Eissegeln: Die größte Eis-Yacht der Welt “Deuce” rast über die US-Seen

Cool rasen

54,6 Fuß lang ist der 75 Jahre alte Oldtimer “Deuce”. 90 Knoten (166 km/h) schnell soll er segeln. Flugpionier Charles Lindbergh baute mit am Mast. Video „on the rocks“ mit Kultcharakter.

Gebaut in den glorreichen Zeiten, als Eissegeln in den kalten Regionen dieses Planeten zum Nationalsport zählte. Als eines der „Big Boats“ der Eissegel-verrückten Nordamerikaner, wurde die „Deuce“ in den späten Zwanziger Jahren auf Kiel gelegt und segelte erstmals 1930.

Beeindruckende Dimensionen © iceboat

Beeindruckende Dimensionen © iceboat

Die 54,6 Fuß/16,64 Meter lange Eisyacht hatte schon damals nur eine Aufgabe: Rasen! 1932 fuhr sie auf den nordamerikanischen und kanadischen Seen Rennen gegen Züge und Autos, die auf ihren Strecken und Straßen am Ufer meistens gegen die „Deuce“ verloren. So wurden 1932 angeblich 236 km/h Bootsgeschwindigkeit bei 48 km/h Windgeschwindigkeit von Land aus gemessen. Ein Rekord, der heute selbst in der Szene nicht ganz ernst genommen wird, da die Baumwollsegel der damaligen Zeit den Belastungen nicht standgehalten hätten. Die Anfang 2015 gemessene Spitzengeschwindigkeit von 166 km/h wurde an Bord per GPS gemessen – allerdings nicht in Anwesenheit offizieller Zeitnehmer.

Die Erbauer dieses Speed-Wunders waren Joe Lodge und „ein Franzose“, dessen Name nicht überliefert wurde, der aber wohl maßgeblichen Anteil an der Konstruktion des Rumpfes hatte. Lodge war wiederum Cousin ersten Grades von Charles Lindbergh, dem legendären Piloten und Atlantik-Erstüberflieger. Es gilt als sicher, dass Lindbergh bei der Konstruktion des 54 Fuß langen, drehbaren Mastes mitwirkte, der jahrzehntelang als Nonplusultra galt – nicht nur in der Eissegelszene.

Steuerstand © iceboat

Steuerstand © iceboat

Heute wird die „Deuce“ von Rick Hennig und seiner Gang auf nordamerikanischen Seen wie dem Lake Geneva (hat nix mit dem Genfer See gemein) oder dem Lake Mendota/Wisconsin gesegelt. Werkzeugmacher Hennig (“Jedes Teil, das kaputt geht, und davon gibt es viele, repariere ich selbst!”) baute 2005 seiner Eisyacht auch einen neuen Rumpf, nachdem der ursprüngliche ein Jahr zuvor auseinander gebrochen war.

Das Video zeigt die ausgesprochen coole Crew beim Heizen auf ihrer ultracoolen Yacht während der „Wisconsin Stern Steerers Association Regatta“. Irre, wie der Ausleger in einer Böe steigt! Untermalt mit stimmigen Rhythmen – kultverdächtig.

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