Flug-Katamaran SL33: Team New Zealand Trainingsschiffe für “jedermann”

America's Cup Feeling

Der SL33 Flug-Katamaran für 245.000 Euro kommt auf den Markt. Die Entwicklung resultiert direkt aus den Tests, mit denen sich Team New Zealand und Luna Rossa auf den America’s Cup vorbereitet haben.

SL33 Foiling

Balance Act mit dem SL33 unter großem Vorsegel. © oceanphotography.co.nz

Als das Team New Zealand Ende 2012 die ersten Filme von seinen SL33 Flugkatamaranen mit Fügelrigg zeigte, hätten den Beobachter im Hause Oracle Racing eigentlich schon schwanen müssen, dass sich da etwas anbahnt.

Die Kiwis erreichten unter anderem mit der frühen Umrüstung der beiden Kats auf den Flugmodus einen Design-Vorsprung, der fast ausreichte ausgereicht hätte, um die Amerikaner zu überrumpeln. Am Ende ging es zwar dennoch knapp daneben, aber die Technologie bleibt.

SL33 Foiling

Dave Ridley (senior executive Hall Spars NZ) rast mit mehr als 30 Knoten über den Parcours. © oceanphotography.co.nz

Die SL33 Macher haben nun versucht, den Konstruktionsvorsprung auf den Markt zu übertragen. Und so bieten sie ab sofort den logischen Cross Over aus dem America’s Cup an, einen 33 Fuß Katamaran zum Fliegen für jedermann.

Dabei soll sich “jedermann” eher über Fahrkünste und weniger über die Brieftasche definieren. Denn der Preis von 245.000 Euro netto engt die Zielgruppe dann doch geringfügig ein.

Andreas Labek promotet schon länger den SL33 in Deutschland und holte 2011 einen SL33 Kat an den Bodensee. Im vergangenen Jahr gewannen er und Ralph Schatz damit die Rund Um am Bodensee.

Auch bei extrem starkem Wind vor Auckland wurde der SL33 getestet. © oceanphotography.co.nz

Auch bei extrem starkem Wind vor Auckland wurde der SL33 getestet. © oceanphotography.co.nz

Nun berichtet Labek: ” Im Herbst 2013 konnten wir die ausgereifte Technik vom Team New Zealand und Luna Rossa übernehmen. Seit sechs Monaten segeln drei private foilende SL 33 Katamarane vor Auckland.”

Die Entwicklung des SL 33 one design wurde von Dave Ridley, Geschäftsführer von Hall NZ und Mike Sanderson, Geschäftsführer von Doyle Sails NZ (2-facher Volvo Ocean Race Gewinner, 3-facher AC Veteran und Segler des Jahrs 2006) vorangetrieben.  Beide besitzen einen SL 33 Katamaran.

Nun wollen sie den nächsten Schritt gehen und eine one design Klasse etablieren. “Damit die Kosten 100 % kalkulierbar sind und um Chancengleichheit zu garantieren”, sagt Mitentwickler Labek. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir mit diesem zukunftsweisenden Design bald eine Regattaserie aufbauen können.”

SL33 Foiling

Fünf Mann Crew. © oceanphotography.co.nz

Das Gleiche wollen aber auch die Macher der Great Cup 32 Kats. Wieder bewerben sich zwei Konstruktionen um einen Spot. Schwer vorstellbar, dass es einen Platz für zwei Rennserien dieser Art gibt. Der direkte America’s Hintergrund könnte den SL33 aber einen Vorsprung geben.

Was auch immer da auf uns zu kommen mag, sicher ist, dass sich die Welt des Segelsports rasant ändert. Besonders der America’s Cup hat das Bild des Segelns in der Öffentlichkeit neu definiert. Das Kufen-Segeln zieht immer weitere Kreise. Spannend, was da in den nächsten Jahren auf uns zukommen wird. Spannend auch, wenn so ein Teil bei der Rund Um mit 30 Knoten durch die Nacht nagelt. 🙂

SL33 Website

SL33 Foiling

Vor dem Wind unter Gennaker. © oceanphotography.co.nz

 

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Flug-Katamaran SL33: Team New Zealand Trainingsschiffe für “jedermann”“

  1. avatar Super-Spät-Segler sagt:

    Halb OT: Fünf Minuten auf ‘nem Flying Phantom:

    Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 0

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