Die ARC ist gestartet. Skipperin Mareike Guhr plaudert über die Vorbereitung

Das Atlantik-Abenteuer hat begonnen

Von Mareike Guhr / Marina Könitzer (Fotos)

Die Crew der “Shaka” hat sich hübsch gemacht. © Marina Könitzer

Wie geht es Dir? Auf diese häufig gestellte Frage, gab es von mir in den letzten Wochen eigentlich immer nur eine Antwort: busy! Zur Ruhe gekommen bin ich schon länger nicht mehr. Daher war bisher auch nie Zeit, mir Gedanken darüber zu machen, ob mich die Aussicht auf knapp drei Wochen Atlantik irgendwie schreckt, was ich dazu denke oder wovor ich Angst habe.

Nachdem hier am Pontoon die wilde Geschäftigkeit kurz vor dem Start langsam abebbt und die letzten Einkäufe gepackt werden, ändern sich aber auch die abendlichen Steggespräche. Statt: wieviel Gas nimmst Du mit? wäscht Du alle Konserven? wie bekommst Du dein Wetter an Bord? wie weit südlich willst Du segeln? und andere vorbereitende Fragen, werden nun doch auch Geschichten über treibende Container, Walkollisionen oder die Möglichkeit Crewmitglieder auf den Kapverden abzusetzen lauter.

Der Respekt vor dieser langen Reise wird zunehmend hörbar. Für viele ist es das erste Mal – auch für mich. Und mittlerweile lasse ich neben der langen To-Do Liste ab und an ein paar Minuten der Reflexion zu. Werde ich die Crew bei Laune und beisammen halten können? Wie lange kann ich den Spi stehen lassen.

Tagsüber? Und Nachts? Wird der Watermaker durchhalten? Und vor allem: wie wird das Wetter? die Theroien gehen auseinander, nördlich halten und wind auf die nase akzeptieren oder nach süden fahren und ggf einparken? We will see….

Des Kaisers neue Kleider?

Diese neuen Tücher sind nicht leicht und durchsichtig sondern eher schusssicher, kräftig, haltbar und verlässlich. “Shaka” hat neue Segel bekommen  – heißersehnt und lang erwartet. Wir kürzen und bauen die Latten und die Rutscher um, und schlagen die frischen Plünnen an. Hydranet Radial, der Stoff aus dem meine Träume sind – wie wunderschön sich das anfühlt, wie wunderbar, sie erstmals vor den Toren Las Palmas zu setzen. Es kann losgehen.

Danke Condor!

Wir sind schon etwas nervös, als wir zu zweit mit unseren als Sportgepäck getarnten 100 Kilo Gepäck am Check-in stehen. Tauchen, Surfen, Golfen und sogar Kiten werden akzeptiert – Segelequipement passt nicht ins Schema Sportgepäck…. Ein klarer Fall von mangelnder Aufklärung, denn woher habe ich wohl sonst meine Muckis? Zwei große Taschen für die medizinische Versorgung, Rettungswesten, Seekarten, Hafenhandbücher (Karibik!), Iridium, Handheld GPS usw. usw.

Wir bedecken alles mit den neuen Fallen zugedeckt, die für jeden Kiter viel zu kräftig wären, und behaupten wir haben neue Surfsegel dabei. Dazu verwirre ich die gute Dame am Counter noch mit dem Anmelden meiner CO2-Patrone. So etwas hatte sie zuvor noch nicht auf dem Tisch und guckt daher anschließend gar nicht mehr auf unsere Taschen. Als wir schließlich im Flieger sitzen, fällt mir aber doch noch eine Tonne Steine vom Herz und rollt den Mittelgang Richtung Cockpit. Zumindest bilde ich mir ein, dass der Pilot mich deswegen so eingehend mustert.

Mindestens ebenso toll, und fast wie Weihnachten ist dann das Auspacken an Bord….Die schöne, neue Beute wird auf dem Salontisch gestapelt, begutachtet, verteilt und dann angebaut, verstaut, eingeweiht.

Die deutschen Yachten

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Die Bilder stammen von der Profi-Fotografin Marina Könitzer, die auf zahlreichen nationalen und internationalen Regatten präsent ist. Sie bietet unter anderem individuell gestaltete Segel-Kalender an für Eigner und Crews, die ihr bei den besuchten Veranstaltungen vor die Linse gekommen sind. Kontakt: marina.koenitzer@web.de

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