Entwicklung: Dreimann-Kielboot hebt sich mit Tragflächen aus dem Wasser

Kielboot auf Droge

Foiling sieht für traditionelle Segler immer noch sehr gewöhnungsbedürftig aus. Aber es rückt immer näher an den Normalverbraucher heran. Das neue 7,08 Meter Kielboot Quant23 aus der gleichnamigen schweizer High Tech Werft soll sich für jedermann problemlos aus dem Wasser heben lassen.

Quant23

Das neue sechs Meter lange Kielboot Quant23 hebt sich aus dem Wasser. © Michael Aeppli / QuantBoats

Die ersten Testfahrten vor Cowes haben zwar noch kein Video aber immerhin Bilder entstehen lassen, die das Dreimannboot im Flugmodus zeigen. Dabei vertraut das Team von Quant Boats auf das DSS System, das es seit mehr als zehn Jahre lang optimiert.

Der 100 Fußer “Wild Oats XI” hat mit DSS schon das Sydney Hobart Race gewonnen, und einer Infiniti 36 wurde damit zusätzliche Stabilität verpasst. Dabei geht es aber darum, das aufrichtende Moment zu verbessern, indem das vertikal nach Lee geschobene Schwert Auftrieb entwickelt. Noch extremer soll DSS die Vendee Globe Flotte revolutionieren.

Quant23

Flugmodus schon am zehn Knoten Wind. © Michael Aeppli / QuantBoats

Aber das DSS, das bei der Quant23 zum Einsatz kommt, geht noch einen Schritt weiter. Es soll das Schiff komplett aus dem Wasser heben und dabei stabil segeln. Dabei betont Entwickler Hugh Welbourn, dass das Segeln weit entfernt ist von den fragilen Ritten mit einer Moth oder den AC72. “Es geht einfach um ein Boot, das jeder nach zehn Minuten im Flugmodus segeln kann.”

Während normalerweise beim DSS nur ein Schwert nach Lee ausgefahren wird, kommen bei der Quant23 zwei lange gebogene Profile zum Einsatz, auf denen das Schiff foilt. Es soll auf diese Weise einen Speed im Bereich von 25 Knoten erreichen und ab zehn Knoten Wind schon auf der Kreuz abheben.

Deshalb sind die Tragflächen sehr groß. Mit zunehmender Entwicklung sollen die Foils aber verkleinert und damit die Leistungsfähigkeit verbessert werden. Seinen Kiel mit der 60 Kilogramm Bombe soll das Schiff aber behalten.

Quant23

Extrem lange Tragflächen erlauben eine frühe Flugphase. © Michael Aeppli / QuantBoats

Quant23

Unter dem Scow Rumpf sorgt eine 60 Kilo Bombe für klassische Stabilität. © Michael Aeppli / QuantBoats

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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8 Kommentare zu „Entwicklung: Dreimann-Kielboot hebt sich mit Tragflächen aus dem Wasser“

  1. avatar Alex sagt:

    So sieht ein innovatives Boot aus! ;-P

    Demnächst wir auch ein Mini 6.50 ähnlich daher kommen.

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  2. avatar dubblebubble sagt:

    Sehr geil. Man fragt sich sogleich was der Renner wohl kosten wird?

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  3. avatar Luke sagt:

    SR hat die Forums-Einträge auf SA für dich gelesen und zusammengefasst… dass muss dir schon was wert sein! 😉

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 16 Daumen runter 10

  4. avatar Peter sagt:

    Ich freue mich schon meinen Enkeln irgendwann davon zu erzählen, dass wir früher mit 5kn Geschwindigkeit um die Wette gesegelt sind…

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 2

  5. avatar Alex sagt:

    kleine korrektur: nicht die Volvo Ocean Race Flotte sondern die IMOCAs machen jetzt auch in foils.

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    • avatar Alex sagt:

      Die haben nur ein Problem. Sie haben vor den Tragflächen den Einheitsmast beschlossen.
      Wie der mit den Zusätzlichen Lasten klar kommt, wird man sehen.

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  6. avatar Michael Aeppli sagt:

    Nur damit es klar ist und keine Missverständnisee aufkommen:
    erstens ist das Boot 7 und nicht 6m
    und gefoilt wird auf dem Leefoil, der Luvfoil wird leicht angehoben, meistens sollte das reichen, er sollte nicht im Wasser sein. Das Boot wird deshalb mit ca. 10Grad Krängung gesegelt. Wir haben auch rasch geshen, dass es das sehr mag.
    Einzige Ausnahme: voll Downwind bei richtig Hack, kann man ev. auf beiden Flügeln völlig aufrecht runterfahren.

    Michi Aeppli/Quantboats

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 9 Daumen runter 0

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