Entführung: Islamisten drohen, deutsche Segler zu töten

Ultimatum

Alle Befürchtungen nach der Verschleppung zweier deutscher Segler auf den Phillipinen im April haben sich bestätigt. Die Terrororganisation Abu Sayyaf erklärt sich solidarisch mit der IS und fordert 4,4 Millionen Euro Lösegeld.

Stefan O. (74) und Henrike D. (55) in den Händen der philippinischen Abu Sayyaf Gruppe.

Stefan O. (74) und Henrike D. (55) in den Händen der philippinischen Abu Sayyaf Gruppe.

In einem im Internet veröffentlichen Bekennerschreiben hat die Al-Qaeda nahe stehende Islamistengruppe Abu Sayyaf die Entführung des 74-jährigen Arztes Stefan O. und seiner 55-jährige Begleiterin Henrike D. zugegeben und droht jetzt mit der Ermordung seiner Geiseln.

Im Zeitraum von 15 Tagen solle ein Lösegeld von 4,4 Millionen Euro gezahlt werden. Außerdem betonen die Terroristen ihre Unterstützung der IS Kämpfer und fordern, “die Unterstützung für Amerika im Töten unserer muslimischen Brüder im Irak und in Syrien, speziell der Mudschaheddin des Islamischen Staates, zu beenden.”

Abu Sayyaf operiert im muslimischen Süden der Philippinen und strebt die Errichtung eines Gottesstaates an. Die Gruppe wird seit 1991 vom philippinische Militär bekämpft. Sie soll zurzeit insgesamt zehn Geiseln in ihrer Gewalt haben.

Die Segler waren mit ihrer Yacht in der vermeintlich sicheren Region von Palawan im Westen der Philippinen unterwegs. Sie seien von dort aus auf dem Weg nach Sabah in Malaysia gewesen, als der Überfall passierte.

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5 Kommentare zu „Entführung: Islamisten drohen, deutsche Segler zu töten“

  1. avatar eku sagt:

    Auch, wenn das jetzt echtes Glatteis ist, auf das ich mich begebe:
    Ich weiß schon seit Ende der 1970er nicht so recht, was manche Europäer in diesen Ländern als Touristen zu suchen haben. Es ist ganz einfach für die örtliche Bevölkerung ein irrer Affront (Französisch null check), was die wirtschaftlichen Verhältnisse zwischen den Touristen und ihnen angeht. Das kann eigentlich nur schwierig sein.
    Wenn ich dann noch an das Auftreten (Bitte: Ich möchte den beiden Betroffenen nicht zu nahe treten – ganz allgemein) mancher Nordeuropäer in Südeuropäischen Ländern oder Deutscher schon in DK denke, kann ich mir nicht vorstellen, wie solche Reisen gut gehen sollen außer wenn wieder der Reiner (zufall) da seine schützende Hand drüber hält.
    Klar träumt man von solchen Reisen und ich kenne genug Menschen, die sich diesen Traum wahr gemacht haben. Spricht man dann mit denen, die es dorthin verschlagen hat, tun sich Abgründe im Verständnis der dortigen Welt auf.
    Wenn alte Seeleute (als Matrose oder Offizier gefahren) über diese Länder berichten, klingt das dann oft ganz anders, als das, was man sich in seinen Träumen vorstellt. Die haben aber auch einen ganz anderen Einblick und genossen auf Grund ihres Jobs auch eine ganz andere Anerkennung in den Ländern dieser Welt.
    Kurz: Wenn ich einen Job bekommen würde, der einen Aufenthalt im ferneren Asien erfordern würde, würde ich sofort ja sagen!
    Aber aus Spaß? Ich käme mir irgendwie “displaced” vor. Es scheint mir, dass manche (wieder nicht persönlich auf die beiden Betroffenen bezogen) keine Ahnung haben welche Provokation ihre simple Anwesenheit dort darstellt.

