Dumm gelaufen: Wie zehn Herren gleichzeitig den Halt verlieren

Männer über Bord

Wer sich auf ein Boot begibt, sollte nicht ganz die Möglichkeit ausschließen Bekanntschaft mit dem kühlen Nass zu machen.  Auf der schweizer TP52 “Team Vision Future” wird daraus ein Gruppenerlebnis.

Wenn sich zehn Männer in den Relingsdraht hängen, sollte man ihn vorher auf seine Festigkeit überprüfen. Diese Erfahrung hat das Schweizer Team der TP52 “Team Vision Future” bei einem Trainingsschlag vor dem französischen Porquerolles gemacht.

Plötzlich ging der Halt verloren, und ein Großteil der Crew schwamm achteraus. Bei härteren Bedingungen kann das böse ausgehen. In diesem Fall wird aber ein Coach-Boot in der Nähe gewesen sein und die Yacht des Trainingspartners ist auf Standby.

Das Malheur mit dem Draht ist kein Einzelfall. Immer wieder ist die reißende Reling ein Ärgernis für enthusiastische Raushänger. Der Skipper wird sich auch nicht gerade freuen, weil nach solchen Vorfällen, das “lebende Fleisch” schwer motiviert werden kann, alles an der Kante zu geben, um die fehlenden zehntel Knoten aus dem Schiff zu quetschen.

Hier und hier sind weitere Schnappschüsse von Crews im freien Fall zu sehen.

Hiking, ausreiten

So haben die Team Vision Future Jungs das Hängen auf ihrer alten GP42 gelernt. © Martinez Studio

Team Vision Future am Wind. © Pierrick Jeannautot

Team Vision Future am Wind. © Pierrick Jeannautot

TP52

Die vollbesetzte TP52 in ihrer ersten Mittelmeer-Saison. © Madeleine Sassy

Die TP52 “Team Vision Future” in Aktion:

Team Vision Future TP 52 – Semaine de Porquerolles 2016 from Mado Sassy on Vimeo.

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8 Kommentare zu „Dumm gelaufen: Wie zehn Herren gleichzeitig den Halt verlieren“

  1. avatar ast sagt:

    Ist ja auch nicht erlaubt so zu hängen. Es wird auch nicht legaler, wenn alle es machen.
    Die RRS sind da ganz klar.

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    • avatar Hans C. sagt:

      Die RRS sind ganz klar:
      “49.2 When lifelines are required by the class rules or the sailing instructions they shall be taut, and competitors shall not position any part of their torsos outside them, except briefly to perform a necessary task. On boats equipped with upper and lower lifelines, a competitor sitting on the deck facing outboard with his waist inside the lower lifeline may have the upper part of his body outside the upper lifeline. If the class rules do not specify the material or minimum diameter of lifelines, they shall comply with the corresponding specifications in the ISAF Offshore Special Regulations.”

      Ich seh da keinen Verstoß.
      (Für diejenigen, die kein englisch verstehen: Guckt in eure WR bei 49.2. Sinngemäß steht da, dass die Hüfte innerhalb des unteren LifeBelts-Relingsdraht sein muss und der Oberkörper außerhalb sein darf.)

      Ob jetzt 3.14.6 der ISAF Offshore Special Regulations erfüllt wurde, kann ich hier nicht beurteilen. Aber im Zweifel für den Segler.

      Lieber ast,
      bitte Frage dich, bevor du die Worte “RRS” “legal” und “ganz klar” in den Zusammenhang stellst, welche Regel gilt. Dann lies die Regel und fälle danach dein Urteil auf Grund von Fakten und nicht auf der inneren Empfindung.
      Vielleicht hast du danach das Zeug zu einem ordentlichen Jury-Mitglied.

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      • avatar Hans C. sagt:

        Mein Fehler:
        “Oberkörper außerhalb // des oberen Relingsdraht// sein darf //, wenn er sitz//.”

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      • avatar Willii Gohl sagt:

        Lieber Hans C.,
        ast hätte sicher präziser sein können, aber grundsätzlich hat er Recht. Richtig zitieren Sie RRS 49.2, aber dazu gehört auch Case 36 und dort wird im letzten Satz “…sitting on deck…” gesagt. Mit anderen Worten der Po muss an Deck sein. Das ist auch richtig so, denn dadurch wird Druck von den Lifelines genommen. Dieses “sitting on deck” wird aber geflissentlich übersehen, so auch auf den Photos zum Artikel zu erkennen, lediglich beim Photo, das die Crew auf der GP 42 zeigt, scheint mir der Herr mit Hut der Regel zu entsprechen, aber das ist von Photos schwer zu beurteilen. In der J 70 Klasse hat dieses “hiken” bei der kürzlichen Charleston Race Week zu vielen Diskussionen geführt..
        Zusammenfassend, die RRS sind wirklich ganz klar, nur etwas anders als Sie glauben. Sorry.
        Gleichwohl, freundliche Grüße, Willii Gohl

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        • avatar RVK sagt:

          Wieso bedeutet sitting on deck, dass der Po auf dem Deck sein muss? Gibt es eine formale Definition was sitting bedeutet? Wenn ich mit dem untersten Teil meiner A…backe noch die Deckskante berühre, ist das noch sitting? Und wenn nicht, wieso?
          Die Frage ist nicht böse gemeint, sondern aus wirklichem Interesse gestellt. Segele selbst viel Sportboot und wir hiken auch alle wie die Doofen. Will da aber auf jeden Fall regelkonform bleiben.

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          • avatar thorsten sagt:

            Alle Begriffe, die nicht explizit in den Wettfahrtregeln definiert sind, sind in der allgemein gebräuchlichen (seemännischen) Form zu verstehen.
            In Zweifel wird gerne das Oxford Dictionary herangezogen (wegen English in case of language conflict).

            Das spricht von ‘weight’ ‘supoorted by ones buttocks’, siehe auch hier:
            http://www.oxforddictionaries.com/de/definition/englisch/sit

            Also ja, sitzen meint sitzen. So richtig. Komplett. Mit Gewicht. Auf dem (eigenen) A… 😉

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  2. avatar Klaus sagt:

    Genau. Bloß nicht hiken. Dickschiff Segeln könnte sonst ja plötzlich zum Sport ausarten. Das will ja keiner.

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