Expedition: Arved Fuchs darf Murmansk nicht verlassen

Vom Behörden-Pack(eis) eingeschlossen

Arved Fuchs, Murmansk, Willkür

Die “Dagmar Aaen” im Hafen von Murmansk © fuchs

Die „Dagmar Aaen“ sollte längst auf dem Weg in Richtung Polarregion sein. Doch russische  Behördenwillkür stellt Deutschlands bekanntesten Abenteurer Arved Fuchs auf eine harte Geduldsprobe.

„Uns stinkt es gewaltig hier im Hafen von Murmansk!“ schreibt  Fuchs auf seiner Website. Und meint dies durchaus im doppelten Wortsinne: Sein Expeditionsschiff „Dagmar Aaen“ musste im hintersten Winkel des von Rauschschwaden umnebelten Kohlehafens festmachen.

Und wird dort seit dem 19.Juli festgehalten – die Russischen Behörden verhindern ein Auslaufen in Richtung Franz Josef Land, einer Inselgruppe in der Polarregion, dem Ziel dieser Reise.

Arved Fuchs, Murmansk, Willkür

Arved Fuchs ist stinksauer und Versucht mit Hilfe von Bundestagsabgeordneten gegen die russische Behördenwillkür vorzugehen © fuchs

Franz Josef-Land war in den letzten beiden Jahrhunderten häufig Ausgangspunkt historischer Expeditionen unterschiedlicher Nationen in die Polarregion.

Sieben Deutsche, zwei Russen und ein Schweizer wollten dort ursprünglich versuchen, einige der historischen Stätten aufzusuchen, die bis heute unentdeckt bzw. nicht erforscht sind. Neben dem Erkunden der Orte soll zudem nach Schiffswracks gesucht werden, deren Positionen jedoch nicht eindeutig übermittelt sind.
Im Jahr 2002 erklärte die UNESCO den Archipel zum Biosphärenreservat, 2009 gründete die russische Regierung den Nationalpark “Russische Arktis”.

Zwar ist die Region wegen des Klimawandels derzeit so eis- und schneefrei wie selten zuvor, dennoch bleibt dem Bad Bramstedter Arved Fuchs nur ein kleines Zeitfenster, um die Expedition noch erfolgreich zu absolvieren.

Er schreibt auf seiner Website: „Leider sind die Probleme mit der Border Guard wegen unserer Aus- und späteren Einreise immer noch nicht geklärt. Einerseits wird für uns (ebenso wie für befragte Behörden) völlig überraschend die Fahrt vom russischen Murmansk zum ebenfalls russischen Franz-Josef-Land durch dazwischen liegende, internationale Gewässer jeweils als Ein- und Ausreise gewertet – und dazu passen die für uns ausgestellten Visa nicht. Zudem gibt es auf den Inseln keine Möglichkeit zum Einklarieren. Andererseits wird für diese Passage eine Genehmigung russischer Behörden gefordert, aber ohne Angabe, wo wir diese (zumindest theoretisch) bekommen könnten.“

Arved Fuchs ist stinksauer und Versucht mit Hilfe von Bundestagsabgeordneten gegen die russische Behördenwillkür vorzugehen © fuchs

Fuchs und seine beiden russischen Crewmitglieder studieren “neue Gesetze” der Russischen Behörden © fuchs

Die russischen Behörden sehen diese Situation anders und behaupten, das Schiff läge im Hafen fest, weil die Reiseroute noch nicht eindeutig geklärt sei. Mittlerweile haben auch russische Medien von Arved Fuchs misslicher Lage „Wind bekommen“ und berichten ausführlich im TV und in überregionalen Tageszeitungen über die anstehende Expedition und die eher schleppend und träge agierenden Behörden in Murmansk. Doch noch ist kein Hoffnungsschimmer in Sicht.

Andere Segelschiffe, die auf der gleichen Route unterwegs sind, durften in den letzten Tagen den Kohlehafen von Murmansk problemlos verlassen. „Hiermit ist ganz eindeutig ein Präzedenzfall geschaffen!“ ärgert sich Fuchs.

„Zusammen mit der großen Hilfe involvierter Bundestagsabgeordneter und der deutschen Botschaft arbeiten wir sehr intensiv daran, um nun endlich zu dem bereits bedauerlich späten Zeitpunkt nach Franz-Josef-Land starten zu können.
Wir werden berichten – hoffentlich bald von der “Eröffnung” durch die anspruchsvolle Seefahrt und nicht länger vom zeit- & nervenraubenden Glücksspiel im rußigen Hafen!“

Fuchs und seine beiden russischen Crewmitglieder studieren "neue Gesetze" der Russischen Behörden © fuchs

Von wegen große Freiheit – die Dagmar Aaen im Hafen von Murmansk © fuchs

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Michael Kunst

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2 Kommentare zu „Expedition: Arved Fuchs darf Murmansk nicht verlassen“

  1. avatar Uwe sagt:

    Fuchs schreibt auf seiner Homepage: “Viele Jahre war die Gegend um Nowaja Semlja und Franz-Josef-Land für Reisende verboten, erst mit dem Abzug des Militärs wurden die Inseln zugänglich.”

    Vermutlich liegt dort noch viel Schrott (radioaktiv ?) herum, den die Russen der Weltöffentlichkeit nicht präsentieren wollen. Es ist daher verständlich, dass sie Fuchs nicht dorthin reisen lassen möchten.

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  2. avatar Witold Malek sagt:

    Hallo ich war in den selben Zeit in Murmans auf einen polnischen Jacht Barlovento. Sie haben geschrieben
    “Andere Segelschiffe, die auf der gleichen Route unterwegs sind, durften in den letzten Tagen den Kohlehafen von Murmansk problemlos verlassen. „Hiermit ist ganz eindeutig ein Präzedenzfall geschaffen!“ ärgert sich Fuchs”.
    Wir haben zwar Murmansk verlassen, aber haben wir kein Erlaubnis für Franz bzw. Nowa Semla bekommen. Wir haben noch auch See für die Entscheidung den russische Behörde gewartet. Nach eine Woche es wurde uns folgende genehmigt: bis Karskie-Wrota und russische Seegebiet nicht verlasen, dann nach Archngielsk zurück.
    Also für mich ist das kein Präzedenzfall für Dagmar wir waren auch genau betroffen.
    mit freundliche Grüsen.
    Witold Malek
    (Mitglied Barlovento- Mannschaft)

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