    Irgendwie nen depressives Thema

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 11 Daumen runter 13

    • avatar Hans C. sagt:

      Eku, pauschal kann man nicht sagen, dass man dort als Tourist nichts suchen hat. Es kommt ganz auf das Verhalten der Menschen an. Viele sind blauäugig aber nicht alle. Man kann auch mit Feingefühl einen guten Kontakt zu der Kultur der einheimischen Philipinos herstellen. Außerdem lebt deren Land auch vom Tourismus, dadurch versuchen die Veranstalter einen schon von Unruheherden und Slums verzuhalten, was das Bild natürlich verzerrt, welches man dann zu Hause erzählt. Die Einheimischen wissen darum auch und man beißt ja nicht die Hand, die einen ernährt.
      In Syrien, Israel und der Ukraine da hat man derzeit wirklich nichts zu suchen, außer man spielt gerne mit dem Feuer. Aber die Philipinen sind ja derzeit nicht im Krieg, deshalb darf man meines Erachtens nach den beiden Entführten keinen Vorwurf machen.

      Ob diese Geschichte ein gutes Ende nimmt bezweifle ich, denn die Bundesregierung darf aus dem reinen Schutzaspekt seiner Bürger nicht das Lösegeld zahlen, denn sie würden da eine Tür aufschlagen, die zu viele auf der Welt einrennen würden. Die IS nahe Gruppe wiederum möchte ihre Verbundenheit und Aktionsbereitschaft zeigen. Die Tragödie ist somit ziemlich klar erkennbar, wenn die Entführer nicht durch Staatskräfte gestoppt werden. Sei es die dortige Polizei oder die Bundeswehr.

      Trotz allem hoffe ich auf einen guten Ausgang für die beiden.

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 0

      • avatar eku sagt:

        Hallo Hans, das Dumme an der Geschichte ist, dass deine Argumente natürlich auch richtig sind.
        Ich wollte keineswegs irgendetwas pauschal sagen, schon gar nicht über bestimmte Menschen, wie die beiden betroffenen Segler.
        Ich (!) käme mir displaced vor. Das kann selbstverständlich nicht heißen, dass das für alle anderen gilt. Es ist ganz einfach meine Einschätzung solcher Reiseziele und mir ist durchaus klar, dass andere damit anders umgehen, das auch können und sich dabei wohl fühlen.
        Ich habe den Kommentar geschrieben, weil ich denke, dass es gut ist zu diesem Thema auch mal eine (zugegebenermaßen) extreme Position darzustellen – der inneren Debatte wegen ..

        Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

    • avatar dubblebubble sagt:

      Was hat das mit Touristen zu tun?

      Dieser Abschaum entführt oder schlachtet jeden ab wenn sie sich was davon versprechen. Militär genauso wie humanitäres Personal oder Touristen.
      Länder zu besuchen wo solche Mordbanden ihr Unwesen treiben, ist allerdings schon etwas fahrlässig.

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  2. avatar jorgo sagt:

    Bei aller Tragik:
    Würde das Stichwort “displaced” gerne noch mal aufgreifen (ohne näher zu wissen wie die derzeitigen Opfer unterwegs waren…)
    Es ist natürlich u.U. eine enorme Diskrepanz zwischen einer blitzblanken Yacht (per Definition ein Lustschiff) und den Lebensumständen der grossen Mehrheit in den betreffenden Ländern. Da prallen buchstäblich Welten aufeinander.
    Wir liefen vor ein paar Jahren mit einem 38 Fuß Kat von den Kanaren kommend in einen kleinen marokkanischen Fischerhafen ein ….. und kamen uns, zu weit an Bord dieses relativen Luxus-Schlitten zwischen den ganzen mittelalterlichen kleinen Fischerkähnen mit den vielen Menschen an Bord wahrlich “displaced” und unbehaglich vor.

    Nun kommt noch die derzeit stark zunehmende Zuspitzung dazu. Ich denke man sollte sich gut überlegen wohin man auf welche Art und Weise reist.
    Letztlich ist dieser ganze mittelalterliche Glaubenskrieg doch auch eine Abrechnung zwischen den extremen wirtschaftlichen, sozialen Unterschieden in der Welt – zwischen totalem Überfluss und nackter Not …. und zwar in jeder Beziehung. Was drückt denn Wohlstand mehr aus als eine Yacht?

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 1

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