht, und habe dabei Bonnie Tyler, Jamie Walters,Wolfgang Petry, Matthias Reim, Brunner und Brunner, Juliane Werding, Drews und was weiß ich noch an Schlagzeug, Bass, Gitarre und Saxophon probiert ‚ne gute Figur zu machen. Dazu Hotels, Flüge…das waren dann die fetten Jahre voller lustiger Geschichten, aus der mir völlig fremden Welt von Hitparade und Co.“ Natürlich war dabei nur wenig echter Rock – aber „in der Welt der Schlagerstern’chen wird auch viel gesoffen und gelacht!“

 “It’s only rock’s roll, but I like it!”

Doch irgendwann waren ihre Playback-Gesichter“ im TV und am Theater „verbrannt“, es kamen immer weniger Anfragen und Claus erfüllte sich endlich einen alten Traum: Er nahm Jazzunterricht bei einem Bassisten in  Berlin.

Und fing später – ausgerechnet – einen festen Büro-Job als Product-Manager an.

Halten wir’s kurz: ein paar Hörstürze später saß er irgendwann in der Türkei auf einem Felsen am Meer (warum ausgerechnet in der Türkei? Weil seine Frau, übrigens auch Musikerin, Türkin ist – von ihr hat er den Nachnamen übernommen!) – Herr Aktropak saß also am Meer und sieht einer Segelyacht hinterher und sagte sich: Sieht cool aus – will ich auch!

boat of the rising sun (oder geht sie unter , die Sonne?) © aktropak

boat of the rising sun (oder geht sie unter , die Sonne?) © aktoprak

Es folgten erste Törns mit Freunden, schließlich der Kauf seiner Dufour 2800 „La Mer“ auf E-bay und dann der dringende Wunsch, mal nichts anderes als Urlaub zu machen – nicht von, sondern mit Musik, natürlich!

Seit Mai ist er bereits unterwegs, segelte u.a. durch die Stockholmer Schären, flog auch mal zu gut bezahlten Musik-Gigs wieder nach Deutschland  und hat sich mittlerweile auf den „weiten Rückweg“ gemacht. Mal allein, mal mit Frau, mal mit Freunden – und immer mit Musik.

Nieder mit den Schicki-Micki-Yachten!

„Wenn ich unterwegs mit dem eigenen Boot bin, ist das das Non-Plus-Ultra, um vor der eigenen Haustür die Freiheit und den Spirit zu erleben, der mit dem VW-Bus in den 60er- und 70er-Jahren zum Synonym der Aufbruchstimmung und Abenteuerlust dieser Zeit wurde.“

Doch vom „Hafenkino“ hat er bald die „Faxen dicke“: „Segeln ist Rock’n Roll! Ich bin es langsam satt, in den meisten Häfen nur Langweiler auf ihren großen Schicki-Micki Yachten zu treffen, die statt zu segeln ihr Boot lieber als Wochenendhaus missbrauchen. Ich träume von rockn’rolligen Häfen mit Livemusik, einer Szene von Gleichgesinnten, mit denen man sich gerne trifft  oder auch einfach nur mal funktionierende Segelklamotten, die cool aussehen.

Und da ich nicht nur darauf warten will, bis das mal jemand anderes anpackt, probiere ich eben selber etwas zu verändern und hoffe dabei natürlich auf Unterstützung von Leuten, denen es genauso geht wie mir….”

Wie das alles so gelingt und ob das Leben eines Rock’n-Roll-Seglers wirklich immer so wild und kernig ist, sollte der geneigte Leser am besten selbst herausfinden: Auf Claus Aktopraks „gepflegter“ Website, die mit – erstaunlich ruhigen und besonnenen – Filmen gespickt ist (derzeit auf Episode 20!), auf der Unmengen Musik zu hören ist und die einfach ein Muss (nicht nur) für segelnde Musiker, musikalische Segler, rock’n rollende Skipper oder schippernde Rocker ist.

Eindruck von der Frankfurter Musikmesse, wo er mal Schnell ein bisschen Geld für den Törn verdient hat © aktropak

Eindruck von der Frankfurter Musikmesse, wo er mal schnell ein bisschen Geld für den Törn verdient hat © aktoprak

Wir empfehlen: Laptop, Notebook unter’n Arm nehmen, irgendwo ans Wasser sitzen, eine Hopfenkaltschale zur Hand nehmen und eintauchen in die Welt eines Mannes, der nach wilden Jahren im Segelhafen angekommen ist. Pardon: auf der Suche nach einem Rock’n-Roll-Hafen ist!

Website „Luvgier“       (das Leben kann ruhig mal aus dem Ruder laufen 😉 )

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Michael Kunst

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3 Kommentare zu „Cruising: Bassist Claus Aktoprak nimmt Auszeit auf seiner Dufour 2800“

  1. avatar Johnny Rotten sagt:

    Rock’n Roll ist auf jeden Fall besser als Punkrock!

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 4 Daumen runter 5

  2. avatar Schlaubi sagt:

    Das Englisch hier ist auch ziemlich “Rock ‘n’ Roll” 😀

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 1

  3. avatar Felix Neugebauer sagt:

    hallo Claus, ich bin ein österreichischer Vollblutsegler und das seit 56 Jahren. Ich lese schon lange deine hervorragende Seite und schau mir auch die Videos an die du einstellst.
    Ich hatte fast 30 Jahre lang eine Dufour 1800 und war sehr zufrieden mit dem Boot. Seit längerem bin ich auf der Suche nach einer 2800er weil ich denke das sie für mich als vorwiegend Einhandsegler sehr sicher und für die Größe auch bequem wäre.
    Leider suche ich, meist in Deutschland und Holland, ohne Erfolg. Denn, entweder sind sie zu teuer oder zu ungepflegt. Preis und Leistung hat erst einmal gepasst doch kam mir da ein anderer Bieter vor.
    Ich hätte eine Frage an dich da du ja mit der 2800er schon viel Erfahrung sammeln konntest. Ist das Boot für einen alternden Einhandsegler deiner Meinung nach wirklich geeignet und auf was sollte ich besonders achten wenn ich ein gutes Angebot wahrnehme? Mein Revier wäre wahrscheinlich die Ostsee, ev. würde ich es auch nach Hause transportieren und über die Donau ins schwarze Meer und von da in die Ägäis weitersegeln. Das hat ein Bayrischer Segelfreund von mir schon gemacht. ( seine HP ist: ronja3.de)
    Mit lieben Grüßen, aus Österreich,
    Felix

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