Frau über Bord: Florence Arthaud telefonierte im Wasser. Helikopter brachte sie zu Yacht und Katze

"Ich wollte achteraus pinkeln..."

Florence Arthaud, französische Segellegende, fiel in der Nacht von Samstag auf Sonntag vor Korsika von Bord ihrer 10m-Segelyacht “Argade II”. Sie wurde in einer glücklichen Aktion vom Seenotrettungsdienst wieder aus den Fluten gefischt.

„Es war die klassische Situation, die alle Einhandsegler fürchten und doch verdrängen,“ erzählte Arthaud am Montag Morgen sichtlich mitgenommen der französischen Zeitung Nice Matin nach der Entlassung aus dem Krankenhaus.

Florence Arthaud berichtet im französischen Fernsehen über ihre glückliche Rettung.

„Ich wollte achteraus pinkeln, war nicht angeleint und bin dann über Bord gegangen. Der Autopilot war selbstverständlich eingeschaltet, so dass ich nach dem Auftauchen nur noch meiner Yacht hinterherschauen konnte!“

Das Erste, was der Französin im 18 Grad kühlen Mittelmeer durch den Kopf ging, war der Name einer anderen, genau in dieser Situation verschollenen Segellegende: Eric Tabarly. „Mein zweiter Gedanke galt einem wasserdichten Handy, das ich erst vor Kurzem gekauft hatte und gut verpackt am Körper trug,“ erzählt sie weiter.

„Und was macht man in solchen Situationen? Maman anrufen!“ Die wiederum alarmierte Florence’ Bruder in Paris, der schon 15 Minuten nach Florence’ Wasserung den Seenotrettungsdienst in Bastia an der Strippe hatte.

Um 0:40 h startete ein Hubschrauber, nachdem zuvor das Handy geortet worden war und zudem die relativ genauen Positionsangaben der Seglerin über Telefon abgeklärt waren. Dennoch dauerte es noch bis 2 Uhr morgens, bis Arthaud, zwar mit leichten Unterkühlungen, aber ansonsten wohlbehalten ca 12 sm vor dem Cap Corse in den Hubschrauber geseilt wurde.

„Ich war für so was ja nun nicht gerade perfekt angezogen, also wurde es verdammt kalt in den Stunden bis zu meiner Bergung!“ griente Arthaud.

Die französische Segelikone – erste Frau, die bei der Route du Rhum (1990) erfolgreich war – wird derzeit zu ihrem Schiff gebracht, das weiterhin munter übers Mittelmeer segelt und von einem Suchflieger etwa 50 sm vor Korsika gesichtet wurde. Mit einer Katze an Bord (am Ruder?), die Arthaud oft bei ihren Seereisen begleitet…

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Michael Kunst

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6 Kommentare zu „Frau über Bord: Florence Arthaud telefonierte im Wasser. Helikopter brachte sie zu Yacht und Katze“

  1. avatar Kurt sagt:

    Wer jetzt am Mittelmeer ist, und noch eine 10m Yacht benötigt, schnell zuschlagen, bevor die von den Suchmannschaften gefunden wird!

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  2. avatar Marc sagt:

    Erinnert an die Geschichte vom Wohnmobilfahrer der bei eingeschalteten Tempomat hinten nen Kaffee kochen gehen wollte…

    Da hat sie aber noch mal viel Glück gehabt, dass hätte auch böse enden können.

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  3. avatar Ketzer sagt:

    Klarer Pluspunkt für die Männer, die müssen sich nicht so weit raus lehnen…

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  4. avatar GER1273 sagt:

    Aber warum benutzt sie nicht die Toilette? Sollte doch eig. auf einem 10m Schiff vorhanden sein, gerade auf so einem Törn. Und wenn der Autopilot sowieso steuert…. Muss man nicht verstehen, oder?

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  5. avatar Heini sagt:

    Die Frau segelt nicht so Trümmer wie Bavaria 36 cruiser.
    Vielleicht ist gar keine Toilette an Bord?

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  6. avatar Kaffeesegler sagt:

    Aber was soll das für ein Handy sein?

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