Das Tornado Team Paschalides/Trigonis repräsentieren Griechenland nicht nur bei den Olympischen Spielen

Wie die alten Griechen

Der Tornado eignet sich als schneller Tourencat bei Leichtwind © Samo Vidic

Öfter mal was Neues: Die griechischen Spitzensegler Iordanis Paschalides und Kostas Trigonis sind auf ihrem Tornado für 72 Stunden im buchstäblichen Sinne zu den seglerischen Wurzeln ihrer Vorfahren zurückgekehrt. Bei einem Non-Stop-Trip durch die Ägäis nutzten sie zur Navigation lediglich Kompass, Seekarte, Leuchtfeuer und die Sterne für ihre immerhin 540 sm lange Reise – ganz wie Aristoteles die frühen Seefahrten seiner Zeitgenossen beschrieb.

Das Nötigste trägt Paschalides in einem kleinen Rucksack auf dem Rücken © Samo Vidic

Sollten nun manche Fahrtensegler unter unseren geneigten Lesern die Augenbrauen gen Himmel ziehen, weil sie schließlich die Distanzsegelei über Jahrzehnte hinweg genau so betrieben – nämlich mit Seekarte und Kompass (vulgo: Koppeln) – so sei darauf nochmals verwiesen, dass die o.g. Herrschaften auf einem Tornado unterwegs waren. Mal schnell zum Kartencheck runter in die Navi-Ecke? Den Sundowner eisgekühlt serviert? Zum Abendessen rasch ein paar trockene Klamotten übergeworfen? Fehlanzeige: Die Strecke zwischen Thessaloniki und Chania sollte in kürzestmöglicher Zeit zurückgelegt werden. Was auf zwei Rümpfen mit 30 cm Höhe wiederum bedeutet, dass für die mindestens 500 sm lange Strecke ziemlich nasse Speedstrecken durch das Mittelmeer gepierct werden müssten. Schließlich bietet hier der Meltemi im Mittel 6 Bft.

Leider viel zu selten. Der Meltemi blieb aus. @ Samo Vidic

Stellt man sich nun vor, dass die beiden Topsegler (in der Deutschen Katamaran-Szene las man zuletzt von ihnen, als sie dem Ehepaar Gäbler bei allen Läufen zum WM-Sieg 2010 mit nur 2 Punkten Distanz wirklich dicht am Ruder hingen) zu zweit im Trapez stehen, logischerweise so oft wie möglich den Gennaker ziehen um dann Powerbar-kauend mal eben schnell bei 20 kn Speed die Position auf der Karte…

Ach, es hätte so schön, schnell und spektakulär sein können.

Echte Marathonis zur See können im Halbschlaf mit dem richtigen Getränk in der Hand sich von Windfeld zu Windfeld hangeln © Samo Vidic

Paradoxerweise waren dann Iordanis und Kostas größte Probleme während der Überfahrt – Flauten! „Eigentlich waren wir immer auf der Suche nach Windstrichen,“ erzählten die beiden nach ihrer gefeierten Ankunft in dem mittelalterlichen Dorf Chania, „und selbst als uns klar wurde, dass wir nur knapp über einem AV Speed von 7 kn liegen werden, wollten wir doch niemals aufgeben!“ So zeigt sich die eigentliche Größe ihrer Leistung im Durchhaltevermögen, Schlafmanagement und somit in ihrer Nervenstärke. Zudem hatten die beiden Vize-Weltmeister und dreifachen Europameister (in Folge) eine Art Leitsatz mit auf den Weg genommen. „Wir alle wissen, dass Griechenland derzeit eine eher kritische Phase seiner Geschichte durchlebt. Mit dieser Überfahrt wollten wir zeigen, dass alles möglich ist – man muss nur fest dran glauben und es immer wieder versuchen!“

 

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Michael Kunst

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2 Kommentare zu „Das Tornado Team Paschalides/Trigonis repräsentieren Griechenland nicht nur bei den Olympischen Spielen“

  1. avatar Ketzer sagt:

    Beim Tornado kann man durchaus mit einer Rumpfhöhe von 80 cm rechnen. 😉

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  2. avatar segler sagt:

    “Etmal von 7 kn” ???
    Etmal gibt man in Seemeilen an und nich in Knoten.
    Ich denke es ist ein Av Speed von 7kn gemeint…
    Das macht dann ein Etmal von 168 nm

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