Expertenwissen

Von Uwe Röttgering

Journalisten sogenannter Qualitätsmedien erklären uns jeden Tag die Welt. Ab und zu schreiben sie auch über den Segelsport. Da kann man solche Sätze bei Spiegel Online lesen:

„Für Nicht-Segler: Mit Knockdown bezeichnet man es, wenn ein Segelboot durch Wellengang und/oder Wind so sehr in die Waagerechte gedrückt wird, dass der Mast die Wasseroberfläche berührt. Ein paar Grad mehr, und ein Boot verbleibt in dieser Lage.“

Dies ist falsch. Jede als hochseetüchtig klassifizierte Yacht, und nur von denen war im Artikel die Rede, wird sich auch nach einer Kenterung um z.B. 100 Grad wieder aufrichten. Mein Boot sogar noch aus über 150 Grad.

In einem anderen Artikel kann man bei Spiegel Online über das Barcelona World Race dies hier erfahren:

„Die Route führt die Teilnehmer von Barcelona über den Atlantik Richtung Westen, um das berüchtigte Kap Hoorn in Südamerika und weiter durch den Pazifik. Die Durchfahrt zwischen der Nord- und Südinsel Neuseelands (“Cook-Straße”) ist eine Pflichtpassage, anschließend wartet noch die Umrundung des Kaps der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas, ehe es durch den Atlantik und das Mittelmeer zurück nach Barcelona geht.“

Dumm nur, dass die Route genau andersrum, also von West nach Ost verläuft. Siehe hier. Nun geht von diesen Fehlern nicht die Welt unter. Schwamm drüber, es geht ja nur ums Segeln. Was mir aber zu denken gibt, ist, dass uns diese Leute auch die Wirtschaftskrise und die große Politik erklären wollen. Es ist zu befürchten, dass sie davon genau so wenig Ahnung wie vom Segelsport haben.

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