Der Kajakmaran-Mann Andreas Gabriel ist im Schwarzen Meer. Die letzten Fluss-km.

Pavel mit Hornbrille, Jakob ohne Gebiss

Email und Blog vom 10.08.2011

Eine bulgarische Familie winkt vom Strand … Befehl von mir in den Maschinenraum: “Volle Kraft zurück!!!” Ich rufe ihnen zu: “Give me a zigarette oder ei shoot you all gnadenlos nieder.” Sie lachen. Dann essen wir, trinken und sitzen an diesem Abend lange zusammen.

Bulgaren-Happening mit Familie Kotzi am Donau Strand © A.Gabriel

Als ich bei meiner Ankunft die vielen Bierflaschen unterm Tisch sah und der Vater sich mit “Kotzi” vorstellte hätte ich gerne laut losgegröhlt :-). Aber dann habe ich das Lachen in mein Inneres verfrachtet.

Wir haben versucht zusammen zu fischen. Kotzi hat mir einen Klong geschenkt. Ein Geräuscheinstrument um Welse anzulocken … eine tolle Familie. Vielen Dank für euch!

“Sei vorsichtig” haben mir viele gesagt. Es leben viele “Gipsies” in Rumänien. Ich habe an Stellen übernachtet, an denen man wahrlich wachsam sein sollte. Dennoch ist es mir gelungen, jeden leuchtenden Stern aus diesen Momenten zu ziehen.

Der Kontakt zur Schleuse ist oft nicht einfach. @ A.Gabriel

Zwei Fischer fahren an mir vorbei und grölen: “Zigarra?” Ich antworte:”Ja, nehme ich”:-) Da kommen da zwei Typen auf mich zu, wie sie krass rumänischer nicht sein können. Pavel mit Hornbrille und sein Bruder Jakob mit ohne Gebiss. Ich kriege tatsächlich einen Glimmstengel 🙂 … gebe ihnen etwas von meinem Schnaps aus Serbien. Beide schütteln sich und waschen sich den Mund mit Donauwasser aus. Wat für Mädchen!!! 🙂

Wir verstehen einander nur mit den Händen und Augen … lachen. Sie geben mir von ihrem Wein aus einer abgeschnittenen Bierdose … messerscharfe Kanten. Ich kriege mehr und mehr Zigaretten. Natürlich sehe ich ihre Bedürfnisse und entschließe mich, ihnen das Klong-Gerät zum Locken der Welse zu schenken.

Donau Abendstimmung mit unglaublichen Begegnungen © A.Gabriel

Die beiden haben mich je 2 Minuten umarmt und geküsst. Als sie nach einer Stunde verschwanden, war ich voller Glück in dieser einsamen Landschaft und habe wieder einmal eine Träne dafür vergossen.

Die Nummer hier ist unglaublich krass und emotional. Schwer in Worte zu fassen, in der kurzen Zeit, in der ich Internet Zugang von irgendjemanden erhalte. Ein Buch im Anschluss wird immer unausweichlicher.

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Andreas Gabriel

... ist Frohnatur, Geschichtenerzähler, Abenteurer und Maurer zugleich. Er brach von Tönning in NORDfriesland Ende April 2011 auf, um mit seinem Kajakmaran Europa zu umrunden. Über Kanäle, Rhein, Main, Donau, ins Schwarze Meer und dann über das Mittelmeer zurück. Alles ohne Geld. Andreas Gabriel erzählt wahre Geschichten, die er unterwegs erlebt, und seine Zuhörer freuen sich, dass er eigentlich ihren Traum lebt. Ihre Unterstützung kommt postwendend. Dass dieses spannende und intensive Reisen funktioniert, hat er schon in den ersten 2 Etappen bewiesen. In der dritten Etappe geht es von Laredo / Nordspanien nach Hause nach Tönning. Seine Webseite lautet www.der-mit-dem-wind-faehrt.de
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3 Kommentare zu „Der Kajakmaran-Mann Andreas Gabriel ist im Schwarzen Meer. Die letzten Fluss-km.“

  1. avatar matti sagt:

    Andreas, halt die Ohren steif! Glück auf und weiter so!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 9 Daumen runter 0

  2. avatar fastnetwinner sagt:

    Bitte unbedingt Buch schreiben. Ich kaufe hiermit 3!

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  3. avatar Ingo T. sagt:

    GO TACHENTI GO!

    Habe gerade auf Deiner HP den Türkei-Bericht gelesen. Hört sich so an, als ob solche Momente die vielen Entbehrungen absolut aufwiegt. Man wird ja manchmal ein wenig neidisch….. Grüße aus dem Büro. Meinen Hemdkragen hab ich mal schön locker gemacht und kann Deine Freiheit jetzt auch spüren….

    Grüße und alles Gute!

    Ingo T.

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