Energie: „Solarsails“-Studenten platzieren Solarzellen im Segel

Strom aus dem Segel

Wenn Segel die größte Fläche einer Yacht  „in der Sonne“ bieten, warum dann nicht genau dort Solarzellen platzieren?

Das Prinzip von "Solarsail" © solarsail

Das Prinzip von “Solarsail” © solarsail

Studenten der Dualen Hochschule Baden Württemberg in Heidenheim entwickeln derzeit ein neuartiges Konzept zur Versorgung von Segelyachten mit elektrischer Energie. „Solarsails“ will damit Segler ansprechen, die „offen für alternative Formen der Energieversorgung“ sind. Im Video berichten die beteiligten Studenten von ihrer Vision und ersten Versuchen im Segel einer Yacht.

Auf einer Crowdfunding-Website „startnext“ sammeln sie nun Geld für einen Segel-Prototypen in Originalgröße.  Dort beschreiben sie ihr Projekt:

Flexible Solar-Panels machen's möglich © solarsails

Flexible Solar-Panels machen’s möglich © solarsails

„Im Gegensatz zu einschichtigen Tuchsegeln bestehen Membransegel aus mehreren Lagen, die verschiedene Funktionen erfüllen. Durchsichtige Außenfolien schützen eine faserverstärkte Trägerschicht, die dem Segel Stabilität verleiht.

Die Innovation von Solarsails besteht darin, in diesen Aufbau eine Lage aus flexiblen Solarzellen zu integrieren. So wird aus Sonnenschein auf ungenutzte Segelfläche elektrische Energie für Navigation und alle anderen Stromverbraucher an Bord.

Ist man beim britischen "Solar cloth" schon weiter? © sail cloth

Ist man beim britischen “Solar cloth” schon weiter? © sail cloth

Der Feldtest eines ersten Labormusters mit eingeschränkter Funktionalität auf dem Chiemsee im August 2014 bestätigt die Vermutung, dass die in Segelposition angebrachten Solarmodule Leistungswerte erzielen, die im Durchschnitt 20% über denen von konventionell an Deck angebrachten Zellen liegen. Zusammen mit dem Fakt, dass ein Membransegel eine vergleichbare Lebensdauer wie flexible Photovoltaik hat, ist das ein wichtiges Indiz für eine mögliche Produktkombination.“

Ganz neu ist die Idee allerdings nicht. So experimentiert die britische Solar Cloth Company bereits seit einiger Zeit mit Photovoltaik in Segeln.

Website Solarsails Heidenheim

Spenden
https://yachtservice-sb.com

5 Kommentare zu „Energie: „Solarsails“-Studenten platzieren Solarzellen im Segel“

  1. avatar Schnell Segeln sagt:

    Naja,
    zum einen wird das Segel schwerer, das ist schon mal ganz schlecht, außer vielleicht für treibende Europaletten
    und zum anderen halten Photovoltaikmodule an Deck länger, sind also auf Dauer günstiger.
    Daher kann mich das Konzept nicht begeistern.

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  2. avatar Blond sagt:

    Beim Segeln brauche ich ja eigentlich keinen Strom – außer vielleicht für die Latte Machiato Maschine und den Eiswürfelbereiter.
    Die meisten Yachten liegen längere Zeit im Hafen. Da würde ich Solarzellen auf der Baumpersenning bevorzugen. Den Strom kann ich dann auch gleich mit Kabel ins Netz einspeisen
    – und so die Welt retten.
    Beim Segeln ist das lange Kabel doch eher hinderlich – wie sind eure Erfahrungen?

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 9 Daumen runter 0

  3. avatar Marc sagt:

    Ist der Winkel im Segel denn nicht deutlich schlechter im Segel? Da “fällt” das meiste Sonnenlicht ja quasi an den Zellen vorbei.

    Muss meinen Vorrednern Recht geben, Strom braucht man auch im Hafen und dort die Segel hochziehen oder extra rausfahren um die Akkus zu laden? Für lange Törns vielleicht interessant.

    Haltbarkeit ist auch so eine Sache, normale Zellen halten doch gute 10 Jahre. Ein Segel vielleicht 5???(bin nur Regattasegler, weiß nun nicht wie oft ein Fahrtensegler seine Segel tauscht. Oder halten die flexiblen Zellen im Segel auch nicht länger?

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  4. avatar Chris sagt:

    Schon als ich den Titel gelesen hatte, dachte ich mir: Endlich ne gute Lösung für Offshore-nonstop Racer, die viele Technik mit Strom zu versorgen.
    Ich gebe euch allen Recht, der normale Fahrtensegler braucht den Strom im Hafen und über den Tag, bzw. auch mal eine Nacht vor Anker reicht der Strom.
    Aber könnt ihr euch noch an die Probleme bei der letzten Vendée Globe mit den Propeller-Generatoren erinnern? Da hat kaum einer durchgehalten. Und die ganze Zeit den Diesel laufen zu lassen wie die Volvos is schließlich auch nicht das, was wir langfristig wollen.
    Daher (und weil ich auch DH-Alumni bin) find ich das ne super Idee, die wahrscheinlich erst wenige, dafür aber hoch begeisterte Abnehmer finden kann.

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    • avatar Super-Spät-Segler sagt:

      Propellergeneratoren liefern m.W Leistungen im Bereich mehrerer hundert Watt.
      Um diese Leistung aus Solarzellen zu bekommen, brauchst Du mehrere Quadratmeter mit direktem Sonneneinfall.
      Da man vorher nicht weiß von welcher Seite die Sonne scheint (wenn überhaupt) auch noch beidseitig.
      Bin nicht sicher, ob derartig große Flächen den Belastungen der Vendée Globe gewachsen sind.

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