Flut-Katastrophe: Inge und Ernst-Friedrich Bartels retten “Atlantis” in letzter Minute

"Verwüstete Landschaft, zerstörte Lebenswerke"

Die Langfahrtsegler Inge und Ernst-Friedrich Bartels dokumentieren die aktuelle Flutkastrophe in Australien. Nur knapp können sie ihren Schoner “Atlantis” retten.

Ein Katamaran läuft voll

Ein Katamaran läuft voll, nachdem er in den Hochwasser-Fluten mit einem Hindernis kollidiert ist. © Bartels

Seit 2002 befinden sich Inge und Ernst-Friedrich Bartels mit dem 14 Meter langen selbst gebauten Stahl-Schoner “Atlantis” auf Langfahrt. Jetzt wäre ihnen ihr Liegeplatz in der australischen Bundaberg Midtown Marina am Burnett River fast zum Verhängnis geworden. Ihr BILDER BERICHT über die Vorkommnisse der vergangenen Tage beschreibt die Dramatik.

Tornados und tagelange Regenfälle haben Bundaberg verwüstet. Wie schon im Januar 2011 stieg das Wasser bis zu zehn Meter höher als sonst üblich. Menschen sterben, zehntausende bringen sich in Sicherheit.

Der deutsche Stahlschoner "Atlantis"

Der deutsche Stahlschoner “Atlantis” in besseren Tagen. Seit 2002 ist das Ehepaar Bartels unterwegs. © Bartels

Auch für das Ehepaar Bartels geht es ums nackte Überleben. Sie versuchen ihr Schiff zu retten und müssen ansehen wie bei den reißenden Fluten Schiffe und Treibgut vorbei wirbeln. Jeden Moment kann die Ankerleine brechen. Bei 50 Knoten Wind und 6 Knoten Strom reißen ganze Steganlagen aus der Verankerung.

Die “Atlantis” muss immer wieder verholt werden, um Wracks und Treibgut aus dem Weg zu gehen. Getroffene Yachten sinken nebenan. Im entscheidenen Moment streikt der Motor. Die Segler bereiten sich auf das Verlassen des Schiffes vor. “Tapfer packt Inge alle wichtigen Dinge in den wasserdichten Notfall-Sack”, schreibt der Skipper.

Hält der Anker?

Hält der Anker? Die Leine muss bis zum Ende gefiert werden. © Bartels

Aber er will nicht aufgeben. Immer wieder schraubt er im Maschinenraum während die Frau am Anker Wache hält. Um ein Uhr nachts der letzte Versuch mit einem Ölwechsel. Die Maschine doch wieder. Das Schiff kann in eine sichere Position gebracht werden. Anlass zu ausgelassener Freude gibt es  nicht. “Das Wasser ist gesunken und das ganze Ausmaß der Katastrophe wird sichtbar”, schreibt Bartels. “Eine verwüstete Landschaft, zerstörte Lebenswerke und mehr. Wir wollen sobald als möglich weg. Für Yachten gibt es in Bundaberg Stadt vorerst keine Perspektive mehr.”

Tipp: Uwe Röttgering

 

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Carsten Kemmling

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3 Kommentare zu „Flut-Katastrophe: Inge und Ernst-Friedrich Bartels retten “Atlantis” in letzter Minute“

  1. avatar matjaz sagt:

    Erschreckender Wahnsinn und demütige Gefühle.

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  2. avatar Capitan Futuro sagt:

    Klar, im Nachhinein ist man immer klüger und von der warmen Stube aus eh leicht zu sagen:

    Aber während der Regenzeit in einem Fluss zu ankern, …..? Scheint mir nicht gerade ein glanzvoller Gedanke zu sein. Gibt es in Australien etwa keine anderen Häfen?

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  3. “Capitan Futuro”

    Wir mussten die Marina verlassen und das Ankern im Fluss war die einzige Alternative
    zu einem Seetörn während des Cyclon‘s. Vielleicht hast Du auch eine Alternative zu
    Anker auf bei 19 Knoten Strom wie es die Sea Karma erlebt hat.

    Zu “Gibt es in Australien etwa keine anderen Häfen?”

    Na dann Schau mal in GE falls das in Deutschland schon bekannt ist.

    Außerdem werden sich ein paar hundert australische Segler sehr über deutsche Kritik freuen.

    Vor allem die, die schuldlos alles verloren haben.

    Wir waren mit dabei und trauern mit ihnen um ihre Angehörige, Freunde und Schiffe.

    Ernst

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