Expeditionen: Polnisch-tschechische Crew segelt auf Stahlyacht ins Rossmeer

Südlichste Yacht

Vorschiffmänner haben's ja eigentlich nie leicht © Selma Expedition

Vorschiffmänner haben’s ja eigentlich nie leicht © Selma Expedition

78°43’926”S“ – noch nie sei eine vergleichbare Yacht so weit im Süden unterwegs gewesen, behaupten die Segler. Minus 20 Grad C., 100 km/h Windstärke und sieben Meter Welle mitten im Treibeis!

Ins Rossmeer oder auf die Rossinsel vor dem antarktischen Festland kommt man eigentlich nur als Mitglied einer Expedition. Die extrem schwierige Anfahrt wird heutzutage nahezu ausschließlich von Eisbrechern oder von anderen, speziell für den Einsatz im Treibeis konzipierten Schiffen bewältigt.

Dass die 20-Meter-Stahlyacht „Selma“ Mitte Februar ebenfalls dorthin gelangte, ist ein seemännische Meisterstück, auf das die elfköpfige polnisch-tschechische Crew zurecht stolz sein kann.

Sogar eine Flagge haben sie auf dem Festlandeis gesetzt © selma expedition

Sogar eine Flagge haben sie auf dem Festlandeis gesetzt © selma expedition

„Wir können nicht mehr weiter segeln, um uns herum verdichtet sich das Treibeis zusehends,“ meldete Skipper Piotr Kuźniar von Bord. „Unsere Position ist 78°43’926”S“

Selma unter Vollzeug vor der Küste des Antarktischen Kontinents © selma expedition

Selma unter Vollzeug vor der Küste des Antarktischen Kontinents © selma expedition

Damit hatte „Selma“ den bisherigen Rekord der britischen Yacht „Katharsis II“ eingestellt, die unter dem (ebenfalls) polnischen Skipper Mariusz Koper bis 78°43’566” S gekommen war.

Mehr als 700 Stunden war die „Selma“ unter Segeln auf Ihrem Törn von Hobart (Start 15. Januar) zum Rossmeer unterwegs gewesen. Kuźniar betonte, dass lediglich drei Stunden lang der Motor lief, als ein auflandiger Sturm mitten im Treibeis abgewettert werden musste. „Mehr als 100 km/h Windgeschwindigkeit, bis zu sieben Meter hohe Wellen, völlig zugefrorenes Deck und die ständige Eisberg- und Treibeisgefahr – der Törn war alles andere als ein Spaziergang!“ berichtete Piotr Kuźniar weiter.

Manche Passagen wurden mit "außergewöhnlich schwierig" beschrieben © selma expedition

Manche Passagen wurden mit “außergewöhnlich schwierig” beschrieben © selma expedition

Der Trip ins Rossmeer und in die „Bucht der Wale“ ist die fünfte Etappe einer 33.000-Kilometer-Reise, die „Selma“ im südlichen Pazifikraum und entlang der antarktischen Küste absolviert. Etappe 1 führte von Puenta Arenas nach Valparaiso, Etappe 2 war eine Pazifik-Querung nach Sydney, Etappe 3 die Teilnahme am „Sydney-Hobart-Race“, Etappe 4 führte Richtung Antarktis. Als letztes Teilstück steht der „Selma“ nun der Törn nach und rund Kap Hoorn, weiter nach Ushuaia bevor.

Website Selma Expedition

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Michael Kunst

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Ein Kommentar „Expeditionen: Polnisch-tschechische Crew segelt auf Stahlyacht ins Rossmeer“

  1. avatar Luke sagt:

    tatsächlich 78°43’ 926”S ? Oder doch 78°43,926’S … ach was, merkt eh keiner…

    Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 2

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