Drogen: 1,4 Tonnen Kokain auf zwei Segelyachten sicher gestellt – Wert: 200 Millionen Euro

„Hab’s gewagt… und verloren!“

Die Französische Marine und der Zoll fahnden verstärkt nach Schmuggler-Segelyachten im Pazifik. Nach Leck und Motor-Ausfall ins Netz gegangen.

Die französischen Fahnder wollten ihren Augen nicht trauen. Als sie nach entsprechenden Hinweisen von verdeckten Ermittlern in der Mittel- und Südamerikanischen Schmugglerszene nach tagelanger Suche eine Segelyacht vor den Marquesas (etwa 1.500 km von Papetee, Tahiti entfernt) im französischen Überseegebiet Polynesien aufbrachten, war das Boot bis unter das Cockpitdach mit handlichen Kokain-Päckchen gefüllt.

Mehr als 620 Kilogramm des weißen Pulvers hatten zwei Schmuggler und Segler spanischer Herkunft an Bord. Nach Angaben der Französischen Armee sollte das Boot ohne Zwischenstopp den Pazifik überqueren und direkt Australien oder Neuseeland ansteuern. Doch auf Höhe der Marquesas-Inseln bemerkten die beiden Segler ein Leck und entschieden, zur Reparatur den nächstgelegenen Hafen anzulaufen. 

Schmuggel, Drogen, Katamaran, Polynesien

Die Mojito im Yachtclub Tahiti © douane

Nur wenige Tage später luden sich Zöllner und Drogenfahnder auf einen Katamaran ein, der kurz zuvor in die Marina von Arue, Yachtclub Tahiti eingelaufen war. Zwei nervös wirkende und sich offenbar häufig streitende Segler erschienen dem Hafenmeister und den Stegnachbarn verdächtig. Sie alarmierten den Zoll. Als die Herren der Exekutive den Nautitech 44-Katamaran mit dem sinnigen Namen „Mojito“ betraten, standen ihnen zwei Schmuggler mit aschfahlen Gesichtern gegenüber.

Kunststück: mehr als 800 Kilogramm Kokain, ebenfalls in Päckchen eingeschweißt, lassen sich nur schlecht vor den geschulten Augen der Zöllner verbergen.  Offenbar hatten auch diese beiden Segler und Schmuggler, ein Franzose und ein Panamaer, ebenfalls versucht ohne Zwischenstopp nach Australien zu gelangen, doch fiel bei ihnen die Maschine zur Stromversorgung an Bord aus. Worauf sie Tahiti anliefen.

Schmuggel, Drogen, Katamaran, Polynesien

Hätte auch klappen können… einer der mutmaßlichen Schmuggler auf dem Weg zum Haftrichter © douane

Die vier Schmuggler wurden dem französischen Haftrichter von Papetee vorgeführt – nach Verurteilung erwartet sie ein Strafmaß von 20 – 30 Jahren Gefängnis. 

„Ich hab’s eben gewagt und leider verloren,“ sagte der etwa 50-jährige französische Schmuggler gegenüber Lokalreportern. „Die Versuchung war einfach zu groß, mit einem langen Törn durch den Pazifik so richtig viel Geld zu machen!“ 

Nach Aussagen der Französischer Behörden beweist dieser Schlag gegen den internationalen Drogenschmuggel erneut, wie wichtig mittlerweile Segelyachten beim groß angelegten Drogentransport geworden sind.

Schmuggel, Drogen, Katamaran, Polynesien

Mit dieser Fregatte patrouilliert die französische Armee im pazifischen Raum ihrer Überseegebiete © marine francaise

 „Wenn sie von Könnern gesegelt werden, sich unauffällig verhalten und fernab der Inseln ihre Routen wählen, sind diese Boote nur durch Hinweise aus der Szene auszumachen,“ stellt der zuständige Zollinspekteur von Tahiti klar. Außerdem wachse die Anzahl Blauwasseryachten vor den polynesischen Inseln enorm an, so dass eine lückenlose Kontrolle auch dort nicht mehr möglich sei. 

Die beschlagnahmten Drogen sollen auf ihrem Bestimmungsmarkt „down under“ in Australien und Neuseeland einen Marktwert von ca. 200 Millionen Euro haben.

Tipp: André Mayer

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Michael Kunst

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Ein Kommentar „Drogen: 1,4 Tonnen Kokain auf zwei Segelyachten sicher gestellt – Wert: 200 Millionen Euro“

  1. avatar Peter sagt:

    Einzelschicksale sind ja oftmals ein Jammer

    Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 5

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