Familiencrew kentert mit 50 Fuß Katamaran

Heiße Familienkutsche

Der 50-Fuß-Kat "eDoc" liegt auf der Seite, die Familie steht auf dem Leeschwimmer, der Vater sieht aus der Fluchtluke. © Sealink Magnetic Island Race Week Media

Das Umfallen von Katamaranen gehört inzwischen zum fest etablierten Marketing-Tool für die konkurrierenden Veranstaltungen des America’s Cup World Series und der Extreme Sailing Series. Kenterungen sind der Beweis dafür, dass am Limit gesegelt wird. Schön und gut, aber jetzt werfen auch Amateure ihre Zweirümpfer um.

Bei der Sealink Magnetic Island Race Week 2011 in der Nähe des australischen Great Barrier Reefs hat eine Familiencrew ihren 28 Jahre alten 15 Meter langen Hochsee-Katamaran „eDoc“ umgeworfen.

Nicht durchgekentert. Auftriebskörper im Mast verhindern offenbar die 180 Grad Drehung. © Sealink Magnetic Island Race Week Media

Gavin Le Sueur war mit seiner Frau und vier Kindern bei der ersten Marke angekommen und wollte abfallen. „Dabei habe ich alles falsch gemacht“, sagt der Skipper. „Niemand war am Traveller und ich lief nach Lee um Ausschau zu halten.“ Als sich der Schwimmer hob sei er nach Luv geklettert und habe einem Reflex zufolge angeluvt statt abzufallen.

Nur ein Sohn war unter Deck und habe durch die Fluchtluke entkommen können. Der Crew sei nichts passiert. Ein professionelles Rettungsteam erreichte nach einiger Zeit die Kenter-Stelle und richtete das Schiff wieder auf.

Die Segel sind noch gesetzt, als das Schiff wieder aufgerichtet wird. Danach macht es sich ohne Crew selbstständig. © Sealink Magnetic Island Race Week Media

„Wir waren von Bord gegangen. So segelte das Schiff mit gesetzten Segeln alleine los“, erzählt der Skipper den Rennorganisatoren. „Wir rasten mit dem Motorboot hinterher und konnten es schließlich einfangen.“

Schockierend sei das Erlebnis nicht gewesen. Die Familie hatte ihre heiße Familienkutsche drei Tage lang über 250 Meilen von Cairns zur Regatta nach Magnetic Island gesegelt. Und es spreche nichts dagegen, jetzt auch den gleichen Weg wieder zurückzusegeln.

Der 28 Jahre alte Renn-Veteran "eDoc" am Wind. © Sealink Magnetic Island Race Week Media

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Familiencrew kentert mit 50 Fuß Katamaran“

  1. avatar jorgo sagt:

    Im Rahmen einer Regatta, mit genug “Rettungsbooten” drumherum geht sowas meist gut ….. aber nachts und allein auf See möchte ich das auf keinen Fall erleben. Ein Alptraum!
    Leider gibt es bei näherem Hinhören genug Stories KreuzerKat Kenterungen. Nicht in jedem Fall bleibt die Crew vollständig am Leben.
    Die “EDoc” ist wohl eher ein Rennboot ….. , will daher wohl umsichtiger gesegelt werden. Aber auch reine Kreuzer kann es leider erwischen. Anluven ist natürlich aufm Kat fast immer falsch wenn er ein Bein hebt. Frag mal den Segelreporter.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 0

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